Studie

Ernährungsprofis enthüllen Trends 2022

Corona-Pandemie, Klimawandel, Konflikte: Unsere Gesellschaft, so scheint es, hangelt sich von einer Krise zur nächsten. Es gibt aber auch gute Nachrichten, zum Beispiel in Sachen Ernährung. Der Trendreport Ernährung 2022 zeigt Entwicklungen auf, die zuversichtlich stimmen.

Donnerstag, 20.01.2022, 13:13 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Die wichtigsten Ernährungstrends 2022. (Foto: © Nutrition Hub/BZfE)

Der aktuelle „Trendreport Ernährung 2022“ gibt Einblick in die Welt des Essens. Deutschlands größtes Netzwerk für Ernährung Nutrition Hub hat sich erstmals für die dritte Auflage des Reports mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zusammengeschlossen. „Gemeinsam konnten wir mehr als 100 namhafte Expertinnen und Experten aus unserem Netzwerk gewinnen und zu relevanten Trends befragen“, sagte Initiatorin Dr. Simone Frey, Gründerin des Nutrition Hub.

Es findet ein Umdenken statt

Insgesamt kristallisierten sich zehn Trends heraus. Die Podestplätze sind klar vergeben: 71 Prozent der befragten Ernährungsprofis sehen in der klimafreundlichen und nachhaltigen Ernährung die wichtigste und unumkehrbare Entwicklung dieser Dekade. Die Bedeutung des Themas macht sich vor allem in drei Bereichen bemerkbar: Zum ersten steigt die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungsprojekte zu diesem Komplex stark an. Zum Zweiten bewerten die Verbraucher heute bei Ernährungsentscheidungen die Aspekte Regionalität und Nachhaltigkeit höher als die Gesundheit. Drittens findet in der Gemeinschaftsverpflegung ein Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit statt.

Flora statt Fauna

49 Prozent der für den Trendreport befragten Fachleute beobachten, dass die Nachfrage nach veganer und pflanzenbasierter Ernährung stark zunimmt – Rang zwei auf der Liste der wichtigsten Trends 2022. Immer mehr Menschen, darunter auch viele Verantwortliche in Groß- und Schulküchen sowie Mensen, entscheiden sich für pflanzenbasiertes Essen. Laut Dr. Robert Schaller, dem Leiter des Referats Ernährungswissenschaft und Ernährungsforschung im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), sind die sich daraus ergebenden ernährungsphysiologischen Konsequenzen mittlerweile ein wichtiges Forschungsfeld.

Nährwert im Netz

Die Zunahme der digitalen Angebote in der ernährungspräventiven und ernährungstherapeutischen Beratung nannten 30 Prozent der für den Trendreport befragten Ernährungsprofis. Beschleunigt wird diese Entwicklung von der Corona-Pandemie, die viele Menschen aufgeschlossener gegenüber digitalen Lösungen gemacht hat. Zahlreiche Fachleute nutzen bei der Arbeit mit ihren Klientinnen und Klienten Apps, etwa um Nährwertprofile zu erfassen oder das Erlernen eines neuen Verhaltens zu unterstützen.

Convenience Food und gesundes Essen-to-go

Neben diesen TOP 3 wird auch ein Boom bei gesundem Essen-to-go ausgemacht. Nicht zuletzt wegen der gestiegenen Nachfrage durch die Pandemie. Im Trend steht auch das Bewusstsein für gesunde Ernährung und Lebensmittel. Andererseits belegt der Trendreport erneut eine Entwicklung, die die Expertinnen und Experten umkehren möchten: Ernährungsmythen und falsche Informationen im Netz verunsichern immer mehr Menschen.

Mehr Infos zu den Trends unter www.nutrition-hub.de.

(BZfE/Nutrition Hub/KG)

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