Interview

„Blicken positiv in die Zukunft“

Vor drei Jahren hat Sallis Kitchen in München eröffnet, nun brachen dem Betrieb die Einnahmequellen weg. Für Geschäftsführer Engin Sali jedoch kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

Montag, 15.02.2021, 14:07 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz

„Vom Tellerwäscher zum Chocolatier aus Leidenschaft“ überschreibt Engin Sali seine Geschichte. Zunächst jobbte der Gastronom als Tellerwäscher und Kellner, später als Runner und Barkeeper in Clubs. Schließlich war er an der Eventplanung beteiligt und setzt abschließend eigene Veranstaltungen erfolgreich um. 2017 folgte dann die Selbstständigkeit: Auf Messen und Events verkaufte der Gastronom selbstgemachte Pralinen, überzeugte und erhielt schnell Großaufträge von Hotels und Unternehmen. 2018 verwirklichte Sali dann seinen Traum von eigenen Laden am Münchner Viktualienmarkt, wo er neben Schokoladenspezialitäten und Torten auch deftige Speisen im Angebot hat. Nun hat die Corona-Pandemie auch sein Geschäft durcheinandergewirbelt. Für den Geschäftsführer von Sallis Kitchen jedoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, wie er im Interview erzählt.

Herr Sali, Sie sind ein wahrer Allrounder – sie bieten Catering an, betreiben ein Bistro und versüßen mit Ihren Kunden mit handgemachten Pralinen den Tag.  War es immer schon Ihr Traum in der Gastronomie zu arbeiten?

Ich habe bisher nebenher viel gemacht, aber ich war schon immer in der Gastronomie. Die Gastronomie erfüllt mich und ich liebe es, meine Gäste glücklich machen zu dürfen. Es war schon seit meiner Teeny-Zeit ein Traum von mir, meinen eigenen Laden zu haben und den Traum konnte ich mir mit harter Arbeit vor drei Jahren erfüllen und dafür bin ich dankbar!

Wie empfinden Sie als Vollblut-Gastronom die derzeitige Situation?

Ich habe Verständnis für die Situation, es ist nicht nur für die Gastro schwer. Wir versuchen aus der Situation das Beste zu machen, in dem wir nochmal über unser Konzept nachdenken, neue Ideen entwickeln und blicken positiv in die Zukunft. Ich werde meinen Traum nicht aufgeben, auch wenn die Zeit wirklich sehr schwierig ist und wir gleichzeitig ums Überleben kämpfen.

Sie haben zahlreiche namhafte Partner in der Hotellerie, die Sie mit Pralinen mit individuellen Brandings versorgen. Wie hat sich dieser Geschäftszweig in der Pandemie entwickelt?

Keine Firmenfeiern, Präsentationen, keine Veranstaltungen und keine Hotelgäste. Leider haben wir in diesem Bereich aktuell keinen Umsatz.

Gerade bieten Sie sowohl Abhol- als auch Lieferservice an. Lassen sich damit die Verluste zumindest etwas abfedern?

Eher im Gegenteil, die Münchner City ist leer, viele sind in Kurzarbeit oder im Homeoffice. Allerdings bieten wir den Firmen Mitarbeiter-Catering ab 15 Personen an. Wir haben eine leckere Wochenkarte, die jeden anspricht – von Vegetarier bis hin zur Fleischliebhaber.

Trotz des schwierigen Jahres 2020 haben Sie sich nicht unterkriegen lassen, sondern Sallis Kitchen umgebaut und erweitert. Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Natürlich nicht! Wenn man sein Ziel vor Augen hat, ist nichts unmöglich. Einfach fest dran glauben und immer weitermachen. Harte Arbeit zahlt sich immer aus! Wir nutzen jetzt die Zeit – wie bereits beschrieben –, um über alles nachzudenken und schauen, was wir besser machen können. Wir bereiten uns auf die Zeit nach der Pandemie vor und haben schöne Überraschungen für unsere Gäste. Aktuell arbeiten wir – das können wir schon verraten – an einer neuen Karte mit frischen und regionalen Produkten. Es wird was ganz Besonderes und wir sind uns sicher, unsere Kunden werden die neue Karte lieben.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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