Unwürdige Arbeitsbedingungen

Luxushotel: Prinzessinnen haben ihr Personal wie Sklaven behandelt

Mann in Lumpen robbt mit Fußkugel an Kette durch die Wüste
Gegen acht arabische Prinzessinnen hat die Brüsseler Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, weil sie ihre Angestellten während eines Luxushotelaufenthalts gedemütigt haben sollen. (© gradt / fotolia)
Reiche Araber und Araberinnen nehmen die luxuriösen Annehmlichkeiten des europäischen Gastgewerbes gerne in Anspruch. In einer belgischen Nobelherberge haben acht Prinzessinnen jedoch nicht nur das Hotelpersonal für sich arbeiten lassen. Ihre Dienerschaft soll während des Besuches regelrecht versklavt worden sein. 
Donnerstag, 11.05.2017, 14:21 Uhr, Autor: Felix Lauther

Im belgischen Prozess gegen acht arabische Prinzessinnen haben Anwälte der Nebenkläger unmenschliche Arbeitsbedingungen für die Dienerschaft der Angeklagten geschildert.

Die mehr als 20 Beschäftigten hätten Tag und Nacht sämtliche Wünsche der Prinzessinnen erfüllen müssen. Die Köche, Dienst- und Kindermädchen hätten die von den Angeklagten gemietete Etage eines Brüsseler Luxushotels nie verlassen dürfen, ihre Pässe abgeben müssen und während des mehrmonatigen Aufenthalts selbst die versprochenen 172 Euro nie bekommen, sagte der Anwalt Philippe Mortiaux am Donnerstag vor den Richtern in Brüssel.

Die acht Angeklagten waren nicht zu dem Prozess gekommen, der nach langem juristischen Hin und Her die Ereignisse aus dem Jahr 2008 aufarbeiten soll. Die Witwe eines Scheichs und ihre sieben Töchter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ließen sich von Anwälten vertreten, was nach belgischem Recht möglich ist. Sie hätten ihre Dienstboten nicht nur wie Sklaven gehalten, sondern zudem „als Kühe, Hündinnen und Huren beschimpft“, schilderten die Nebenklagevertreter. Ein wahrhaft unehrenhaftes Verhalten des arabischen Adels. (dpa / FL)

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