Lebensmittelbranche

Hubertus Heil: „Steigende Fleischpreise sind Ammenmärchen!“

Dieser Tage wurden vom Bundeskabinett schärfere Regelungen für die Fleischindustrie beschlossen. Während manche Beobachter nun Preissteigerungen von 20 % erwarten, scheint der Arbeitsminister beruhigen zu wollen…

Mittwoch, 29.07.2020, 13:14 Uhr, Autor: Thomas Hack
Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, sitzt bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in seinem Büro im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales. (©picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka)

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht wegen der geplanten schärferen Regeln für die Fleischindustrie keine Gefahr deutlich steigender Fleischpreise. Geäußerte Befürchtungen, diese könnten wegen des künftigen Verbots von Werkverträgen und Leiharbeit in der Branche um 10 bis 20 Prozent steigen, halte er für ein „Ammenmärchen“ und eine „hohle Drohung“, ließ Heil dieser Tage dazu verlauten. „Anständige Arbeitsbedingungen an sich verteuern das Fleisch nicht.“ In der Branche werde milliardenschwer verdient. Da müsse man über die Gewinnmargen diskutieren und das nicht über die Preise an die Verbraucher weitergeben. Die Neue Osnabrücker Zeitung habe der Deutschen Presseagentur zufolge über eine Stellungnahme der Fleischwirtschaft zu Heils Gesetz berichtet, in der von einem Anstieg der Verbraucherpreise beim Fleisch um 10 bis 20 Prozent je Kilo und Produkt die Rede ist.

Neue Regelungen für Großbetriebe

Das Gesetzesvorhaben, mit dem die Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche verbessert werden sollen, war am Mittwochvormittag vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht worden. Vorgesehen ist, dass in größeren Betrieben der Fleischbranche ab dem 1. Januar 2021 im Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werkvertragsarbeiter und ab 1. April 2021 auch keine Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Ausgenommen sind Fleischerhandwerksbetriebe mit maximal 49 Mitarbeitern. (dpa/TH)

 

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