Berlin

Immer mehr Grundschüler essen kostenlos zu Mittag

Seit diesem Schuljahr erhalten Schüler an Berlins Grundschulen eine Gratisverpflegung. Jetzt wurde erstmals Bilanz gezogen. Und das Resultat zeigt: Die Schulen stehen vor großen Herausforderungen.

Freitag, 03.01.2020, 08:48 Uhr, Autor: Kristina Presser
Drei Kinder nehmen sich Essen von einem Büfett in der Cafeteria

Die Nachfrage unter Berlins Grundschüler nach einem kostenlosen Mittagessen ist groß. (Foto: ©Robert Kneschke/stock.adobe.com)

In den fünf Monaten seit Einführung des kostenlosen Mittagessens an Berlins Grundschulen haben viele Kinder davon Gebrauch gemacht. Die Zahl der Schüler beim Mittag stieg in den Schulen um 20 bis 50 Prozent, vereinzelt sogar noch stärker. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Bezirken. Nach Angaben des Verbands der Berliner und Brandenburger Schul-Caterer werden täglich mittlerweile 170.000 Essen vorbereitet. Im vergangenen Schuljahr waren es noch 120 000 Essen am Tag.

Die große Nachfrage stellt jedoch viele Schulen vor große logistische Herausforderungen, so oftmals die Reaktion aus den Bezirken. Viele Schulen haben ein Raumproblem. Da nicht alle über eine Mensa oder Cafeteria verfügen, werden zuvor anderweitig genutzte Räume zu Essensräumen, Ausgabestellen oder Spülküchen umfunktioniert. An manchen Schulen seien Umbauprojekte sind noch im Gang. Vor entsprechenden Platz-, aber auch Personal-Probleme hatten Kritiker des Projekts bereits im Vorfeld gewarnt und einen raschen Ausbau gefordert.

Gleichzeitig zeigten sich, auf Nachfragen bei den Schulen, etliche Eltern über den teils eng getaktete Schichtbetrieb beim Mittag besorgt. Sie fürchten, dass ihre Kinder nicht satt werden.

Im April vergangenen Jahres stimmten rot-rot-grün im Abgeordnetenhaus für eine kostenlose Mittagsverpflegung für Berlins Grundschüler. Ab dem Schuljahr 2019/2020 können somit Grundschüler der Klassen eins bis sechs ein Gratisverpflegung erhalten. Bis 2021 soll außerdem ein Konzept für vergünstigtes Essen in der Oberstufe vorliegen, wie unter anderem das Hauptstadtportal berlin.de berichtete. Außerdem soll sich auch die Essensqualität verbessern, was im Rahmen des „Qualitätspaktes“ beschlossen wurde. Das beinhalte unter anderen, dass die Ausschreibung für Schul-Caterer verändert wird. Sie müssen künftig mit mindestens 50 Prozent Bio-Nahrungsmitteln kochen. Für die Umsetzung des Maßnahmenpakets erhalten die Bezirke eine finanzielle Unterstützung von rund fünf Millionen Euro. (dpa/bb/KP)

 

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