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Wie Führungskräfte clevere Mitarbeitergespräche führen

Als Führungskraft kommt man nicht umhin, immer wieder einmal persönliche Mitarbeitergespräche zu führen. Doch was gibt es dabei zu beachten, damit diese konstruktiv sind und sich der Mitarbeiter nicht vor den Kopf gestoßen fühlt?

Dienstag, 29.10.2019, 13:34 Uhr, Autor: Thomas Hack
Eine Küchenbrigade in einer Küche

Auch im Gastgewerbe sollte es regelmäßig Mitarbeitergespräche geben. Doch oft wissen Führungskräfte nicht, wie man diese konstruktiv und ergebnisorientiert durchführen soll. (© GettyImages)

Den Gesprächen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern wird in heutigen Zeiten ein hoher Stellenwert eingeräumt und viele Unternehmen nutzen diese Gelegenheiten auch, um das Verbesserungswesen des Betriebs zu pflegen und den Erfolg des Unternehmens zu vergrößern. Doch viele Führungskräfte wissen nicht, wie sie Mitarbeitergespräche optimieren können. Hier die wichtigsten Tipps, um solche Situationen auf ergebnisorienterte Weise zu meistern:

Tipp 1: Mitarbeitergespräche überhaupt durchführen

Oftmals werden in einem Unternehmen den Mitarbeitergesprächen nur ein geringer Stellenwert eingeräumt. Doch jedes sinnvoll und konstruktiv geführte Gespräch kann den Mitarbeiter verbessern, was schließlich kontinuierlich zum Gesamterfolg des Unternehmens beitragen wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob es der Sous Chef oder die Spülkraft ist, die sich mit dem Restaurantleiter unterhält.

Tipp 2: Auf das Mitarbeitergespräch gut vorbereitet sein

Unvorbereitet ein Mitarbeitergespräch anzusetzen, ist ein großer Fehler, den jedoch zahlreiche Führungskräfte begehen. Oftmals entwickeln diese ihre Ansichten über den Mitarbeiter erst während des Gesprächs, was letztendlich zu wenig Dialog und unzureichenden Ergebnissen führt. Führen Sie sich stattdessen die Entwicklung des Mitarbeiters bereits vorher vor Augen und stellen Sie dessen Stärken und Schwächen zusammen.

Tipp 3: Keine Monologe halten, sondern den Mitarbeiter berichten lassen

Viele Führungskräfte sehen nicht, dass es „Mitarbeitergespräch“ heißt und nicht „Mitarbeitervortrag“. Wenn Sie Ihrem Gegenüber einfach nur darlegen, was Sie wollen und was er besser machen soll, wird sich dieser vollends verschließen und nichts daraus lernen. Locken Sie den Mitarbeiter stattdessen aus der Reserve, indem Sie ihm zunächst gezielte Fragen stellen wie „Was motiviert dich hier besonders?“ oder „Gibt es etwas, das Sie anders machen würden?“ Damit können Sie den Mitarbeiter öffnen und quasi genau dort abholen, wo er sich in seinen Gedanken befindet.

Tipp 4: Das Gespräch mit den positiven Dingen beginnen

Auch wenn Sie den Mitarbeiter mit eine ernsthaften Kritik konfrontieren müssen, fangen Sie das Gespräch unbedingt mit positiven Dingen an! Ansonsten erreichen Sie nur, dass sich der Mitarbeiter vollkommen verschließt. Nennen Sie Situationen, wo der Mitarbeiter gut und richtig gehandelt hat und gehen Sie erst allmählich auf die kritischen Punkte über, sofern es denn überhaupt welche gibt.

Tipp 5: Wünsche äußern statt befehlen

Auch bei der eigentlichen Kritik sollten Sie clever vorgehen, damit das Gespräch positiv fruchtet. Und zwar mit einem kleinen bisschen Psychologie in der Wortwahl: Haben Sie am Kellner beispielsweise beobachtet, dass er nie die Gäste anlächelt, sagen Sie niemals „Sie müssen in Zukunft lächeln!“. Sagen Sie stattdessen „Ich wünsche mir, dass Sie in Zukunft…“ Diese kleine Änderung der Ansprache kann für das Verbesserungswesen Wunder bewirken!

Tipp 6: Konkrete Lösungsvorschläge unterbreiten

Wenn Sie vom Mitarbeiter in irgendeiner Sache eine Veränderung wünschen, lassen Sie ihn nicht im Regen stehen! Der Mitarbeiter denkt vielleicht ganz anders als Sie und sieht selbst gar nicht, wo genau die Probleme liegen. Geben Sie ihm stattdessen konkrete Anleitungen an den Tag, was gleich zum doppelten Erfolg führt: Erstens weiß der Mitarbeiter nun, was Sie wollen, zweitens ist er nicht geknickt, weil er eben nicht nur Kritik über sich ergehen lassen musste.

Tipp 7: Unterstützung anbieten

Fragen Sie den Mitarbeiter unbedingt, wie Sie ihn bei den geforderten Verhaltens- oder Arbeitsumstellungen helfen können. Schafft es beispielsweise der Jungkoch nicht, Ordnung in der Küche zu halten, entwickeln Sie gemeinsam mit ihm eine Check-Liste oder ähnliches. Damit haben Sie ein wichtiges Gleichgewicht zwischen Führungskraft und Mitarbeiter geschaffen, was den Betriebserfolg vergrößert.

Tipp 8: Das Mitarbeitergespräch für die Zukunft festhalten

Notieren Sie am Ende des Gesprächs unbedingt kurz dessen Inhalt und was eigentlich mit dem Mitarbeiter nun vereinbart wurde. Es macht schließlich keinen Sinn, dass das nächste Gespräch wieder genau am Nullpunkt beginnt.

 

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