Arbeitslosigkeit sinkt, Ausbildung schwächelt
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Oktober 2026 leicht zurückgegangen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren 2,955 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 40.000 weniger als im September, aber 44.000 mehr als im Oktober des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.
Saisonbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen hingegen um 4.000. Die wirtschaftliche Schwäche macht sich damit weiterhin auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fällt im Oktober vergleichsweise schwach aus“, erklärte BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles.
Große regionale Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit
Ein Blick auf die Bundesländer zeigt, wie unterschiedlich sich die Lage regional darstellt. Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichneten im Oktober Bremen mit 11,0 Prozent und Berlin mit 10,4 Prozent. Am niedrigsten waren sie in Bayern mit 4,0 Prozent und Baden-Württemberg mit 4,6 Prozent.
Auch die Entwicklung im Monatsvergleich fiel regional unterschiedlich aus. In Berlin sank die Zahl der Arbeitslosen nur geringfügig; die Quote blieb bei 10,4 Prozent. In Baden-Württemberg ging die Zahl der Arbeitslosen zwar zurück, die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit verwies jedoch auf eine weiterhin schwache Nachfrage nach Arbeitskräften.
Für Arbeitgeber bedeutet die regionale Entwicklung, dass sich die Rahmenbedingungen für die Personalgewinnung je nach Standort unterscheiden. Die Arbeitslosenquote allein sagt allerdings wenig darüber aus, ob für einen Betrieb passende Bewerber mit den benötigten Qualifikationen verfügbar sind.
Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt verhalten
Auch bei den offenen Stellen zeigt sich bislang keine deutliche Belebung. Im Oktober waren bei den Arbeitsagenturen bundesweit 654.000 Stellen gemeldet. Das waren 31.000 mehr als ein Jahr zuvor.
Für Hotellerie und Gastronomie lässt sich daraus keine unmittelbare Aussage über die branchenspezifische Personalsituation ableiten. Die Gesamtzahlen verdeutlichen jedoch, dass sich der Arbeitsmarkt insgesamt weiterhin in einer schwachen konjunkturellen Phase befindet. Für Betriebe bleibt es deshalb wichtig, ihre Personalbedarfe frühzeitig zu planen und bei der Besetzung offener Stellen auch die Qualifikation und Einsatzmöglichkeiten der Bewerber zu berücksichtigen.
Ausbildungsmarkt unter Druck
Besonders deutlich zeigt sich die angespannte Lage beim Nachwuchs. Für das Ausbildungsjahr 2025/26 wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern von Oktober 2025 bis September 2026 insgesamt 469.000 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 31.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig nahmen 447.000 Bewerber die Ausbildungsvermittlung in Anspruch – 3.000 mehr als ein Jahr zuvor.
Bis Ende September hatten 179.000 junge Menschen eine Ausbildung begonnen. Das waren 12.000 weniger als im Vorjahr. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit war der Anteil der Ausbildungsbewerber, die tatsächlich eine Ausbildung aufnahmen, damit so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.
Für Hotel- und Gastronomiebetriebe ist diese Entwicklung besonders relevant: Die Branche ist auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen, während die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen über alle Branchen hinweg zurückgeht. Die Zahlen unterstreichen, wie wichtig es für Betriebe bleibt, Ausbildungsangebote sichtbar zu machen und junge Menschen für eine berufliche Perspektive zu gewinnen.
Eine nachhaltige Entspannung am Arbeitsmarkt ist vorerst nicht in Sicht. Die Bundesagentur für Arbeit sieht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin nicht als ausreichend an, um eine deutliche Verbesserung auszulösen.
(Bundesagentur für Arbeit/dpa/KAGI)