Getränke-Trends der Generation Z

Mocktails im Trend: Junge Menschen trinken häufiger alkoholfrei

Junge Menschen trinken Säfte
Mocktails und Fruchtsaft werden bei jungen Menschen beliebter. Neue Zahlen zeigen, wie sich die Getränkegewohnheiten der Generation Z verändern. (Foto: © Hispanolistic via Getty Images)
Fruchtsaft und alkoholfreie Cocktails gewinnen bei jungen Menschen an Bedeutung. Eine aktuelle Befragung zeigt, dass Mocktails inzwischen von jedem vierten Befragten regelmäßig getrunken werden. Für Gastronomen eröffnet der Trend Chancen, alkoholfreie Getränkeangebote attraktiver zu gestalten.
Dienstag, 20.10.2026, 09:11 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Die Getränkegewohnheiten der Generation Z verändern sich: Fruchtsaft und alkoholfreie Cocktails werden häufiger konsumiert, während regelmäßiger Alkoholkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zurückgeht. Das zeigen zwei aktuelle Untersuchungen: eine YouGov-Befragung im Auftrag des Verbands der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) und die Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).

Für Gastronomiebetriebe unterstreichen die Ergebnisse die wachsende Bedeutung alkoholfreier Getränke. Insbesondere Mocktails können dazu beitragen, das Angebot an der Bar vielfältiger zu gestalten und neue Zielgruppen anzusprechen.

Mocktails werden bei jungen Menschen beliebter

78,3 Prozent der befragten 16- bis 26-Jährigen haben bereits einen alkoholfreien Cocktail probiert. Jeder Vierte trinkt Mocktails regelmäßig. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei elf Prozent.

Auch Fruchtsaft spielt bei den Getränkewünschen der jungen Generation eine größere Rolle. 46,2 Prozent der Befragten nennen ihn als wesentlichen Bestandteil eines Mocktails. Zudem geben 35,1 Prozent an, dass Fruchtsaft in ihrem Leben eine große Rolle spielt. Im Vorjahr waren es 21,7 Prozent.

Für Gastgeber bietet diese Entwicklung Ansatzpunkte, die eigene Getränkekarte weiterzuentwickeln. Neben klassischen Cocktails können kreative alkoholfreie Mischungen mit Fruchtsaft, Kräutern, Gewürzen oder hausgemachten Zutaten für zusätzliche Auswahl sorgen.

Fruchtsaft wird häufiger getrunken

Auch unabhängig von Mocktails steigt der regelmäßige Fruchtsaftkonsum unter jungen Menschen. Laut der YouGov-Befragung vom Juli 2026 trinken 42 Prozent der Befragten täglich oder mehrmals pro Woche Fruchtsaft. In der Vorjahresbefragung waren es noch 24,6 Prozent.

Besonders deutlich fiel der Anstieg beim täglichen Konsum aus: Der Anteil stieg von 5,8 Prozent im Jahr 2025 auf 17,6 Prozent im Jahr 2026. Weitere 24,5 Prozent trinken mehrmals pro Woche Fruchtsaft, gegenüber 18,8 Prozent im Vorjahr.

Die Ergebnisse liefern damit Hinweise auf ein wachsendes Interesse an fruchthaltigen Getränken. Für die Gastronomie kann es sich lohnen, Fruchtsaft nicht nur als Frühstücksgetränk oder Bestandteil klassischer Cocktails zu betrachten, sondern ihn auch bei der Entwicklung moderner alkoholfreier Drinks einzusetzen.

Alkoholkonsum bei Jugendlichen auf historischem Tiefstand

Parallel dazu geht der regelmäßige Alkoholkonsum junger Menschen zurück. Nach der im September 2026 veröffentlichten Drogenaffinitätsstudie des BIÖG tranken 2025 noch 6,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal pro Woche Alkohol. Bei den 18- bis 25-Jährigen lag der Anteil bei 25 Prozent. Beide Werte erreichten laut Institut einen historischen Tiefstand.

Zudem greifen Jugendliche später erstmals zu Alkohol. Das durchschnittliche Alter beim ersten Glas stieg von 14,1 Jahren im Jahr 2004 auf 15,1 Jahre im Jahr 2025.

Auch der Alkoholkonsum innerhalb der jeweils vergangenen 30 Tage ging langfristig zurück: Bei den 12- bis 17-Jährigen sank der Anteil von 58,4 Prozent im Jahr 2004 auf 32,9 Prozent im Jahr 2025. Bei den 18- bis 25-Jährigen verringerte er sich im selben Zeitraum von 84,4 auf 69,3 Prozent.

Die Ergebnisse der beiden Untersuchungen stammen aus unabhängig voneinander durchgeführten Erhebungen. Gemeinsam weisen sie auf eine Entwicklung hin, bei der alkoholfreie Getränke im Alltag junger Menschen an Bedeutung gewinnen.

Was die Ergebnisse für die Gastronomie bedeuten

Der wachsende Mocktail-Konsum passt zu einem Getränketrend, der für Restaurants, Bars und Hotels neue Möglichkeiten eröffnet. Alkoholfreie Drinks können als eigenständige Angebote auf der Karte stehen und sollten nicht ausschließlich als Ersatz für alkoholische Cocktails verstanden werden.

Entscheidend ist dabei ein attraktives Gesamtangebot: abwechslungsreiche Rezepturen, eine ansprechende Präsentation und hochwertige Zutaten können alkoholfreie Getränke auch für Gäste interessant machen, die nicht grundsätzlich auf Alkohol verzichten.

Zur Datengrundlage:

Die Fruchtsaft- und Mocktail-Ergebnisse beruhen auf zwei Online-Befragungen von YouGov im Auftrag des VdF. Im Juli 2025 wurden 751 Personen zwischen 16 und 25 Jahren befragt, im Juli 2026 waren es 757 Personen zwischen 16 und 26 Jahren. Die Ergebnisse wurden nach Angaben des Verbands gewichtet und seien repräsentativ für die Generation Z. Für die Drogenaffinitätsstudie befragte das BIÖG von April bis Juli 2025 insgesamt 7.001 Menschen im Alter von zwölf bis 25 Jahren telefonisch.

(Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V./KAGI)

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