Internetkriminalität

Wie Erpresser Sternerestaurants bedrohen

Die Augen eines Erpressers, in denen sich Sterne spiegeln
345 Euro in Bitcoin verlangen die Erpresser des Frühsammers Restaurant. Ansonsten soll es Kritik auf den Bewertungsplattformen hageln. (© Andreas Berheide/lom123/Fotolia)
Mit perfiden Methoden wurde das Berliner Spitzenrestaurant „Frühsammers“ erpresst. Die Drohung der Täter: Fließt kein Schutzgeld, gibt’s vernichtende Bewertungen im Internet! Doch es ist wohl nicht der einzige Fall…
Freitag, 22.02.2019, 10:47 Uhr, Autor: Thomas Hack

Die Betreiber des Berliner Spitzenrestaurants „Frühsammers“ dürften nicht schlecht gestaunt haben, als sie dieser Tage die Post öffneten. Keine überhöhte Rechnung war der Grund für den momentanen Schock, sondern ein perfider Erpresserbrief von Unbekannten. Was die Kriminellen forderten? „Ganz einfach: Geld!“ – so soll es wortwörtlich in dem Schreiben gestanden haben. Die Erpresser verlangten offensichtlich einen Betrag von 345 Euro, ausgezahlt in der Kryptowährung Bitcoin. Die Drohung: Sollte das Restaurant der Forderung nicht nachkommen, wird es augenblicklich im Internet schlecht bewertet werden. Wie DERWESTEN schreibt, hätten die Sterneköche Sonja und Peter Frühsammer relativ gelassen auf den Erpresserbrief reagiert und auf ihrer Facebookseite mitgeteilt: „Da kann sich nun jeder ein Bild davon machen, was für Spinner unterwegs sind.“

Die Bewertungsstrafe beginnt – mit 3 von 5 Sternen…
Doch die Reaktionen der Täter ließen nicht lange auf sich warten: Auf Google stellten sie ihre erste Bewertung ein, die zugegebenermaßen aber auch durchaus vernichtender ausfallen hätte können: Die Erpresser bewerteten unter dem Decknamen „Rita Sommer“ Frühsammers Restaurant mit drei von fünf Sternen und tippten das Wort „Ausbaufähig“ dazu. Doch es sollte wohl nur ein Warnschuss sein, denn die nächste Drohung folgte unmittelbar: Sollten die 345 Euro in Bitcoins nicht sofort den Besitzer wechseln, wird es immer üblere Bewertungen hageln. Die Erpresser gaben als Beispiel an, sie würden schreiben, dass man im Frühsammers unfreundlich zu Kindern ist. Ein Einzelfall? Wenn man den Tätern Glauben schenken mag, dann wohl eher nicht: „Glauben Sie mir, wir machen das nicht erst seit gestern“, soll es in einer weitern Mail geheißen haben. Ein mageres Trostpflaster für die Restaurantbetreiber: Sollten diese den geforderten Betrag tatsächlich begleichen, versprechen die Kriminellen, es ihnen mit einer guten Bewertung zu danken.

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