Reportage

Hinter den Kulissen einer Koch-Olympiade

Olympiade der Köche, Intergastra, Gelatissimo – bald gehen wieder die großen Messen an den Start und damit auch die spannendsten Wettbewerbe rund ums Kochen. Doch welche logistischen Höchstleistungen werden hier tatsächlich gemeistert?

Mittwoch, 06.11.2019, 10:06 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Team bei einem Kochwettbewerb

Es bedarf einer logistischen Meisterleistung, 22 Großküchen mit 200 Paletten Küchengeräten aufzufahren. (© IKA/Culinary Olympics)

Die Veranstaltungen IKA/Olympiade der Köche, INTERGASTRA und GELATISSIMO auf dem Stuttgarter Messegelände werden wieder zahllose Besucher anlocken und jede Menge spannender Wettbewerbe präsentieren. Doch was die wenigsten Gäste und Genießer ahnen: Jedes einzelne Event muss exakt geplant werden, damit der Aufbau in der eng getakteten Zeit auf den vorgesehenen Logistikflächen stattfinden kann. „Ein Rad muss hier ins andere greifen, darüber hinaus müssen wir während der Koch-Olympiade rund 2.000 Köchinnen und Köche, deren Equipment und Küchenausstattungen koordinieren“, lässt etwa Projektleiter Markus Tischberger verlauten. Auch sämtliche Lebensmittel müssen an den vier Wettbewerbstagen rechtzeitig an die richtigen Orte geliefert werden.

„Die stetigen Anlieferungen stellen die größten Herausforderungen dar.“

Bernd Weiss, Abteilungsleiter Verkehr und Sicherheit bei der Messe Stuttgart, ist mit seinem Team seit Anfang des Jahres mit der Vorbereitung der „Operation Olympiade“ beschäftigt. „Die stetigen Anlieferungen auf das Gelände und deren Verteilung stellen die größten Herausforderungen für uns dar.“ Insbesondere während der laufenden Wettbewerbe, da die Logistikflächen begrenzt seien. „Zweimal pro Wettbewerbstag treten neue Mannschaften gegeneinander an, jedes Team bringt Equipment und eigene Kochzutaten mit, die ausgeladen und gelagert werden müssen – und das alles neben dem normalen Messebetrieb.“ Exakte Planung und genaue Vorgaben an die Mannschaften seien unabdingbar. „Aber das werden wir meistern“, sagt Weiss überzeugt.

22 Profi-Küchen und 22 Paletten Küchengeräte

Auch der Auf- und Abbau der Wettbewerbsküchen muss akkurat geplant werden. Vorgesehen sind 22 vollausgestatte Profi-Küchen. „Unser großes Thema wird die Anlieferung der Küchen, der Küchentechnik und -geräte sein – die Zeitfenster müssen alle abgestimmt sein und es dürfen keine fünf Transporter gleichzeitig ankommen“, erklärt Jürgen Gärtner, Director Business Development und Consulting bei der Edgar Fuchs GmbH. Das Unternehmen hat sich auf die Planung, Konzeption und Realisierung von Gastronomieobjekten spezialisiert und ist bei der IKA/Olympiade der Köche verantwortlich für Küchenplanung und -aufbau. Dazu gehören Gärtner zufolge zusätzlich ca. 200 Europaletten mit thermischen Geräten, Arbeitstischen und Transportwagen, Kühlgeräte sowie mobile Kochstationen. Für den Küchenaufbau hat sein 14-köpfiges Team bis zum Startschuss gerademal vier Tage Zeit. „Das ist absolut sportlich, einen Zeitpuffer haben wir nicht“, sagt Projektassistentin Marie Berner, „aber schließlich handelt es sich um eine Olympiade!“

Ein Restaurant mit 850 À-la-carte-Sitzplätzen

Luis Núñez, District Manager bei Aramark, organisiert und schult indes das Service-Personal für die IKA/Olympiade der Köche. Unterstützung im Service erhält sein Team während der Veranstaltung dabei von Azubis der Landesberufsschulen. Bis zum Stichtag muss seine Truppe für 850 À-la-Carte-Sitzplätze einsatzbereit sein und das komplette Equipment, vom Teller bis zum Spülwagen, feststehen. „Seit dem vergangenen Jahr planen wir die personelle Serviceunterstützung und takten den Ablauf penibel durch, damit während der Wettbewerbe jeder Handgriff bis ins Detail durchdacht und in einem Workflow erfasst ist“, erklärt der Aramark-Manager.

Von der Pressearbeit bis zur Übernachtungsmöglichkeit der Teams

Der Ausrichter des Wettbewerbs, der Verband der Köche Deutschlands (VKD), erhält bei Planung und Organisation tatkräftige Unterstützung vom DEHOGA, der unter anderem die Übernachtungen der Teams mitorganisiert. Darüber hinaus ist der VKD zuständig für die Anmeldung der Mannschaften und der Einzelaussteller, den Aufbau und die Ausstattung von Küchen und Restaurants sowie die Suche der Vorbereitungsküchen und die Pressearbeit. Der DEHOGA hingegen wird als Beitrag den Jugendnationalmannschaften die Lehrküchen der Landesberufsschulen zur Verfügung stellen. Die Messe Stuttgart wiederum verantwortet neben der Logistik auch die Messekommunikation und den Ticketshop.

 

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