10 Fragen an Wayne Carpendale
Niemand möchte Zimmer 2417 sein
von Karoline Giokas1. Sie sind Schauspieler, Moderator, Social-Media-Star, Familienvater. Welche Rolle fordert, welche erfüllt Sie am meisten?
Eindeutig die des Vaters eines Achtjährigen, der so langsam schneller sprintet als ich. Mich fordert alles, was ich auf Social Media mache – auf schöne Art. Früher lag die Aufmerksamkeitsspanne auf Instagram gefühlt bei 7,5 Sekunden. Heute produziere ich ein Reel, schicke es raus in die Welt, und Millionen Menschen schauen zwei Minuten lang aufmerksam zu. Das Feedback, das ich dafür bekomme, treibt mich jedes Mal aufs Neue an. Man könnte sagen: Moderation hält mich wach, Schauspiel hält mich geerdet und Social Media hält mich jung – oder zumindest im Glauben, ich sei es noch.
2. Sie geben Ihren Followern regelmäßig humorvolle Einblicke in den Familienalltag. Welche bleiben bewusst privat?
Der Kern meiner Geschichten ist von echten Momenten inspiriert. Vieles ist überspitzt, ein bisschen Wahrheit immer dabei. Aber genau da ist auch die Grenze: Ich teile nicht mein intimes Inneres, und schon gar nicht das von den Menschen um mich herum.
3. Mit Ihrem Vater Howard verbindet Sie der berühmte Nachname und gemeinsame Projekte. Was haben Sie von ihm gelernt?
Von meinem Dad habe ich vor allem gelernt, mich selbst nicht zu ernst zu nehmen – was man in meinen Reels am ehesten sieht. Du bist nicht der Nabel der Welt. Für meinen Dad gibt es keine halben Auftritte. Egal vor wie vielen Menschen, er behandelt den 2000. Auftritt wie den ersten. Dieses Brennen auf der Bühne und vor der Kamera möchte auch ich mir unbedingt bewahren.
4. Woran arbeiten Sie derzeit?
Gerade passiert eine ganze Menge. Schauspielerisch wird demnächst wieder mehr von mir kommen. Seit meiner WDR-Doku über meinen Dad macht mir das Produzieren immer mehr Spaß. Darauf konzentriere ich mich. Und ehrlich gesagt macht mir sogar Werbung Spaß, weil ich dabei versuche, Mehrwert und Unterhaltung zu bieten. Inspiriert durch ein paar Werbepartner arbeite ich gerade sehr stark an meiner Fitness und Gesundheit. Longevity sehe ich mit 49 als Investition in meine Zukunft.
5. Nach all den Jahren im Rampenlicht: Was steht noch auf Ihrer Wunschliste?
Ganz oben steht: weiter moderieren. Und am allerliebsten live. Nicht mit Promis, sondern mit Menschen von der Straße. Die sind echt, unberechenbar – und genau deshalb macht es Spaß.
6. Dreharbeiten bedeuten oft Reisen, Hotels und lange Abwesenheiten. Was brauchen Sie, damit ein Hotelzimmer sich für Sie wirklich wie ein Zuhause auf Zeit anfühlt?
Seit fast 20 Jahren hat Annemarie einen Teddy, ich habe einen Teddy und auch unser Sohn hat einen. Wenn einer von uns unterwegs ist, nimmt er seinen mit. Außerdem mag ich individuelle Hotels. Typische Businesshotels ohne Wärme und Seele bedrücken mich mittlerweile ein bisschen.
7. Erinnern Sie sich an eine Reise, die Ihnen bis heute positiv im Gedächtnis geblieben ist?
Unsere absoluten Highlights waren drei Rundreisen durch Australien und unsere Reisen nach Hawaii. Mein ganz persönliches Highlight war es, dreimal beim Burning Man zu sein.
8. Viele Gastgeber kämpfen heute damit, ihren Gästen echte Aufmerksamkeit zu schenken. Was macht für Sie den Unterschied zwischen gutem Service und echter Gastfreundschaft aus?
Ein guter Gastgeber ist man, wenn sich der Gast wohlfühlt, wenn er sich in einem Hotel zu Hause fühlen kann. Wenn du z. B. ins Hotelrestaurant kommst und sie dort wissen, dass du deinen doppelten Espresso ohne Zucker trinkst. Wenn sie dir das Gefühl geben, dich zu sehen. Das hat zum Glück nicht unbedingt immer mit dem Preis zu tun. Als Gast möchtest du einfach nicht nur Zimmer 2417 sein, sondern ein Individuum.
9. Ihr Instagram-Kanal lebt von Humor. Können Sie sich an eine besonders lustige Situation im Hotel oder Restaurant erinnern?
Ich war für ein Event in einem Hotel untergebracht, komme ins mir zugewiesene Zimmer und vor mir steht eine nackte Frau. Wir haben beide im selben Moment geschrien, ich habe die Tür sofort wieder zugemacht. Abends auf dem Event haben wir beide sehr darüber gelacht. Es war das Thema des Abends.
10. Stellen wir uns vor, Sie checken in ein Hotel ein und dürfen das Abendmenü selbst zusammenstellen: Was kommt – vom Aperitif bis zum Dessert – auf den Tisch?
Ein guter Aperitif, am liebsten ein Bellini. Ach was, ein Pornstar Martini! Danach ein saftiges Lachs-Ceviche. Dann ganz klassisch ein richtig gutes, zartes Filet – aber wirklich gut – mit viel Gemüse und ohne viel Schnickschnack. Und zum Schluss ein Spaghettieis. Damit bin ich rundum glücklich und mache dann auch im Hotelzimmer die Tür ganz zufrieden hinter mir zu.
