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„Stardust Hotel“: SWR-Serie bringt Hotel ins All

SWR-Serie „Stardust Hotel“
Die SWR-Serie „Stardust Hotel“ spielt in einem Hotel im Weltraum. Im Mittelpunkt stehen Hotelerbin Nia und der Concierge-Android Adam. (Foto: © SWR Christine Schroeder)
Mit „Stardust Hotel“ bringt der SWR eine Science-Fiction-Serie mit Hotelbezug ins Programm. Im Mittelpunkt stehen eine verschuldete Hotelerbin, ein Android als Concierge und ein Haus im Weltraum, das wirtschaftlich wie technisch am Limit ist.
Donnerstag, 11.06.2026, 13:45 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Ein deutscher TV-Sender produziert eine Science-Fiction-Serie um eine verschuldete Hotelerbin im Weltraum und einen romantischen Androiden als Concierge und bewirbt sie als „galaktische Romantic Comedy“: Das kann eigentlich nur schiefgehen.

Es muss aber nicht, wie der SWR mit seiner neuen Serie „Stardust Hotel“ zeigt. Denn die Produktion steuert mit überraschend viel Witz, Gefühl und Turbulenzen durch ihre sieben rund 25 Minuten langen Folgen bis zum ziemlich außerirdischen Cliffhanger.

Verfügbar ist „Stardust Hotel“ bereits seit dem 22. Mai in der ARD Mediathek. Am Freitag (12. Juni) ab 22.30 Uhr werden nun alle Folgen beim ARD-Sender One zu sehen sein. 

Ein Hotel am Ende der Welt

Das „Stardust Hotel“ sieht schon zu Beginn der Serie aus, als sei es ziemlich am Ende. Ausgelagert auf eine Raumstation hängt der Stern auf dem Dach schief, der Android an der Rezeption braucht mal wieder ein Update, es gibt nur einen Stammgast und die einzigen beiden Angestellten sind auch nicht wirklich zu gebrauchen.

Aber Hotelerbin Nia will den Laden auf Vordermann bringen, damit sie ihre Schulden beim drängenden Gläubiger begleichen kann. Doch damit hintergeht sie ihr Team.

Klingt ziemlich irdisch, spielt aber „am Arsch der Galaxie“, wie Nia gleich zu Beginn feststellt. Der Ton ist damit schon nach wenigen Szenen gesetzt: Mit einer jungen Sprache, jungen Gesichtern und einem locker formulierten Drehbuch will „Stardust Hotel“ eine Zielgruppe erschließen, für die öffentlich-rechtliche Sender eher ferne und unerschlossene Welten darstellen. Das gelingt – und zwar ohne, dass die Serie dabei so tut, als hätte sie ein Hollywood-Budget.

Kammerspiel mit Blick in den Orbit

Von außen ist das Hotel eine gut gemachte Grafik, innen spielt sich fast alles in drei Räumen ab: Schleuse, Empfang, Lobby – letztere mit einem überdimensionalen Blick in den leider gefakten Orbit.

Was nach knappem Budget klingt, entpuppt sich als Stilmittel. Die Enge zwingt die Figuren zusammen, gibt der Komödie Dichte und erinnert eher an Kammerspiel als an aufgeblasenes Weltraum-Spektakel. Für eine Weltall-Serie ist das erstaunlich geerdet.

Nia (Vanessa Loibl) überzeugt zunächst den Concierge-Androiden Adam (David Brizzi), die beiden Angestellten Yakumi (Silke Sollfrank) und Eks (Tomomi Themann) schließen sich an und Dauergast Vero Sue (Sabine Vitua) spielt auch mit. Sie müssen sich mit anspruchsvollen Hotel-Testern auseinandersetzen, sie lassen einen Sex-Roboter die Bilder abstauben und rasen mit dem Hotel manövrierunfähig durchs All. Die Sekte „Kinder des Lichts“ bringt das Team an den Rand der Halluzination und mitten im Chaos checkt auch noch Nias übergriffige Schwester ein.

Loibl trägt die Serie

Über allem schwebt wie ein Laserschwert der Verkaufstermin mit dem leicht sadistischen Gläubiger Jon Miko (Roland Bonjour) – und die Zukunft des „Stardust Hotels“ steht plötzlich buchstäblich auf dem Spiel.

Vanessa Loibl ("Münter & Kandinsky") ist der Dreh- und Angelpunkt der Serie. Ihre Nia navigiert durch die Folgen, als wäre galaktisches Chaos ihr natürliches Habitat. Sie versprüht viel Lust am Spiel und hievt das Drehbuch auch lässig über die eine oder andere nicht ganz so gekonnt komponierte Stelle.

Und auch Detlev Buck ist mit dabei, zumindest mit seiner Stimme: Als Serviceroboter „Smartie“ sorgt er für den einen oder anderen ruppigen Wortwitz.

Nach dem Weltraum kommt die Schwarzwald-Mystery

Mit „Stardust Hotel“ experimentiert der SWR im Fiction-Bereich mit neuen Genres. Angekündigt ist auch die sechsteilige Horror-Mystery-Serie „House of Yang“, die in der Sektion Berlinale Special Series bereits bei der Berlinale Mitte Februar gezeigt wurde. Mit ihren Anspielungen auf 90er-Jahre-Klassiker wie „The Sixth Sense“ oder den Mystery-Blockbuster „Stranger Things“ wird darin von einem Schwarzwald-Haus erzählt, in dem auf mysteriöse Weise Mädchen und mit ihnen ganze Räume verschwinden.

(dpa/SAKL)

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