Thüringen

Mehr ausländische Arbeitskräfte im Thüringer Gastgewerbe

Kellnerin steht lächelnd bei Gästen
Nach der Corona-Pandemie setzt das Thüringer Gastgewerbe verstärkt auf ausländische Arbeitskräfte, um Personallücken zu schließen. (Foto: © Drazen/stock.adobe.com)
Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben das Gastgewerbe in Thüringen heftig getroffen. Viele Beschäftigte haben sich deswegen woanders Arbeit gesucht. So ist die Situation heute.
Mittwoch, 13.05.2026, 11:43 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Nachdem viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie dem Thüringer Gastgewerbe den Rücken gekehrt haben, hat die Branche die Lücken verstärkt mit ausländischen Mitarbeitern gefüllt. Ihre Zahl sei um 63 Prozent gestiegen, informierte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. 

Zugleich arbeiten mehr Beschäftigte in Minijobs. Ihre Zahl stieg demnach von 15.600 im Jahr 2019 auf 17.300 im vergangenen Jahr. Mit einem Medianentgelt von 2.450 brutto im Monat gehöre das Gastgewerbe zu den Branchen mit niedrigerem Einkommen, hieß es.

Den Angaben zufolge wirken die Folgen der Corona-Pandemie nach. Damals war das Gastgewerbe besonders stark von Schließungen betroffen. Viele Beschäftigte wechselten in andere Branchen. Dort würden sie häufig besser bezahlt und hätten familienfreundlichere Arbeitszeiten. Viele Fachkräfte seien deswegen nach der Pandemie nicht in die Branche zurückgekehrt, hieß es.

Regionaldirektion rät zu neuen Wegen in der Fachkräftesicherung

Insgesamt gebe es rund 22.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Branche. Und vergangenes Jahr seien nur etwa halb so viele freie Stellen gemeldet worden wie 2019. Den Arbeitsmarktexperten zufolge könnte das daran liegen, dass die Betriebe inzwischen mit kleinerem Personalbestand arbeiten, ihre Öffnungszeiten eingeschränkt haben sowie angesichts schwacher Konjunktur und steigender Kosten auf Neueinstellungen verzichten. 

„Um den Fachkräftebedarf zu sichern, wird das Gastgewerbe neue Wege gehen müssen“, erklärte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. „Dazu gehören Qualifizierungen eigener Beschäftigter, moderne Arbeitszeitmodelle und angepasste Geschäftsmodelle. So kann der Personalbedarf besser gedeckt werden.“

(dpa/SAKL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Kellnerin bringt Kuchen an den Tisch
Arbeitsmarktzugang
Arbeitsmarktzugang

Asylbewerber sollen schneller arbeiten dürfen

Asylbewerber sollen künftig bereits nach drei Monaten arbeiten dürfen – auch wenn ihr Asylverfahren noch läuft. Für das personalintensive Gastgewerbe könnte die geplante Neuregelung zusätzliche Chancen im Kampf gegen den anhaltenden Personalmangel eröffnen.
In der Auslandsbehörde
Fachkräftemangel
Fachkräftemangel

Baden-Württemberg bekommt Agentur für ausländische Fachkräfte

Überall fehlen Fachkräfte – auch im Gastgewerbe. Künftig sollen vermehrt Menschen aus dem Ausland diese Lücken schließen. Baden-Württemberg geht jetzt neue Wege, um diese Kräfte schneller in den Arbeitsmarkt zu bringen.
In der Gastronomieküche
Personalmangel
Personalmangel

Neue Regelungen ermöglichen leichtere Fachkräfteeinwanderung

Fachkräfte werden in Deutschland in vielen Branchen dringend gebraucht – auch im Gastgewerbe mangelt es sehr. Nun treten Regelungen in Kraft, die mehr Nicht-EU-Bürger auf den Arbeitsmarkt locken sollen.
Arbeitsminister Hubertus Heil
Personalmangel
Personalmangel

Bundesrat billigt Fachkräfteeinwanderungsgesetz

In vielen Branchen fehlt es derzeit an Fachkräften – so auch im Gastgewerbe. Erleichterung soll nun das reformierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz der Ampel-Koalition bringen. Dieses hat nun auch den Bundesrat passiert.
Auch für das Gastgewerbe plant die Bundesregierung jetzt einen vereinfachten Zuzug von Arbeitskräften aus dem Ausland. (Foto: © picture alliance / VisualEyze | -)
Personalmangel
Personalmangel

Regierung will Zuzug von Arbeitskräften für das Gastgewerbe vereinfachen

Erleichterung für das Gastgewerbe: Gemeinsam mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil setzt sich Bundesinnenministerin Nancy Faeser für Sonderregeln ein, damit auch das Gastgewerbe leichter Arbeitskräfte aus dem Ausland beziehen kann.
Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit
Demografiewandel
Demografiewandel

Nahles warnt: Demografie verschärft Fachkräftemangel

Drei Millionen Menschen sind in Deutschland arbeitslos. Dennoch suchen Unternehmen in bestimmten Branchen teilweise händeringend nach Leuten – auch im Gastgewerbe fehlt das Fachpersonal. Der demografische Wandel verschärft die Situation weiter. 
Servicekraft mit Kuchen in den Händen
Unterstützung
Unterstützung

Bundesagentur für Arbeit vereinfacht die Erwerbsmigration für Fachkräfte

Mehr Tempo bei der Fachkräfteeinwanderung: Mit Änderungen im Onlineportal erleichtert die Bundesagentur für Arbeit internationalen Fachkräften den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Für das Gastgewerbe könnte dies Chancen im Kampf gegen den Fachkräftemangel eröffnen.
Kellner im Restaurant
KfW-ifo-Fachkräftebarometer
KfW-ifo-Fachkräftebarometer

Fachkräftemangel nimmt weiter ab

Die schwache Konjunktur hat Auswirkungen auf die Personalsituation der Betriebe. Nur noch jedes vierte Unternehmen klagt über fehlende Fachkräfte. Doch freie Jobs bleiben so lange offen wie nie – und Experten warnen vor neuen Engpässen.
Bundeskabinett am 15. Oktober 2025
Fachkräftemangel
Fachkräftemangel

Kabinett beschließt Aktivrente

Ein steuerfreier Hinzuverdienst für Beschäftigte im Rentenalter – das ist die Aktivrente. Die Bundesregierung hat das Gesetz nun auf den Weg gebracht. Für das Gastgewerbe könnten sich hierdurch Chance ergeben, erfahrene Fachkräfte zu halten und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.