Einkommen

Minijob-Grenze steigt 2026 auf 603 Euro

Zwei Küchenhilfen
Mehr Spielraum für Minijobber: Küchenhilfen profitieren 2026 von der höheren Verdienstgrenze. (Foto: © AnnaStills/stock.adobe.com)
Millionen Minijobber können im kommenden Jahr mehr verdienen. Gekoppelt ist die Verdienstgrenze an einen anderen Wert, um den lange gerungen wurde.
Freitag, 21.11.2025, 11:50 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Die Verdienstgrenze für Millionen Minijobber steigt zum 1. Januar 2026 auf 603 Euro und zum 1. Januar 2027 auf 633 Euro. Das geht aus einer Bekanntmachung im Bundesanzeiger hervor. Heute liegt die sogenannte Geringfügigkeitsgrenze bei 556 Euro. Die Grenze wird aufgrund ihrer Koppelung an den gesetzlichen Mindestlohn erhöht: Jede Mindestlohnerhöhung führt automatisch zur Anpassung der Minijobgrenze. 

Der Mindestlohn steigt Anfang kommenden Jahres von 12,82 auf 13,90 Euro und 2027 auf 14,60 Euro. Der Mindestlohn gilt auch bei Minijobs. Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten in der Mindestlohnkommission lange um die nächsten Erhöhungsschritte gerungen.

Warum Minijobs?

Minijobs ermöglichen einen flexiblen Verdienst, ohne dass sämtliche Steuern und Sozialbeiträge wie bei regulären Jobs anfallen. Sie sind besonders bei Studenten, Rentnern und Berufstätigen beliebt, die flexibel dazuverdienen möchten.

Für die Beurteilung, ob ein Minijob vorliegt, ist das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt ausschlaggebend. Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt darf im Durchschnitt einer Jahresbetrachtung nächstes Jahr 603 Euro nicht übersteigen. Die Jahresentgeltgrenze liegt bei maximal 7.236 Euro.

Was bedeutet die neue Minijob-Grenze für Gastronomie & Hotellerie?

Für Betriebe in Gastronomie und Hotellerie schafft die höhere Minijob-Grenze vor allem finanziellen Spielraum – allerdings ohne dass sich die maximal zulässige monatliche Stundenzahl ändert. Diese bleibt weiterhin bei rund 43,37 Arbeitsstunden pro Monat, da sie sich am Mindestlohn orientiert.

Wichtig für Arbeitgeber: Es geht also nicht darum, Minijobber künftig länger einzusetzen, sondern dass sie für dieselbe Stundenanzahl mehr verdienen dürfen. Für viele Beschäftigte – etwa Studierende, Rentner oder Nebenjobber aus dem Hauptberuf – macht das den Minijob attraktiver, während Betriebe zugleich mehr Flexibilität haben, was unregelmäßige Arbeitsanfragen und Spitzenzeiten angeht.

(dpa/SAHO)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Servicekraft im Gastgewerbe mit Klemmbrett bei der Einsatz- und Schichtplanung in einem Hotel oder Restaurant.
Arbeitsmarktpolitik
Arbeitsmarktpolitik

Teilzeit im Gastgewerbe: CDU-Vorstoß entfacht Debatte

Arbeitszeitmodelle stehen bundesweit auf dem Prüfstand. Was die Entwicklung für Recruiting, Einsatzplanung und rechtliche Rahmenbedingungen in Hotellerie und Gastronomie bedeutet.
Kellnerin mit Tablett
Tarifeinigung
Tarifeinigung

Mehr Lohn für Beschäftigte in Hotels und Gastronomie in Niedersachsen

Lohnplus für Kellner, Köche & Co.: Ab Mai gibt es in Niedersachsen mehr Geld für Mitarbeiter in Hotels und Gaststätten. Die Einigung wurde vergleichsweise schnell erreicht.
Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitsmarkt
Arbeitsmarkt

Immer mehr Ausländer sichern Beschäftigung in Deutschland

Während viele Babyboomer in den Ruhestand gehen, sinkt die Zahl deutscher Beschäftigter. Auch für das Gastgewerbe wird Zuwanderung damit zu einem wichtigen Faktor im Arbeitsmarkt.
Fernsehkoch und Gastronom Alexander Herrmann
Kommunalpolitik
Kommunalpolitik

TV-Koch Alexander Herrmann zieht in Kulmbacher Kreisrat ein

Der Fernsehkoch aus Franken wagt den Schritt in die Kommunalpolitik. Er kandidierte auf dem letzten Listenplatz der CSU und schaffte den Einzug.
Zwei Mitarbeiterinnen in einer professionellen Restaurantküche tragen Schürzen und geben sich lachend ein High Five, während sie gemeinsam Speisen vorbereiten.
Branchenblick
Branchenblick

Arbeitsmarkt-Trends 2026: Das kommt jetzt auf Gastronomen und Hoteliers zu

KI verändert den Recruiting-Alltag, der Mindestlohn steigt deutlich und sichere Stellen sind gefragter denn je. Welche Trends 2026 für Gastgeber und ihre Teams entscheidend werden.
Junger Kellner im Restaurant präsentiert Salat und Wein auf einem Tablett – Symbolbild für junge Beschäftigte im Gastgewerbe und die Generation Z.
Arbeitsmarkt
Arbeitsmarkt

Gen Z im Gastgewerbe: Neue Studien zeigen klare Erwartungen

Sinn, Sicherheit und Selbstverwirklichung: Aktuelle Studien zeichnen ein differenziertes Bild der Generation Z. Für Arbeitgeber im Gastgewerbe ergeben sich daraus konkrete Handlungsfelder – besonders im Recruiting.
Franziska Giffey
Entbürokratisierung
Entbürokratisierung

Berlin plant neues Gaststättengesetz noch vor der Sommerpause

Das Gründen von Gaststätten in Berlin soll erleichtert werden. Dafür ist ein neues Landesgaststättengesetz geplant. Dieses soll nun schnell auf den Weg gebracht werden.
Lächelnde Recruiterin im Büro schüttelt einem Bewerber die Hand und hält Bewerbungsunterlagen in der Hand.
Recruiting
Recruiting

Time-to-Hire im Gastgewerbe: So sichern Arbeitgeber Talente schneller

Wer im Hotel oder Restaurant zu lange zögert, verliert Wunschkandidaten an schnellere Wettbewerber. Mit einer klaren Prozesslogik und wenigen Stellschrauben lässt sich die Einstellungsdauer spürbar verkürzen – ohne Qualitätsverlust.
Olaf Philip Beck, Anja Lottmann und Rolf Westermann
Initiative
Initiative

Gastwelt bekommt „neue Gesichter“: DZG startet Botschafter-Format

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) geht gleich zu Jahresbeginn neue Wege: Erstmals initiiert sie ein Botschafter-Format für die Gastwelt-Industrie. Ziel ist es, der Branche mehr Sichtbarkeit und eine stärkere Stimme in Politik und Öffentlichkeit zu geben.