Umfrage

KI-Nutzung durch Berufseinsteiger mit hohen Zuwachsraten

Grafik, ein Arbeitnehmer springt von einer natürlichen Hand auf eine Roboter-Hand
Fast alle befragten KI-Nutzer berichten, dass sie ihre Arbeitsleistung verbessert und ihre Arbeitszufriedenheit erhöht. (Foto: © Nuthawut/stock.adobe.com)
Eine globale Umfrage zeigt, wie schnell Einsteiger KI-Tools annehmen. Außerdem verdeutlicht sie einige Unterschiede zwischen denjenigen, die Künstliche Intelligenz sicher nutzen, und denen, die noch nicht so weit sind.
Donnerstag, 02.10.2025, 08:18 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Der Bericht „AI at Work: A Global Entry-Level Perspective" stützt sich auf die Antworten von mehr als 5.500 Absolventen, die in den Jahren 2023 und 2024 ihren Abschluss gemacht haben.

Sie konzentriert sich auf die KI-Erfahrungen von Berufsanfängern, die meisten ohne Hochschulabschluss, in einer Reihe von Branchen und 17 verschiedenen Volkswirtschaften. Daraus ergibt sich eine neue Perspektive, da sich die meisten Umfragen bisher auf Fachkräfte im Dienstleistungsbereich in Ländern mit hohem Einkommen konzentriert haben.

KI ist für viele bereits Teil des täglichen Lebens

Die Analyse zeigt, dass der Einsatz von KI unter Berufsanfängern weit verbreitet ist: 65 % geben an, dass sie KI bei der Arbeit nutzen. Die Hälfte setzt KI auf eigene Initiative ein, die anderen nutzen von ihren Arbeitgebern bereitgestellte Tools oder eine Kombination aus beidem.

Von den KI-Nutzern arbeiten 79 % mindestens einmal pro Woche mit KI-Tools, im Technologiesektor sind es sogar 89 %. Mehr als ein Drittel (37 %) nutzt KI täglich.

Männer nutzen KI intensiver als Frauen

Die KI-Nutzung durch Frauen liegt hinter der durch Männer zurück: 53 % der Frauen in allen Branchen geben an, dass sie KI bei der Arbeit einsetzen – bei Männern beträgt der Anteil 76 %. Diese Diskrepanz verringert sich in der Betrachtung des Technologiesektors: 80 % der Frauen geben an, dass sie KI einsetzen, verglichen mit 86 % der Männer.

Die Unterschiede zwischen den Sektoren sind groß. In den Bereichen Technik sowie Kundenservice und Vertrieb ist die Akzeptanz bei den Geschlechtern hoch: 87 % bzw. 80 %. Allerdings ist die Akzeptanz in der grünen Wirtschaft und im Handwerk nach wie vor gering: Nur 12 % bzw. 10 % der Berufseinsteiger in diesen Branchen nutzen KI.

KI wird von Arbeitnehmern auf vielfältige Weise genutzt

Einsteiger nutzen KI für ein breites Spektrum von Aufgaben. Im Technologiesektor beispielsweise nutzen 67 % der Befragten KI für mehrere Funktionen – einschließlich Lernen (61 %), Erstellung von Inhalten (49 %) und Verwaltungsaufgaben (44 %). In den Bereichen Kundenservice und Vertrieb stehen das Erstellen von Inhalten (43 %) und das Lernen (35 %) an erster Stelle.

Obwohl die Nutzung in grünen Berufen und im Handwerk geringer ist, nutzen die ersten Anwender in diesen Bereichen KI vor allem zum Erlernen neuer Fähigkeiten und zur Erstellung von Inhalten.

Trotz der uneinheitlichen Akzeptanz sehen die meisten Nutzer eindeutige Vorteile: 94 % geben an, dass KI ihre Arbeit verbessert hat. Davon erklären 63 % sogar, dass sie sehr hilfreich war. Noch beeindruckender ist aber diese Erkenntnis: 91 % sagen, dass ihre Arbeit durch KI angenehmer geworden ist, und 59 % berichten von einer deutlich gestiegenen Arbeitszufriedenheit.

Der wahrgenommene Wert von KI variiert jedoch von Land zu Land. In Ländern mit mittlerem bis hohem Einkommen geben 70 % der Berufseinsteiger an, dass KI ihre Arbeitsleistung erheblich verbessert hat – im Vergleich zu 64 % in Ländern mit einem niedrigen bis mittlerem Einkommen und 49 % in Ländern mit hohem Einkommen. Ähnliche Tendenzen werden auch beim Nutzungserlebnis sichtbar: Arbeitnehmer in Schwellenländern geben eher an, dass KI ihre Arbeit erfüllender gemacht hat.

Klarheit in Bezug auf Anwendungsfälle würde die Einführung von KI fördern

Obwohl die Akzeptanz insgesamt hoch ist, nutzen 35 % der befragten Berufseinsteiger KI noch nicht bei der Arbeit. Von dieser Gruppe geben 72 % an, dass sie interessiert sind, jedoch auf Hindernisse stoßen, wie etwa mangelnde Schulung (30 %), Unsicherheit darüber, wie sich KI auf ihre Rolle auswirkt (30 %), und zu wenig Zeit zum Lernen (12 %). Nur ein kleiner Teil führt Vertrauensprobleme oder einen fehlenden klaren Nutzen an.

KI verändert die Arbeitswelt. Wir sehen, dass Berufseinsteiger die Nase vorn haben und Tools nutzen, um schneller zu lernen, intelligenter zu arbeiten und mehr Spaß an ihrer Arbeit zu haben. Wir müssen sicherstellen, dass jeder Arbeitnehmer, in jedem Sektor, den Zugang und die Unterstützung erhält, um die Möglichkeiten der KI für seine Aufgaben zu nutzen.

Dr. Mona Mourshed, Gründering und Global CEO

KI-Nutzung in der Hotellerie und Gastronomie

Gerade in der Gastronomie und Hotellerie eröffnet die hohe KI-Akzeptanz unter Berufseinsteigern große Chancen. Viele junge Mitarbeiter bringen bereits Erfahrung mit KI-Tools mit, die für diese Branchen besonders wertvoll sein können – sei es bei der Erstellung von Menü- und Marketingtexten, beim Übersetzen für internationale Gäste oder beim Automatisieren von Verwaltungs- und Reservierungsaufgaben.

Dadurch können Hotels und Restaurants ihre Servicequalität verbessern, effizienter arbeiten und die Gästezufriedenheit steigern. Gleichzeitig bedeutet dies für Betriebe, dass sie Strukturen schaffen sollten, um den Nachwuchs gezielt beim KI-Einsatz zu unterstützen und das Potenzial dieser Technologien in der täglichen Praxis voll auszuschöpfen.

(Presseportal/Generation/SAHO)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Hotelmitarbeiter mit einem Tablet
Umfrage
Umfrage

Wie weit ist die KI-Integration in der europäischen Hotellerie?

Eine Umfrage hat den aktuellen Stand und das Potenzial der Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Hotellerie aufgezeigt. Die Ergebnisse zeigen eine ungleiche Integration von KI: Während Kettenhotels und Hotels der gehobenen Klasse schon fortgeschritten sind, zögern kleinere Betriebe noch. Was sind die Gründe?
Zwei Hotelmitarbeiter schauen auf einen Computer an der Rezeption
Transparenz- und Kompetenzpflichten
Transparenz- und Kompetenzpflichten

IHA aktualisiert Leitfaden zum EU AI Act

Seit dem 2. August 2026 gelten neue Transparenzvorgaben beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Ein aktualisierter Leitfaden des Hotelverbands Deutschland (IHA) erläutert, welche Anforderungen sich daraus für Hotels ergeben.
Eine Roboterhand und eine menschliche Hand bedienen eine digitale Recruiting-Oberfläche mit Symbolen für Bewerberauswahl, Lebensläufe und Einstellungen.
Personalauswahl
Personalauswahl

KI im Recruiting: Warum perfekte Bewerbungen nicht reichen

Glatt formulierte Unterlagen zeigen immer seltener, wer im Hotel- oder Restaurantalltag wirklich überzeugt. Betriebe brauchen deshalb Verfahren, die Praxiskönnen, Motivation und Gastorientierung sichtbar machen.
ChatGPT-Suche
KI-Anwendung
KI-Anwendung

Radisson startet Hotelsuche und -buchung in ChatGPT

Die Radisson Hotel Group erweitert ihren digitalen Vertrieb um einen neuen Zugangskanal. Gemeinsam mit Accenture hat sie eine KI-Anwendung entwickelt, über die Nutzer in ChatGPT Hotels suchen sowie Preise, Verfügbarkeiten und Ausstattung vergleichen können.
Frau am Tablet
Weiterbildung
Weiterbildung

Für mehr KI-Kompetenz: Hamburg Media School startet Female AI Barcamp

Künstliche Intelligenz kommt in Hotellerie und Gastronomie zunehmend zum Einsatz. Gleichzeitig sind Frauen in KI-bezogenen Berufen und Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Ein neues Weiterbildungsformat soll daher weibliche Fach- und Führungskräfte im Umgang mit der Technologie stärken. 
Küchenteam der Platzl Hotels
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit

Platzl Hotels setzen auf KI gegen Lebensmittelabfälle

Die Münchner Hotelgruppe nutzt in ihren Küchen künftig ein digitales System zur Analyse von Speiseresten. Ziel ist es, Abfälle messbar zu reduzieren und Prozesse gezielt zu optimieren.
Porträt von Florian Panholzer, Stellvertretender Direktor des Hotel Zugspitze
Digitalisierung
Digitalisierung

Hotel Zugspitze integriert KI in den Betrieb

Das Haus in Garmisch-Partenkirchen nutzt Künstliche Intelligenz, um interne Abläufe zu beschleunigen und Mitarbeiter zu entlasten. Dadurch soll mehr Zeit für persönlichen Service und Gastfreundschaft entstehen.
DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge, DZG-Aufsichtsratsmitglied Alexandra Wolframm, Tourismuskoordinator Dr. Christoph Ploß MdB, und DZG-Aufsichtsratschefin Homeira Amiri
Austausch
Austausch

DZG wirbt in Berlin für Anliegen der Gastwelt

Arbeitszeitflexibilisierung, KI-Offensive und neue Tourismusstrategie: Vertreter der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) waren zu Gast im Bundeswirtschaftsministerium und Deutschen Bundestag. Dort sprachen sie mit Spitzenpolitikern über wichtige Anliegen der Branche.
Tobias Warnecke und Markus Luthe
Deutschlandtour
Deutschlandtour

Hotelverband Deutschland startet bundesweite Roadshow zu KI-Anwendungen in der Hotellerie

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in den Hotelbetrieb. Mit einer bundesweiten Roadshow will der Hotelverband Deutschland (IHA) Hoteliers praxisnahe Einblicke in konkrete Einsatzmöglichkeiten geben.