Mann - Frau trägt Haltung
Foto: Saskia Giebel

Mann/Frau trägt Haltung

Wie Berufsbekleidung 2026 in Hotellerie und Gastronomie Identität, Nachhaltigkeit und Performance vereint

von Karoline Giokas
Freitag, 06.03.2026
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Dass Berufsbekleidung heute Teil der Markenstrategie ist, zeigen beispielhaft das Empire Riverside Hotel und das Hotel Hafen Hamburg. Die Hamburger Schwesternhotels haben ihre Mitarbeiter bereits im letzten Jahr in neue Uniformen gekleidet, mit einem klaren Ziel: Zusammengehörigkeit stärken, ohne Individualität zu verlieren.

Dunkelblaue Zweiteiler mit modernem Fit, kombiniert mit weißen Hemden, Blusen und cleanen Sneakern sorgen am Empfang für einen zeitgemäßen Auftritt. Im Sommer ersetzt eine passende Weste das Jackett. Kleine, feine Details machen dabei den Unterschied: lilafarbene Einstecktücher im Empire Riverside, eine Steuerrad-Reversnadel im Hotel Hafen Hamburg – subtil, aber wirkungsvoll. Auch in den Bars wird die Handschrift der Häuser sichtbar: Während die Tower Bar im Hotel Hafen Hamburg auf graue Schürzen mit Echtlederriemen und bronzefarbenen Akzenten setzt, kombiniert das 20up im Empire Riverside schwarze Hosenträger mit gold- und bronzefarbenen Details. 

Ein interner Stil-Leitfaden sorgt zudem dafür, dass der neue Look nicht nur getragen, sondern gelebt wird. Das ist ein Aspekt, der 2026 immer wichtiger wird: Bekleidung als Teil der Unternehmenskultur.

EasyMix-System
Mit dem EasyMix-System von CG International können sich Gastro-Profis insgesamt über 3.000 verschiedene Schürzen-Varianten ganz nach Gusto selbst zusammenstellen. Foto: CG International

Weniger Uniform, mehr Persönlichkeit

Diese Entwicklung bestätigt auch Deniz Schiebel von CG International: „Klassische Uniformelemente wie Krawatten, Westen oder schwere Schürzen verlieren zunehmend an Bedeutung. Stattdessen setzen Betriebe auf reduzierte, moderne Looks – Servicejacken, hochwertige T-Shirts oder smarte Oberteile in gedeckten Farben wie Olive, Braun oder soften Berry-Tönen.“

Der Schnitt rückt dabei in den Mittelpunkt: Kleidung soll nicht nur passen, sondern Haltung vermitteln. Große Logos oder Stickereien treten in den Hintergrund, „Weniger ist mehr“ lautet das Credo. Die Arbeitskleidung wird zur Bühne für die Persönlichkeit des Hauses und damit auch zum Instrument im Employer Branding.

WAS SICH GUT ANFÜHLT UND AUSSIEHT, STÄRKT DAS ERSCHEINUNGSBILD NACH AUSSEN SOWIE DIE IDENTIFIKATION DER MITARBEITER MIT 
IHREM BETRIEB.

Weltmeisterlich hinter der Bar

Wie visionär Berufsbekleidung heute sein kann, zeigt Weitblick mit seiner neuen Barjacke, die gemeinsam mit Bartender-Weltmeisterin Linh Nguyen entwickelt wurde. Ziel war es, klassische Bar-Klischees hinter sich zu lassen und Workwear zu schaffen, die Performance und Stil verbindet.

Entstanden ist eine figurbetonte Barjacke aus hochwertigem Bi-Stretch-Gewebe mit asymmetrischer, verdeckter Knopfleiste und verlängertem Schnitt. Der elegante, asiatisch inspirierte Look soll eine Hommage an Nguyens vietnamesische Wurzeln sein  und gleichzeitig ein Statement für moderne Gastgeberkultur.

Durchdachte Fea­tures wie innenliegende Taschen für Kronkorken, eine Utensilientasche am Ärmel oder gar eine praktische Tasche hinten am Saum machen die Jacke zum echten Werkzeug im Bar-Alltag. In mystischem Nachtblau gehalten, funktioniert die neue, stilvolle Barjacke  nicht nur hinter der Bar, sondern ebenso in der offenen Küche.

Mietwäsche von Greif
So cosy kann Mietwäsche sein ‒ Gastgeber, die sich von Greif ausstatten lassen, profitieren nicht nur von Premium-Qualität, sondern können sich gleichzeitig nachhaltig für den Klimaschutz engagieren. Foto: Greif

Nachhaltigkeit wird Teil des Erscheinungsbilds

Parallel zur Designentwicklung rückt Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus. Greif Mietwäsche geht hier einen bemerkenswerten Schritt weiter: Mit den sogenannten Klima Heroes können Gastgeber aktiv Klimaschutzprojekte unterstützen, etwa regenerative Landwirtschaft oder die Trinkwasserversorgung in Uganda – direkt über ihre Mietwäsche.

Durch einem geringen monatlichen Aufschlag leisten Betriebe so einen messbaren Beitrag zur CO₂-Reduktion, ohne zusätzlichen organisatorischen Aufwand. Unterstützt wird das Programm durch transparente Kommunikation und das Maskottchen „COsy“, das Klimaschutz emotional und greifbar macht. Berufsbekleidung wird damit nicht nur ökologisch optimiert, sondern auch kommunikativ aufgeladen – ein nicht zu unterschätzender Faktor in Zeiten bewusster Gäste und Mitarbeiter.

Die Bindung von Mitarbeitern wird bei uns großgeschrieben. Auf ihre Bedürfnisse einzugehen, 
ist für uns ein zentraler 
Erfolgsfaktor 

Enrico Ungermann, Empire Riverside Hotel & Hotel Hafen Hamburg

Kleidung als strategisches Instrument

Berufsbekleidung 2026 ist weit mehr als funktionale Hülle. Sie ist Ausdruck von Haltung, Teil der Markenidentität und zunehmend auch Nachhaltigkeitsversprechen. Ob maßgeschneiderte Hoteluniformen, visionäre Barjacken, klimafreundliche Mietwäsche oder digitale Textillogistik: Gastgeber, die Arbeitskleidung strategisch den­ken, investieren nicht nur in ihr Erscheinungsbild, sondern auch in ihre Zu­kunftsfähigkeit.

Oder anders gesagt: Stil beginnt heute nicht mehr beim Gast, sondern beim Team.                      

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