Arbeitsmarkt

Warum Zusatzleistungen für Betriebe immer wichtiger werden

Zwei Mitarbeiter aus der Gastronomie stehen lachend im Eingangsbereich eines Betriebs und tragen Arbeitsschürzen
Zusatzleistungen gewinnen auch in Gastronomie und Hotellerie an Bedeutung und werden zunehmend als Instrument der Mitarbeiterbindung genutzt. (Foto: © Hira/peopleimages.com/stock.adobe.com)
Steuerfreie Extras wie Sachbezüge gewinnen für das Gastgewerbe an Bedeutung. Neue Zahlen zeigen, wie stark sich Benefits als Instrument der Mitarbeiterbindung etablieren.
Freitag, 09.01.2026, 07:07 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte hat sich in vielen Branchen deutlich verschärft, auch im Gastgewerbe. Neben Gehalt und Arbeitszeiten rücken Zusatzleistungen zunehmend in den Fokus. Mitarbeiterbenefits gelten inzwischen als fester Bestandteil moderner Personalstrategien. Eine aktuelle Pressemeldung des E-Geld-Instituts PayCenter GmbH unterstreicht diesen Trend: Mehr als 5.000 Unternehmen in Deutschland setzen mittlerweile auf Sachbezugskarten als steuerlich begünstigtes Gehaltsextra.

Mitarbeiterbenefits gewinnen strategische Bedeutung

Lange Zeit galten Zusatzleistungen als freiwillige Ergänzung zum Lohn. Heute werden sie zunehmend als Instrument zur Mitarbeitergewinnung und -bindung eingesetzt. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft achten Bewerber verstärkt auf Zusatzangebote wie Zuschüsse, Gutscheine oder Sachleistungen, insbesondere in Branchen mit Fachkräftemangel. Benefits können dabei helfen, sich als Arbeitgeber positiv zu positionieren, ohne die Fixkosten dauerhaft zu erhöhen.

Sachbezüge als steuerlich begünstigte Lösung

Sachbezüge nehmen innerhalb der Mitarbeiterbenefits eine besondere Rolle ein. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern monatlich bis zu 50 Euro steuer- und sozialabgabenfrei zur Verfügung stellen. Diese Regelung ist im Einkommensteuergesetz verankert und macht Sachleistungen zu einem vergleichsweise effizienten Instrument der Entlohnung. Für Unternehmen bedeutet das: Zusatzleistungen lassen sich anbieten, ohne das Bruttogehalt oder die Lohnnebenkosten zu steigern.

Flexibilität im Alltag als Erfolgsfaktor

Ein entscheidender Vorteil moderner Sachbezugslösungen liegt in ihrer Alltagstauglichkeit. Kartenbasierte Modelle ermöglichen Mitarbeitern eine flexible Nutzung – etwa im Einzelhandel, beim Tanken oder in gastronomischen Betrieben. Laut PayCenter zeigt die wachsende Nutzung der eigenen Sachbezugskarte, dass einfache und breit einsetzbare Lösungen bei Arbeitgebern auf hohe Nachfrage stoßen. Speziell regionale Modelle können zudem dazu beitragen, die lokale Wirtschaft zu stärken.

Reaktion auf veränderte Erwartungen

Der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel. Mitarbeiter erwarten zunehmend Leistungen, die unmittelbar spürbar sind und ihre Lebensrealität unterstützen. Studien der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass Wertschätzung und Zusatzleistungen einen messbaren Einfluss auf Zufriedenheit und Bindung haben. Sachbezugskarten und vergleichbare Benefits werden daher immer häufiger als Baustein einer langfristigen Personalstrategie betrachtet – auch jenseits großer Konzerne.

Ausblick

Die steigende Verbreitung von Mitarbeiterbenefits deutet darauf hin, dass Zusatzleistungen künftig weiter an Bedeutung gewinnen werden. Gerade in personalintensiven Branchen wie Gastronomie und Hotellerie können steuerlich begünstigte Sachbezüge ein pragmatisches Mittel sein, um im Wettbewerb um Arbeitskräfte bestehen zu können. Die Entwicklung zeigt: Benefits sind längst kein Randthema mehr, sondern ein relevanter Faktor moderner Arbeitsverhältnisse.

(Boeckler/Bundesfinanzministerium/dpa/Institut der deutschen Wirtschaft/SAHO)

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