Künstliche Intelligenz

Airbnb analysiert Facebook-Profile der Apartment-Gäste

Der Wohnungsvermittler Airbnb verfügt jetzt offensichtlich über eine KI-Software, um die potenziellen Wohnungsgäste hinsichtlich ihrer Vorlieben und Gewaltbereitschaft einzustufen – über deren Social-Media-Accounts.

Dienstag, 07.01.2020, 14:15 Uhr, Autor: Thomas Hack
Eine Lupe über einem Facebook-Symbol

Eine neue Software-Technologie von Airbnb soll die Nutzerprofile von Sozialen Medien analysieren. Das Ziel: verantwortungslose Mieter bereits im Vorfeld erkennen. (© guteksk7/stock.adobe.com)

Der Wohnungsvermittler Airbnb hat britischen Medienberichten zufolge eine neue Software-Technologie eingeführt, welche die Nutzerprofile von Sozialen Medien analysieren kann. Der offizielle Grund: Das Unternehmen will auf diese Art und Weise die Wahrscheinlichkeit abschätzen, ob ein potentieller Gast gegebenenfalls die Wohnung eines Gastgebers beschädigen könnte. Diese sogenannte „Trait Analyse“ soll anhand von Facebook- oder Instagram-Profilen feststellen, ob der potentielle Hausgast mit Alkohol und Drogen zu tun hat oder gar eine sexistische bzw. rassistische Gesinnung hat. Die Software scannt dabei Schlüsselwörter, Bilder und Videomaterial, mit denen die Nutzer interagieren, um festzustellen, wie vertrauenswürdig sie als Gäste wären und wie ihre “Verhaltens- und Persönlichkeitsmerkmale“ einzustufen sind.

Vorhersage des Gästeverhaltens

Der Hintergrund für diese Neuerung: Der Vermieter Michael Harold hatte Airbnb auf 723.000 Pfund Schadensersatz verklagt, weil 500 Partygäste seine Villa in Chelsea zerstört haben – welche auf der Vermietungsplattform jedoch für eine vierköpfige Familie beworben wurde. Dem „Evening Standard“ zufolge habe Airbnb nun ein Patent beim Europäischen Patentamt angemeldet, um seine neue Technologie einzuführen und sicherzustellen, dass sich solche Vorfälle in Zukunft nicht wiederholen. Das Unternehmen will die erhobenen Daten zudem nutzen, um herauszufinden, ob die interessierten Gäste wirklich zu dem beworbenen Obejekt passen. Gleichzeitig sollen diese Informationen mit allen anderen Social Media-Kanälen sowie der „Beschäftigungs- und Bildungsgeschichte“ des potenziellen Gastes abgeglichen werden, wie es in britischen Medienberichten wörtlich heißt. (shorttermrentalz.com/TH)

 

Zurück zur Startseite

Weitere Themen