Maronen und Kastanien

Eine kurze Geschichte der Esskastanie

Bereits seit Jahrtausenden steht die Esskastanie auf dem Speiseplan der Menschen. Ein Grund sich die Edelkastanie mal etwas genau anzuschauen.

Mittwoch, 08.12.2021, 14:01 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Deftige Maronensuppe mit Speck, Sahne und Croutons

Wenn es draußen kalt und dunkel wird ein wahrer Genuss: deftige Maronensuppe mit Speck, Sahne und Croutons. (Foto: © kab-vision – stock.adobe.com)

Meist werden sie auf dem Weihnachtsmarkt verkauft und erfüllen die Luft mit ihrem Duft: Maronen. Aber auch in der Gastronomie sind sie in der Herbst und Weihnachtszeit beliebt. Zu Gans und Wild passen Maronen ausgezeichnet, ebenso zu Rotkohl und vielen vegetarischen Gerichten. Auch getrocknet, fermentiert, zu Mehl gemahlen, zu Flocken gehackt, geröstet lassen sie sich vielseitig verwendet. Nicht zu vergessen berühmte Süß- und Nachspeisen. Doch obwohl jede Marone eine Esskastanie ist, ist nicht jede Esskastanie eine Marone – auch wenn beide Begriffe im Allgemeinen synonym verwendet werden.

Bei beiden Arten handelt es sich um Edelkastanien, aber erst durch Züchtung wird aus der wilden Esskastanie (Castanea sativa) eine „Maroni“. Maronen sind etwas größer und runder als gewöhnliche Esskastanien, lassen sich leichter schälen, da die Schale etwas weicher ist, und vor allem sind sie aromatischer.

Bei den Römern eine Delikatesse

Die Esskastanie ist ein uraltes Buchengewächs, welches angeblich schon in der Bronzezeit (1.500 – 1.000 v.Chr.) im südlichen Italien vorhanden gewesen sein soll. Über die Jahrhunderte erfuhren ihre Früchte eine wechselvolle Kulturgeschichte und Wertschätzung. Für die Römer und Griechen der Antike war die Esskastanie eine Delikatesse, für Karl den Großen war sie ein sehr praktisches Lebensmittel, so dass er gegen Ende des 8. Jahrhunderts verfügte, dass auf allen Krongütern Esskastanien anzupflanzen seien. Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Esskastanie dann in den Bergregionen Südeuropas ein sättigendes Grundnahrungsmittel der ärmeren Landbevölkerung. Folgerichtig haftete ihr der Ruf des „Brots der Armen“ an.

Fettarm mit Vitamin C und Magnesium

Der Energiewert liegt laut Bundeslebensmittelschlüssel für 100 Gramm geröstete Maronen mit rund 275 Kilokalorien deutlich unter dem anderer Nüsse. Dies ist dem relativ geringen Fettanteil von 11 Gramm geschuldet, wobei der Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren bei rund drei Gramm und der Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren bei gut sechs Gramm liegt. Auch der Proteingehalt ist mit circa drei Gramm eher bescheiden. Dagegen ist der Anteil der Kohlenhydrate mit rund 38 Gramm wiederum im Vergleich zu anderen Schalenfrüchten sehr hoch. Auf Stärke entfallen dabei 25 Gramm, der Gesamtzuckergehalt kommt auf fast 13 Gramm; der Gehalt an (hauptsächlich wasserunlöslichen) Ballaststoffen beträgt fast acht Gramm. Von den Vitaminen ist Vitamin C und bei den Mineralstoffen Magnesium und Kalium in nennenswerten Mengen enthalten.

Achtung beim rohen Genuss

Maronen kann man zwar auch roh essen, dazu müssen sie zuvor von ihrer Schale und der darunterliegenden Samenhaut befreit werden. Sie haben einen leicht nussigen, aber sehr dezenten Geschmack und gelten als eher schwer verdaulich und blähend. Ein kulinarisches Vergnügen sind sie also nicht unbedingt. Das typische Aroma und die Süße bilden sich erst beim Rösten oder Kochen.

(BZfE/NZ)

 

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