Statistik

Arbeitsmarkt im August: Erste Anzeichen von Stabilisierung

Porträt von Andrea Nahles, Vorstandschefin der Bundesagentur für Arbeit
Andrea Nahles, Vorstandschefin der Bundesagentur für Arbeit, blickt vorsichtig optimistisch auf die aktuellen Arbeitslosenzahlen. (Foto: © picture alliance / Rene Traut Fotografie | Rene Traut)
Im August ist die Zahl der Arbeitslosen bundesweit auf über drei Millionen gestiegen. Der Anstieg ist vor allem saisonbedingt. In vielen Regionen zeigt sich aber auch Bewegung – und erste positive Signale.
Freitag, 29.08.2025, 10:22 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im August 3,025 Millionen Menschen ohne Job – das sind 46.000 mehr als im Juli und 153.000 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,4 Prozent. Saisonbereinigt gab es hingegen einen leichten Rückgang. BA-Chefin Andrea Nahles sprach von „ersten Anzeichen einer Stabilisierung“.

Zahlen aus den Bundesländern

  • Baden-Württemberg: 305.352 Arbeitslose (+4,1 Prozent zum Juli), Quote 4,7 Prozent. Höchste Quote in Mannheim (8,0 Prozent), niedrigste in Biberach (2,9 Prozent).
  • Bayern: 326.947 Arbeitslose (+14.923 zum Vormonat), Quote 4,2 Prozent – höchster Augustwert seit 2010.
  • Berlin: 223.461 Arbeitslose (+4.048), Quote 10,5 Prozent. Saisonbereinigt Rückgang.
  • Brandenburg: 88.145 Arbeitslose (+1.993), Quote 6,5 Prozent.
  • Bremen: 44.430 Arbeitslose (+37), Quote 11,8 Prozent.
  • Hamburg: 96.356 Arbeitslose (+1.338), Quote 8,5 Prozent – höchster Stand seit 20 Jahren.
  • Hessen: 212.923 Arbeitslose (+3.900), Quote 6,0 Prozent. Viele junge Menschen nach Schul- und Ausbildungsende arbeitslos gemeldet.
  • Mecklenburg-Vorpommern: 35.700 Arbeitslose (+1.300), Quote 8,0 Prozent. Schwerin mit Spitzenwert von 11,0 Prozent.
  • Niedersachsen: 280.240 Arbeitslose (+429), Quote 6,2 Prozent. Besonders starker Anstieg bei Jugendlichen unter 20 Jahren.
  • Nordrhein-Westfalen: 804.000 Arbeitslose (+4.600), Quote stabil bei 8,0 Prozent.
  • Rheinland-Pfalz: 129.600 Arbeitslose (+1.400), Quote stabil bei 5,6 Prozent.
  • Saarland: 40.200 Arbeitslose (+55), Quote 7,6 Prozent. Gleichzeitig 1.400 unbesetzte Ausbildungsplätze.
  • Sachsen: 151.200 Arbeitslose (–900), Quote 7,0 Prozent. Leichter Rückgang zum Vormonat.
  • Sachsen-Anhalt: 89.100 Arbeitslose (–800), Quote 8,0 Prozent. Gegenüber Vorjahr deutlich mehr.
  • Schleswig-Holstein: 96.800 Arbeitslose (+2.300), Quote 5,9 Prozent.
  • Thüringen: 70.800 Arbeitslose (–1.200), Quote 6,4 Prozent. Leichter Rückgang nach den Ferien.

Junge Menschen und Ausbildungsmarkt

In vielen Bundesländern sind junge Menschen nach Schul- und Ausbildungsende besonders betroffen. In Hessen, Niedersachsen und Berlin meldeten sich viele Jugendliche zunächst arbeitslos. Gleichzeitig bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt – etwa im Saarland (1.400), in Mecklenburg-Vorpommern (2.200) oder bundesweit mit 129.000.

Stellenmarkt bleibt verhalten

Bundesweit waren im August 631.000 offene Stellen gemeldet, 68.000 weniger als im Vorjahr. Besonders gesucht wird Personal in Handel, Sozial- und Gesundheitswesen, Zeitarbeit sowie im verarbeitenden Gewerbe.

Verhaltener Optimismus für den Herbst

Trotz der aktuellen Belastungen sehen Fachleute Lichtblicke. Laut Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung könnte der Anstieg der Arbeitslosigkeit bald gestoppt sein. Auch viele Betriebe wollen nach den Sommerferien wieder einstellen.

(dpa/SAHO)

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