Brauerei-Gasthof Kundmüller erhält Goldene BierIdee 2026
Die Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH aus Weiher bei Bamberg ist mit der Goldenen BierIdee 2026 ausgezeichnet worden. Die Ehrung fand am Donnerstag, 21. Mai 2026, bei der Brauer-Gala im Löwenbräukeller in München statt.
Verliehen wurde der Preis vom Bayerischen Brauerbund e. V. und dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern e. V. Die Auszeichnung nahmen Brauerbund-Präsident Dr. Stefan Kreisz, Dehoga-Präsidentin Angela Inselkammer sowie Hauptgeschäftsführer Dr. Lothar Ebbertz gemeinsam vor.
Die beiden Geschäftsführer der Brauerei, Braumeister Roland Kundmüller und Biersommelier Oswald Kundmüller, waren persönlich in München anwesend. Einer der ersten Gratulanten war Johannes Maciejonczyk, neuer Landrat des Landkreises Bamberg, der sich stellvertretend für die Region freute.
„Kreativ, vielfältig, lebendig“
Brauerbund-Präsident Dr. Stefan Kreisz würdigte in seiner Ansprache alle drei Preisträger des Abends: „Die diesjährigen Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig, kreativ und lebendig die bayerische Bierkultur heute ist. Sie verbinden Tradition mit neuen Ideen, schaffen Gemeinschaft und tragen die Begeisterung für Bayerisches Bier weit über unsere Landesgrenzen hinaus.“
Neben der Brauerei Kundmüller wurden in diesem Jahr auch die Gemeinde Attenkirchen für das Hallertauer Bierfestival sowie Markus Harms für sein Magazin Bier & Brauhaus ausgezeichnet.
Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg
Die Jury hob insbesondere den Mut zu kreativer Zusammenarbeit, die handwerkliche Qualität und die Rolle der Kundmüllers als Botschafter fränkischer Bierkultur weit über Bayern hinaus hervor.
Hinter dem Programm steht eine Haltung, die Roland Kundmüller so beschreibt: „Beim Brauen passiert etwas Magisches: Da stehen zwei Braumeister aus völlig verschiedenen Traditionen am selben Sudkessel und merken, dass sie dieselbe Sprache sprechen. Das Bier übersetzt alles.“
Sein Bruder Oswald Kundmüller ergänzt: „Collaboration Brews sind für uns keine Marketing-Aktion. Sie sind die natürlichste Sache der Welt: Man trifft sich, man versteht sich, man braut zusammen. Das Bier ist dann das Ergebnis einer Freundschaft – nicht umgekehrt. Dass wir hier in München stehen durften – das war für uns beide ein besonderer Moment.“
Fünf Partnerschaften in vier Ländern
Die Brauerei in Weiher wurde 1874 gegründet und wird heute in siebter Generation geführt. Seit 2014 hat sie fünf internationale Braupartnerschaften aufgebaut.
Den Anfang machte die Zusammenarbeit mit der Cervejaria Bamberg in São Paulo in Brasilien. Daraus entstanden ein gemeinsamer Rauchbock und das Zapfenduster Imperial Stout, das 2024 bei den World Beer Awards als bestes Stout & Porter der Welt ausgezeichnet wurde.
Seit 2016 arbeitet die Brauerei zudem mit Fat Head’s Brewery aus Cleveland im US-Bundesstaat Ohio zusammen. Aus dieser Partnerschaft stammen unter anderem ein Imperial IPA, das Hopferla West Coast IPA und das GrischBEERla Session IPA, das bei den World Beer Awards als bestes deutsches Session IPA ausgezeichnet wurde.
Weitere Kooperationen entstanden 2022 mit der Brauerei Mariental in Szklarska Poreba in Polen sowie 2025 mit Oldskool Brewery aus Eindhoven und Jopenkerk aus Haarlem in den Niederlanden. Mit Mariental wurden ein Smoked Baltic Porter und ein Pils gebraut, die beim KPR 2022 als Craftbier des Jahres ausgezeichnet wurden. Mit Oldskool Brewery entstand ein Rauchweizen, gebraut mit dem Vize-Weltmeister der Biersommeliers Dennis Kort. Mit Jopenkerk wurde ein Schwarzbier mit Spalter Select-Hopfen gebraut.
Fränkische Handschrift bei jedem Sud
Jeder der gemeinsamen Sude trägt laut Meldung eine fränkische Handschrift – etwa durch Rauchmalz aus der Region oder Spalter Hopfen. Das Ergebnis seien keine Kompromisse, sondern eigenständige Biere, die es nur in dieser Kombination geben könne.
Die Collaboration Brews entstehen streng nach dem Bayerischen Reinheitsgebot. Innerhalb dieser Grenzen entfaltet sich nach Angaben der Brauerei kreative Vielfalt: Ein brasilianischer Braumeister entdeckt fränkisches Rauchmalz, ein amerikanischer Craft-Beer-Pionier trifft auf oberfränkisches Brauwasser, ein niederländischer Biersommelier verarbeitet Malz aus Bamberg in einer ehemaligen Kirche in Haarlem.
Roland und Oswald Kundmüller fassen ihre Sicht auf diese Zusammenarbeit so zusammen: „Fränkisches Bier ist keine Tradition, die man in ein Museum stellt. Es ist eine Sprache, die jeder versteht. Und Collaboration Brews sind die Gespräche, die daraus entstehen.“
(Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH/ SAHO)