Fachkräftemangel

Neue Wege im Personalwesen

Corona hat den Fachkräftemangel in Hotellerie und Gastronomie verstärkt. Umso wichtiger ist es nun, mit neuen Ansätzen Mitarbeiter für die Branche zu begeistern. Mrp Hotels hat dafür einige Tipps parat.

Freitag, 22.10.2021, 08:32 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Managerin weist das personal in die zu erledigenden Aufgaben ein

Um für Fachkräfte und Aushilfen attraktiv zu bleiben, muss das Gastgewerbe in puncto Arbeitszeiten und Persönlichkeitsentwicklung neue Wege einschlagen. (Foto: © davit85 – stock.adobe.com)

Hotellerie und Gastronomie werfen nach der langen Durststrecke des letzten Winters – nicht zuletzt durch den in den Ferienregionen durchaus erfolgreichen Sommer – einen positiven Blick auf die Wintersaison 2021/2022. Allerdings: An allen Ecken, Enden und Ebenen fehlt Personal: Alleine in Deutschland haben 325.000 Fachkräfte der Industrie den „Rücken zugekehrt“. Auch in Österreich fehlen nach Hochrechnungen etwa 50.000 bis 55.000 Fachkräfte in der Branche.

Diese Zahlen machen klar, dass es eines Umdenkens und neuer Ansätze in Bezug auf Mitarbeiter benötigt. Mrp hotels hat einige Tipps für Hoteliers und Gastronomen:

Neue Arbeitszeitmodelle

Vor allem die Hotel- und Tourismusbranche ist für ihre fordernden Arbeitszeiten und die Ungewissheit bezüglich der Planung des Privatlebens bekannt. Aus diesem Grund ist es für die Branche umso wichtiger, gemeinsam mit den Mitarbeitern proaktiv neue und individuelle Möglichkeiten zu suchen anstatt auf „one fits all“-Bedingungen zu setzen. So zum Beispiel ermöglicht eine flexible Arbeitszeitgestaltung Privat- und Berufsleben so zu organisieren, dass die Arbeitskraft des Mitarbeiters für den Betrieb erhalten bleibt. Immer wieder im Gespräch ist in diesem Zusammenhang auch die Vier-Tage-Woche, welche nachweislich die Produktivität fördert und erfolgreich in Ländern wie Schweden durchgesetzt wurde.

Neben Modellen mit einem geringeren Wochenarbeitsvolumen gibt es auch die Möglichkeit, zusätzliche Urlaubstage zu genehmigen, um so den notwendigen Ausgleich sicherzustellen. Auch betriebliche Gesundheitspräventionsmaßnahmen wie ein Sport- bzw. Bewegungsprogramm oder zusätzliche Vorsorgemaßnahmen tragen zum Wohl der Mitarbeiter zusätzlich bei.

Mehrwert bieten statt Einschränkungen kommunizieren

Daneben spielen vor allem das Talent Development, also die Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiter, ihre Mitgestaltungs- und Einbringungsmöglichkeiten sowie die gebotenen Zukunftsaussichten inklusive der gebotenen Benefits eine große Rolle. Die aktive Einbindung der Mitarbeiter in die betriebliche Gestaltung und die Förderung der sozialen Kompetenzen stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Eine offene Kommunikation in Bezug auf Zukunftsaussichten in Zusammenhang mit individuell gestalteten Zielsetzungen fördert die Motivation und bietet Anreize in Bezug auf berufliche Chancen.

Darüber hinaus haben Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, den Arbeitnehmer unabhängig von einer Gehaltserhöhung zu belohnen. Klassische Beispiele hierfür sind die freie Nutzung der Hoteleinrichtungen (z.B. SPA Bereich, Gym, etc.) oder das Geschäftshandy. Zudem gibt es unter anderem auch die Möglichkeit, dem Arbeitnehmer beispielsweise den Sachbezug bis zur Obergrenze steuerfrei über eine Prepaid Kreditkarte zukommen zu lassen.

Recruiting-Kanäle – Masse statt Klasse?

Stelleninserate alleine in Printmedien zu veröffentlichen ist längst nicht mehr zeitgemäß. Wenn es um das Werben von neuen Mitarbeitern geht, müssen die Betriebe in die Breite gehen und unterschiedlichste Medien für ihre Zwecke nutzen. Beliebt sind in diesem Zusammenhang Social-Media-Plattformen. Der Vorteil liegt hier in der Kommunikation von Werten und Emotionen, die für die Nutzer Identifikation mit dem Unternehmen schafft und somit nicht nur aktiv Arbeitssuchende, sondern auch passiv Arbeitssuchende anspricht.

Das Employer Branding, also den eigenen Mitarbeiter zum Markenbotschafter werden lassen und so potenzielle Mitarbeiter und Talente im Netzwerk des Mitarbeiters zu finden, ist zwischen 2008 und 2018 immer bedeutender geworden (+38 Prozent anteilig aller Recruiting Kanäle).

(mrp hotels/NZ)

 

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