Ziemlich spacig

Käsespätzle im All

Zum zweiten Mal kocht die LSG Group für ESA-Astronauten auf der ISS. Das nächste Mal für den Flug des Saarländers Matthias Maurer Ende 2021. Welches Heimatgericht dann im Gepäck ist, wird in einem Gastro-Wettbewerb entschieden.

Donnerstag, 08.10.2020, 10:34 Uhr, Autor: Kristina Presser
Jörg Hofmann, Head of Global Culinary Excellence bei der LSG Group, mit einer autoklavierten Portion Käsespätzle

Jörg Hofmann, Head of Global Culinary Excellence bei der LSG Group, mit einer autoklavierten Portion Käsespätzle. (Foto: ©LSG Group)

Ende 2021 bricht der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer zur Internationalen Raumstation (ISS) auf. Zumindest in kulinarischer Hinsicht muss er dann aber nicht auf seine Heimat verzichten. Denn der Catering-Spezialist LSG Group wird ergänzend zur Standard-Weltraumnahrung mehrere „Crew Choice Meals“ zubereiten, wie das Unternehmen jetzt bekanntgab. Das kann dann auch schon mal eine Portion Käsespätzle sein. Die Space-Food-Gerichte, die Maurer und der übrigen Besatzung der ISS Genussmomente bescheren sollen, werden durch Autoklavieren ausreichend lange haltbar gemacht.

Jörg Hofmann, Head of Global Culinary Excellence bei der LSG Group, sagte: „Wir freuen uns, erneut mit der ESA zusammenzuarbeiten, Matthias sowie seinen Kollegen die Zeit im All schmackhafter zu machen und Heimatgefühle zu wecken.“ Gänzlich Neuland betritt die LSG Group damit nicht. Bereits 2018 kochten die Catering-Spezialisten für Astronauten, darunter Alexander Gerst. Das zeige, dass die Expertise nicht nur in der Airlinebranche, sondern auch darüber hinaus geschätzt werde, sagt Hofmann.

Gerichte sind zwei Jahre haltbar

Möglich wird das Projekt durch den Einsatz von Autoklavierung. Es handelt sich, laut LSG Group, um das einzige zuverlässige Sterilisationsverfahren mit feuchter Hitze und zugleich um die sicherste Methode. Die nötige Haltbarkeit von zwei Jahren wird genauso garantiert wie der Erhalt vieler Nährstoffe, dem bei Gerichten für Astronauten besondere Bedeutung zukommt. „Dank der Technik können wir komplexe Rezepte alltauglich machen und Gaumenfreunden auf die ISS schicken“, sagt Jörg Hofmann. „Natürlich lässt sich die Technologie auch für das Catering auf der Erde einsetzen, um hochwertige Gerichte ohne Kühlung lange haltbar zu machen.“

Auswahl der Gerichte erfolgt im Wettbewerb

Das Besondere an der neuen Weltraum-Mission der LSG Group ist, dass die Auswahl der Gerichte in einem Wettbewerb erfolgt. Zehn Gastronomen aus Maurers Heimat, dem Saarland, stellen je ein Zwei-Gänge-Menü aus ihren Restaurants auf der Webseite der Tourismus Zentrale Saarland bis zum 7. November 2020 zur Abstimmung. Die drei Vorschläge mit den meisten Klicks werden am 21. November 2020 in einer Fernsehsendung des Saarländischen Rundfunks verkostet. Das Siegermenü wird von der LSG Group zubereitet, autoklaviert und fliegt auf die ISS. Neben Tobias Hans, dem saarländischen Ministerpräsidenten, sitzt auch Jörg Hofmann in der Jury.
(LSG Group/KP)

 

Zurück zur Startseite

Weitere Themen