Wie Frauen die Luxushotellerie an der Spitze neu gestalten
Frauen übernehmen in der gehobenen Hotellerie zunehmend Verantwortung für die strategische und konzeptionelle Weiterentwicklung von Häusern. Als Unternehmerinnen, Kreative und Nachfolgerinnen traditionsreicher Hoteliersfamilien gestalten immer mehr weibliche Persönlichkeiten die Zukunft der Branche.
Zwei Beispiele aus dem Portfolio von Flospitality zeigen unterschiedliche Ansätze: Im Post am See in Traunkirchen bringen Marie und Josefine Gröller internationale Erfahrungen in den Familienbetrieb ein. Im Lily of the Valley an der Côte d’Azur setzt Lucie Weill auf ein zeitgemäßes Wellnesskonzept.
Gemeinsam ist den drei Frauen der Anspruch, bestehende Strukturen und die Geschichte ihrer Häuser zu bewahren und zugleich neue Akzente zu setzen.
Eine Vision, die Generationen von Frauen verbindet
Im österreichischen Traunkirchen spielt weibliche Führung bereits über mehrere Generationen eine zentrale Rolle. Seit mehr als 70 Jahren ist die Familie Gröller in der Hotellerie am österreichischen Traunsee aktiv. Heute vereinen mehrere Generationen von Frauen ihre Stärken zu einem einzigartigen Erfolgsmodell.
Mutter Monika Gröller führt das Familienunternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung als Gastgeberin. Ihre Töchter Marie und Josefine bringen als vierte Generation frische, internationale Perspektiven in die Gröller-Hospitality ein.
Marie Gröller kehrte nach Stationen in Paris, Turin und Wien 2024 nach Traunkirchen zurück und ist heute Teil der Geschäftsführung. Sie steuerte maßgeblich die zweijährige Neupositionierung des fast 700 Jahre alten Hauses Post am See. Vom Branding über die Gäste-Experience bis hin zum neuen Konzept mit Rooftop-BergSPA, Infinity Pool und der Kulinarik in der Belétage trägt die Neuausrichtung ihre Handschrift. Damit übernimmt sie nicht nur Verantwortung im Familienunternehmen, sondern gestaltet auch den Übergang zwischen langjähriger Gastgebertradition und einer veränderten Erwartungshaltung der Gäste.
Josefine Gröller studierte Global Hospitality Management in Marbella und schärft ihr Profil aktuell im The Alpina Gstaad in der Schweiz. Gemeinsam mit ihrer Schwester analysiert sie die Bedürfnisse einer jüngeren Generation von Gästen, um innovative Hospitality-Tools und zukunftsweisende Hotelkonzepte zu etablieren.
Die Schwestern bringen damit unterschiedliche internationale Erfahrungen in einen Betrieb ein, dessen Geschichte seit Jahrzehnten von der Familie geprägt wird. Ihre Rolle besteht zugleich darin, dieses Erbe fortzuführen und eigene Vorstellungen von Hotellerie einzubringen.
Wellnesskonzept an der Côte d’Azur
Auch im Lily of the Valley an der französischen Côte d’Azur prägt eine Frau die konzeptionelle Entwicklung des Hauses. Lucie Weill entwickelte das von Philippe Starck gestaltete Fünf-Sterne-Haus gemeinsam mit ihrem Vater, dem Medienunternehmer Alain Weill. Hier wird Gesundheit nicht als Verzicht, sondern als pure Lebensfreude zelebriert.
Dabei bricht Lucie Weill mit sterilen Spa-Konzepten und setzt stattdessen auf maßgeschneiderte Longevity aus Ernährung, Sport und Treatments – ein exklusives Konzept von Ernährungsmediziner Jacques Fricker. Ihre Philosophie soll Lebenskunst der Côte d’Azur mit moderner Wissenschaft und leichter, mediterraner Küche in Balance bringen. Damit setzt sie innerhalb des Fünf-Sterne-Hauses einen eigenen inhaltlichen Schwerpunkt.
Frauen gestalten Nachfolge und Weiterentwicklung
Die Beispiele aus Traunkirchen und von der Côte d’Azur zeigen unterschiedliche Rollen von Frauen innerhalb der Luxushotellerie. Marie und Josefine Gröller stehen für die nächste Generation eines familiengeführten Hotelunternehmens und bringen neue Perspektiven in bestehende Strukturen ein. Lucie Weill entwickelt gemeinsam mit ihrem Vater ein eigenes Verständnis von zeitgemäßem Wellness-Luxus.
In beiden Fällen geht es damit nicht allein um die Fortführung bestehender Häuser, sondern auch darum, wie Frauen ihre eigenen Vorstellungen in deren Weiterentwicklung einbringen.
(Flospitality/SAKL)