Weltnudeltag: Deutschland liebt Pasta
Ob Spaghetti, Fusilli oder Penne: Nudeln sind aus vielen Küchen nicht wegzudenken. Der Weltnudeltag am 25. Oktober rückt die vielseitige Teigware in den Mittelpunkt. Für Gastronomiebetriebe ist Pasta nicht nur ein Klassiker auf der Speisekarte, sondern auch eine Grundlage für zahlreiche Gerichte – von traditionellen Rezepten bis hin zu modernen, pflanzenbasierten Kreationen.
Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, welche Bedeutung Nudeln in Europa haben. Die Daten stammen von der europäischen Statistikbehörde Eurostat und beziehen sich auf das Jahr 2025.
Italien produziert 69 Prozent der EU-Nudeln
Im vergangenen Jahr wurden in der Europäischen Union rund 6,1 Millionen Tonnen ungekochte Teigwaren hergestellt. Mit gut 4,2 Millionen Tonnen entfielen 69 Prozent der verkauften Produktionsmenge auf Italien. Damit liegt das Land mit großem Abstand an der Spitze.
Auf Platz zwei folgt Spanien mit 379.000 Tonnen beziehungsweise sechs Prozent. Deutschland belegt mit gut 304.000 Tonnen und einem Anteil von fünf Prozent den dritten Rang. Gegenüber dem Vorjahr, als die deutsche Produktion knapp 290.000 Tonnen betrug, ist die Menge gestiegen.
Die Zahlen erfassen ungekochte Teigwaren, die verkauft wurden. Sie bilden damit die industrielle Produktion ab, nicht den tatsächlichen Verbrauch in der Gastronomie oder im privaten Haushalt.
Nudelkonsum in Deutschland hat sich mehr als verdoppelt
Auch beim Verzehr zeigt sich die Beliebtheit der Teigware. Nach Angaben des Verbands der deutschen Getreideverarbeiter und Stärkehersteller (VDGS) ist der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland seit 1990 auf 10,1 Kilogramm pro Jahr gestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt.
Laut einer von dpa aufgegriffenen Yougov-Umfrage essen knapp zwei Drittel der Menschen in Deutschland mindestens einmal pro Woche ein Nudelgericht. Im direkten Vergleich mit Kartoffeln und Reis liegen Nudeln ebenfalls vorn: 46 Prozent der Befragten nennen sie als bevorzugtes Lebensmittel, 39 Prozent entscheiden sich für Kartoffeln und zwölf Prozent für Reis.
Weltnudeltag – Zahlen und Fakten
25. Oktober
jährliche Weltnudeltag
6,1 Mio. Tonnen
ungekochte Teigwaren wurden 2025 in der EU produziert.
69 Prozent
Anteil Italiens an der EU-Nudelproduktion 2025.
10,1 kg pro Kopf
jährlicher Nudelverbrauch in Deutschland laut VDGS.
Quellen: Statistisches Bundesamt, Eurostat und VDGS; Produktionsdaten für 2025, Verbrauchsangabe laut Verbandsdaten.Als Gründe für die Beliebtheit gelten unter anderem die schnelle Zubereitung und die Vielseitigkeit. Gerade für Gastronomiebetriebe lässt sich Pasta in unterschiedlichen Portionsgrößen, mit verschiedenen Saucen und saisonalen Zutaten anbieten. Das ermöglicht eine abwechslungsreiche Speisekarte, ohne für jedes Gericht eine völlig eigene Basis zu benötigen.
Spaghetti bleiben die beliebteste Nudelsorte
Bei der Sortenwahl stehen Spaghetti weiterhin an erster Stelle. Das geht aus dem von Yougov ausgewerteten Marktforschungs-Panel hervor. Dahinter folgen Fusilli und Penne, auf Platz vier liegen Spätzle.
Zuwächse verzeichnen demnach auch kleinere Nudelformen wie Farfalle, Hörnchennudeln und Muscheln. Zudem werden glutenfreie Varianten stärker nachgefragt. Bei Eiernudeln und Vollkornprodukten zeigt sich dagegen eine rückläufige Entwicklung.
Für Küchenchefs und Gastronomen bietet die Formenvielfalt unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten: Während Spaghetti und Penne zu den etablierten Klassikern zählen, können kleinere Nudeln beispielsweise in Suppen, Salaten oder Ofengerichten eingesetzt werden. Entscheidend für die Speisekarte bleibt, welche Gerichte zum jeweiligen Betrieb und seiner Zielgruppe passen.
Eiernudeln bleiben eine deutsche Besonderheit
Eine Besonderheit der deutschen Nudelproduktion ist der vergleichsweise hohe Anteil an Eiernudeln. Im Jahr 2025 enthielten hierzulande 46 Prozent der hergestellten Teigwaren Ei. In Italien lag der Anteil bei 17 Prozent, in Spanien sogar nur bei zwei Prozent. EU-weit waren es 18 Prozent.
Gleichzeitig verliert die Eiernudel an Bedeutung. Bereits seit 2023 werden in Deutschland mehr Nudeln ohne Ei als solche mit Ei produziert. Innerhalb von zehn Jahren ist die Herstellung von Eiernudeln hierzulande um mehr als ein Viertel zurückgegangen.
Damit verändert sich auch die Zusammensetzung des Angebots. Neben klassischen Eiernudeln und regionalen Spezialitäten wie Spätzle stehen zunehmend eifreie Varianten im Mittelpunkt. Für gastronomische Betriebe kann das bei der Gestaltung einer vielseitigen Speisekarte ebenso eine Rolle spielen wie bei der Kennzeichnung von Zutaten und Allergenen.
Hartweizen wächst zunehmend auch in Deutschland
Für die Herstellung vieler Nudelsorten wird Hartweizen benötigt. Der Rohstoff, auch Durum genannt, wird inzwischen verstärkt in Deutschland angebaut. Nach Angaben des Stärkeverbands wurden im vergangenen Jahr in den acht deutschen Hartweizenmühlen insgesamt 464.000 Tonnen des Getreides vermahlen. Die geschätzte heimische Erntemenge lag bei 361.400 Tonnen.
Damit gewinnt der regionale Rohstoff für die Produktion an Bedeutung. Für Hersteller eröffnet das Möglichkeiten, Teile der Wertschöpfungskette im Inland abzubilden. Auch für gastronomische Betriebe kann die Herkunft der verwendeten Teigwaren oder des eingesetzten Hartweizens ein Auswahlkriterium sein – insbesondere dann, wenn Regionalität und nachvollziehbare Lieferketten Teil des eigenen Küchenkonzepts sind.
Der Weltnudeltag liefert damit nicht nur einen Anlass, einen kulinarischen Klassiker zu feiern. Die aktuellen Zahlen zeigen auch, wie vielfältig der Nudelmarkt ist und welche Rolle unterschiedliche Sorten, Rohstoffe und Produktionsländer spielen.
(Statistisches Bundesamt/tagesschau.de/Eurostat/KAGI)