Geschäftsmodelle

Brauerei zahlt Gesellschafter mit Bier aus

Gerstensaft statt Geldbetrag: Das Brauhaus Germering hat zur Finanzierung seines Umzugs ein ungewöhnliches Geschäftsmodell entwickelt, bei welchem die Anteilseigner den Ertrag in Biergutscheinen erhalten. 

Donnerstag, 11.04.2019, 14:18 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein paar Biergläser mit Euro-Symbolen auf einem Tisch

Die Gesellschafter des Brauhaus Germering erhalten ihre Erträge nicht in Euro, sondern in Form von Biergutscheinen. (© monticellllo/Fotolia)

Anteilseigner, die in Bier ausbezahlt werden? In Germering bald nichts ungewöhnliches mehr, wie die Zeitung Merkur nun berichtete. Der Hintergrund der bierigen Idee: Durch den unerwartet großen Erfolg des Unternehmens sind die bisherigen Brauräume zu klein geworden und die Brauerei beschloss, ein größeres Domizil zu beziehen, nämlich das Gebäude der alten Molkerei an der Dorfstraße. Doch um die benötigten 100.000 Euro für die Umgestaltung der Räumlichkeiten und die Errichtung des neuen Sudhauses aufzubringen, mussten sich die Gesellschafter eine geeignete Finanzierungsmöglichkeit außerhalb des Bankensystems ausdenken. Man einigte sich schließlich auf das sogenannte „Genussrechts-Modell“:

Der benötigte Betrag soll hierbei in Form von Genusssrecht-Anteilen von je 250 Euro zusammenkommen, wobei die Anlagen zu sechs Prozent verzinst werden. Doch die Gesellschafter erhalten den Ertrag nicht in üblichen Euros, sondern in Form von Biergutscheinen, die den Anteilseignern dann einmal im Jahr zugesendet werden. Bei einem einzigen 250-Euro-Anteil wären das umgerechnet Bierrechte im Wert von 10,80 Euro – oder einer ganzen Maß auf dem Münchner Oktoberfest! Das ungewöhnliche Finanzierungsmodell des Brauhaus Germering ist auf eine ebenso ungewöhnlich große Resonsanz gestoßen, da immerhin ganze 60 Germeringer Bürger zur Info-Veranstaltung erschienen waren. (merkur.de/TH)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen