Personalmangel

„Ausgebildete Fachkräfte gibt es keine mehr“

Hotel Hochschober Seebad im Winter von oben
Mitarbeitersuche in einem Top-Betrieb auf 1.800 Meter Seehöhe ist eine Wissenschaft für sich. (© Hochschober)
Im Hotel Hochschober auf der Kärntner Seite der Turracher Höhe setzt Eigentümerin Karin Leeb verstärkt auf Privatinitiativen und eigene Ausbildung, um an Mitarbeiter zu kommen. Auch Asylwerber mit positivem Bescheid und Langzeitarbeitslose bekommen eine Chance.
Donnerstag, 02.02.2017, 14:10 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

Eine kurze Bilanz des wirtschaftlich höchst erfolgreichen Jahres 2016 zog Karin Leeb, Besitzerin des Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe (Kärnten) kürzlich im Zuge eines Pressegesprächs. Nach 56.000 Übernachtungen 2014 und 58.000 Übernachtungen 2015 habe man mit rund 61.000 Übernachtungen im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Dies „ohne Rabatte – auch nicht für Promis oder Stammgäste – und ohne auf Buchungsplattformen wie booking .com vertreten zu sein“, wie Leeb versicherte. Buchen könne man im Hochschober nur direkt, so spare man sich die Provisionszahlungen. Trotzdem käme das Hotel damit auf eine durchschnittliche jährliche Auslastungsquote von 93 Prozent bei 319 Öffnungstagen im Jahr.

„Stecken viel Arbeit und Geld in die Ausbildung“
Für diese Anzahl an Gästen braucht es allerdings die nötigen – und vor allem gut ausgebildeten – Mitarbeiter. Und genau daran krankt es nach Leebs Erfahrungen: „Wir stecken schon seit langem viel Arbeit und auch Geld in die eigene Ausbildung von potenziellen neuen Mitarbeitern. Das können Langzeitarbeitslose ebenso sein wie Flüchtlinge mit aufrechtem Asylbescheid, wofür wir wiederum mit der Caritas zusammenarbeiten.“ Im Zuge dieser Ausbildung hätten die Leute die Möglichkeit, mit ersten Hilfsjobs im Hotel Erfahrung zu sammeln und dann bei guter Eignung sukzessive auch weiter aufzusteigen. “Das ist eine private Initiative, die wir gemeinsam mit Lehrern der Berufsschule Villach gestartet haben und an der auch noch sechs andere Hotels aus der Region beteiligt sind“, so Leeb, die auf der ständigen Suche nach Arbeitskräften (aktuell sind es im Hotel rund 100 und weitere 15 in der „Almzeithütte“) sogar mit Tourismusschulen in Ungarn kooperiert. „Im Tourismus sind heute einfach Privatinitiativen nötig. Ausgebildete Fachkräfte gibt es keine mehr!“ Um so verständlicher, dass sich Leeb in den Berufsschulen bei den Jugendlichen als Arbeitgeber bewirbt und nicht – wie man vielleicht meinen könnte – umgekehrt. Alternative Fakten im Tourismus sozusagen… (CKR)

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