Die Wassermelone im Exklusiv-Interview
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Die Wassermelone im Exklusiv-Interview

Jetzt rede ich!

von Karoline Giokas
Dienstag, 28.07.2026
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Hallo Wassermelone, schön, dass du dir mitten in der Hochsaison Zeit für uns nimmst.
Keine Ursache. Ehrlich gesagt genieße ich gerade jede Gelegenheit, kurz durchzuatmen. Im Sommer bin ich schließlich ständig unterwegs – vom Hotelfrühstück übers Freibad bis zur Cocktailbar.

Du klingst ziemlich gefragt.
Das kann man wohl sagen. Sobald die Temperaturen über 25 Grad klettern, werde ich praktisch zur Pflichtveranstaltung. Da bleibt kaum Zeit für ein Privatleben.

War das schon immer so?
Ganz und gar nicht. Vor ein paar Tausend Jahren hätte mich vermutlich niemand freiwillig zum Obstsalat eingeladen. Meine Vorfahren waren deutlich kleiner, hatten viel weniger süßes Fruchtfleisch und schmeckten teilweise sogar bitter. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine große Karriere.

Und trotzdem hast du es geschafft.
Natürlich. Manche brauchen Talent, andere Ausdauer. Ich hatte beides. Darüber hinaus haben Menschen über Jahrtausende an mir herumgezüchtet, bis ich zu der saftigen Sommerikone geworden bin, die heute jeder kennt.

Wo liegen eigentlich deine Wurzeln?
In Afrika. Genauer gesagt vermutlich im nordöstlichen Teil des Kontinents. Dort begann meine Geschichte vor mehreren Tausend Jahren. Schon die alten Ägypter kannten mich und wussten meine Talente zu schätzen.

Welche Talente waren das?
Damals ging es weniger um Genuss und mehr ums Überleben. Meine Früchte konnten lange gelagert werden und dienten als eine Art natürlicher Wasserspeicher. In heißen Regionen war das ziemlich praktisch. Man könnte sagen: Ich war die Trinkflasche der Antike.

Heute findet man dich eher auf Büfetts als in Wüsten.
Zum Glück. Obwohl ich mich über meine Entwicklung manchmal selbst wundern muss. Früher Vorratslager, heute Instagram-Star.

Zum Beispiel?
Gegrillte Wassermelone, Wassermelonen-Tatar, Kombinationen mit Feta, Minze oder Chili. Früher war ich die süße Erfrischung für zwischendurch, heute darf ich Fine Dining.

Wie stehst du zum Klassiker mit Feta?
Anfangs war ich skeptisch. Salzig und süß? Das klang nach einer fragwürdigen Fernbeziehung. Inzwischen muss ich zugeben: Wir harmonieren erstaunlich gut.

Gibt es etwas, das dich nervt?
Die ewige Frage, ob ich Obst oder Gemüse bin.

Und?
Botanisch bin ich eine Frucht. Allerdings gehöre ich zur Familie der Kürbisgewächse, bin also mit Kürbis, Gurke und Co. verwandt. Das sorgt regelmäßig für Verwirrung.

Noch eine letzte Frage: Was macht eine gute Wassermelone aus?
Sie sollte reif, aromatisch und gut gekühlt sein. Und vor allem eines: Sie sollte geteilt werden. Kaum ein Lebensmittel schmeckt so sehr nach Sommer, Ferien und ­guter Laune wie ich.

Vielen Dank für das Gespräch.                       

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