Weinertrag Baden-Württemberg

Kleinerer Jahrgang mit guter Qualität

Später Frost im Frühjahr und ungewöhnlich hohe Temperaturen zum Start der Lese haben den Wein-Jahrgang 2020 deutlich kleiner ausfallen lassen als üblich. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes kamen in Baden und Württemberg im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,84 Millionen Hektoliter Weinmost in die Tanks – und damit 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

Mittwoch, 07.04.2021, 11:20 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Weinrebe im Sonnenlicht

Der Weinertrag in Baden-Württemberg fiel 2020 geringer aus als in den Vorjahren. (Foto: © Deyan Georgie/stock.adobe.com)

Laut des Statistischen Landesamtes wurden 2020 in Baden und Württemberg insgesamt 1,84 Millionen Hektoliter Weinmost in die Tanks eingelagert. Auf der gesamten Ertragsrebfläche von 26.700 Hektar wurde ein Ertrag von 69 Hektoliter je Hektar bei einer Qualität von 88°Oechsle erzielt. Das Weinjahr war durch regional starke Spätfröste im Frühjahr und ungewöhnlich hohe Temperaturen zum Lesestart geprägt, was zu einem kleineren Weinherbst führte. Die eingebrachte Weinmostmenge war gegenüber 2019 um 13 Prozent geringer und verfehlte das langjährige Mittel der Jahre 2014 bis 2019 um rund ein Fünftel. Dabei war das Anbaugebiet Baden mit -15 Prozent nicht ganz so stark betroffen wie Württemberg (-27 Prozent).

7 Prozent weniger Weißwein

Mit 1,1 Millionen Hektolitern wurden im Anbaugebiet Baden rund 60 Prozent des Weinmostes geerntet. Bei einer Rebfläche von 15.500 Hektar belief sich der durchschnittliche Ertrag auf 71 hl/ha. Im badischen Weinbau sind besonders die Weißweine von großer Bedeutung, die mit einem Minus von 7 Prozent Erntemenge gegenüber dem Vorjahr vergleichsweise wenig Einbußen zu verzeichnen hatten. Insgesamt wurden 696.000 Hektoliter Weißmost mit einem durchschnittlichen Mostgewicht von 87 °Oe abgeerntet. An der Spitze stehen Müller-Thurgau (210.000 Hektoliter), Ruländer oder Grauer Burgunder (130.000 Hektoliter) und Weißer Burgunder (109.000 Hektoliter). Der hauptsächlich im Markgräfler Land beheimatete Gutedel erreichte 104.000 Hektoliter. Bei den roten Rebsorten überwiegt Spätburgunder mit 338.000 Hektolitern (-19 Prozent) und einer mittleren Qualität von 96°Oe.

Rund 30 Prozent weniger Schwarzriesling

Im Anbaugebiet Württemberg belief sich die gesamte Mosterntemenge auf 747.000 Hektoliter bei einer Rebfläche von 11.100 Hektar. Von der herbstlichen Hitze waren in Württemberg die frühen Sorten, insbesondere der weit verbreitete Schwarzriesling betroffen, der mit einem Rückgang von 29 Prozent lediglich eine Erntemenge von 64.000 Hektoliter erzielte. Das Mostgewicht lag im Schnitt bei 92 °Oe. Auch beim Lemberger wurden mit 135.000 Hektolitern (-19 Prozent) die Erwartungen nicht erfüllt. Von der in Württemberg führenden roten Rebsorte Trollinger konnten rund 177.000 Hektoliter in die Keller gebracht werden, womit der Ertragsrückgang mit 9 Prozent vergleichsweise mäßig ausfiel. Das Ergebnis des Weißen Rieslings lag dagegen mit 129.000 Hektoliter (+2 Prozent) im Bereich des Vorjahres. Bei einem Durchschnittsertrag von 62 hl/ha wurde ein Mostgewicht von 86 °Oe gemessen.

(Statistischen Landesamt Baden‑Württemberg/NZ)

 

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