Burger King

„Das neue Logo ist eine Hommage“

Geschäftsführer Cornelius Everke und das neue Burger King Logo
Nach 20 Jahren hat Burger King sein Logo geändert. Das Neue ist eine Hommage an die Tradition der Fast-Food-Kette. (Foto: © Burger King)
Cornelius Everke, Geschäftsführer der Burger King Deutschland GmbH, über den Wandel bei Fast-Food-Riesen, die Bedeutung von authentischem Essen und den neuen Markenauftritt.
Donnerstag, 07.01.2021, 14:42 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz

Herr Everke, bei Burger King ändert sich gerade vieles. Was treibt Sie an?

In der Tat, 2021 wird für Burger King – wie auch für die gesamte Branche – ein Jahr der Veränderung. Bisher ging es für uns Gastronomen darum, möglichst kreativ mit den kurzfristigen Folgen der Coronakrise umzugehen. Dazu gehörte zum Beispiel der schnell wachsenden Zahl an Lieferdienst-Aufträgen beizukommen oder trotz des Ansturms auf die Drive-in-Schalter die Wartezeiten für unsere Gäste möglichst gering zu halten. Hier haben wir im vergangenen Jahr viel gelernt. Und natürlich haben alle mit den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu kämpfen. 2021 stellen wir nun aber die Weichen für die Zukunft; nicht nur für die Zeit nach Corona, sondern für die kommenden zehn Jahre. Wir müssen uns vor allem fragen: Welche veränderten Gästewünsche bleiben uns auch über Corona hinaus erhalten?

Welche sind das Ihrer Meinung nach?

Für mich ist ganz klar, dass viele Menschen sich heute sehr viel bewusster mit ihrem Essen auseinandersetzen als vor der Pandemie. Sie wollen wissen, was in ihrem Burger drin ist oder überlegen sich ganz genau, ob sie wirklich jeden Tag Fleisch essen wollen. Außerdem erleben wir ein Comeback der „Klassiker“; in unsicheren Zeiten zählt einfaches, aber authentisches Essen mehr als das nächste Fusionsküchen-Experiment. Deshalb lautet unsere Antwort: Wir machen das, was wir am besten können: flame-grilled Burger – und zwar noch besser. Daher verzichten wir auf die Zusatzstoffe Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe im Essen, erweitern unser pflanzenbasiertes Sortiment und bieten zukünftig weitere Gourmet-Burger an. Das sind wichtige Wachstumsfelder für uns. Dennoch behalten wir die richtige Mischung mit unseren Value-Produkten im Blick, denn bei Burger King sollen einfach alle Geschmäcker satt werden. Natürlich entwickeln wir nicht nur unser Produktsortiment weiter, sondern investieren ebenso in den Ausbau des Lieferdienstes, unsere Restaurants und die Digitalisierung. Uns ist vollkommen klar, dass unsere Restaurants selbst nach dem Ende der Pandemie nicht mehr so stark frequentiert sein werden. Viele Gäste werden stattdessen einen Burger zum Mitnehmen, im Drive-in oder über den Lieferservice bestellen. Darauf müssen wir uns noch stärker einrichten.

Und warum ändern Sie Ihren Markenauftritt, wenn doch eigentlich das Essen im Mittelpunkt steht?

Für mich hängen Produkt und Marke eng miteinander zusammen, denn das Branding sagt viel über das Selbstverständnis eines Unternehmens aus. Bevor jemand in eines unserer Restaurants geht, tritt er über die App, die Social-Media-Kanäle oder das Logo an der Eingangstür mit der Marke in Kontakt. Das Branding soll Lust auf mehr machen. Wenn die Ouvertüre nicht gelingt, brauchen wir mit dem ersten Akt gar nicht erst beginnen. Für Burger King dreht sich dabei alles um qualitativ hochwertiges, frisches und authentisches Essen. Unser bisheriger Markenauftritt brachte das aber nicht mehr so gut rüber. Deswegen haben wir uns nach mehr als 20 Jahren von unserem Logo verabschiedet und in diesem Zug gleich unser gesamtes Branding überarbeitet, um Geschmack und

Qualität unserer Speisen in eine ansprechende Designsprache zu übertragen. Das neue Logo ist eine Hommage an die starke Tradition unserer Marke, denn es ist angelehnt an eine Version, die wir bereits vor 1999 genutzt haben. Für mich ist das kein Widerspruch, ganz im Gegenteil, der rote Schriftzug zwischen den beiden Burger-Buns drückt unsere über viele Jahrzehnte gewachsenen Werte, unsere Erfahrung und unseren Anspruch, durch und durch authentisch zu sein, hervorragend aus. Das ist eine starke Grundlage, um neue Produkte – wie etwa unser fleischloses Sortiment – auszubauen und andere Innovationen voranzutreiben, ohne dabei die Glaubwürdigkeit zu verlieren.

(Burger King/NZ)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Alexander Stosiek
Interview
Interview

Alexander Stosiek: Vom erfolgreichen Absolventen zum Manager in der Systemgastronomie

Für Alexander Stosiek war von Anfang an klar, dass er einen Praxisbezug im Studium haben möchte. Er entschied sich daher für ein duales Studium an der Staatlichen Studienakademie in Plauen. Welche Erfahrungen er dabei gemacht hat und wie es nach dem Bachelor-Abschluss für ihn in der Systemgastronomie weiterging, erzählt er im Interview.
Burger King Filiale mit dem neuen Markenauftritt
Burger King
Burger King

Neues Jahr, neuer Markenauftritt

Für Burger King steht in diesem Jahr alles im Zeichen des Wandels. Nicht nur der Verzicht auf Zusatzstoffe ist geplant, sondern auch neue Plant-based Burger und ein überarbeiteter Markenauftritt kommen 2021.
Anti-Klischee-Kampagne
Kampagne
Kampagne

Burger King bricht mit klassischen Valentinstags-Klischees

Burger King Deutschland nutzt den Valentinstag für eine eigene Kampagne – und bricht dabei mit romantischen Klischees. Unter dem Motto „Wenn Rausgehen keine Option ist“ rückt die Burgerkette am „Tag der Liebe“ den Lieferservice in den Mittelpunkt. 
Philip Ibrahim und Conny Doß
HOGAPAGE-Interview
HOGAPAGE-Interview

Warum das Moa Berlin künftig ohne Franchise-Logo agieren will

Nach zehn Jahren löst sich das Moa Berlin aus dem Accor-Franchise. Im Interview mit HOGAPAGE erklären Conny Doß, Director Commercial & Strategy, und General Manager Philip Ibrahim die Hintergründe – und welche Strategie hinter der Neupositionierung als hybrider „Urban Hub“ steckt.
Chicken Tenders und XXL-Dips von Burger King
Antwort auf Snackkultur
Antwort auf Snackkultur

Burger King Deutschland antwortet auf Snacking-Bedürfnisse der Deutschen

Snacking wird in Deutschland immer mehr zum bewussten Genussmoment. Viele ersetzen sogar regelmäßig ganze Mahlzeiten durch Snacks und wünschen sich intensivere Geschmackserlebnisse. Mit den neuen Chicken Tenders und XXL-Dips will Burger King genau diesen Trend aufgreifen.
Lobby im Four Points by Sheraton Munich
Modernisierung
Modernisierung

2,2 Millionen Euro für Rebranding und Renovierung des Four Points by Sheraton Munich

Im Herbst 2024 hatte die Signo Hospitality das Vier-Sterne-Hotel übernommen – jetzt ist die Modernisierung abgeschlossen. Für rund 2,2 Millionen Euro wurde das Haus renoviert und an das aktuelle Markendesign von Four Points by Sheraton angepasst.
Burger-King-Logo an der Außenfassade eines Restaurants, im Hintergrund die beleuchtete Burger-King-Schrift
Veganuary
Veganuary

Burger King Deutschland startet Flex-Deals: Fleisch kaufen, Plant-based gratis

Eine neue Coupon-Aktion in der MyBurgerKing App soll mehr Gäste zum Testen pflanzlicher Alternativen bewegen. Zusätzlich kommen Falafel Bites und ein Falafel Bites Burger neu ins Sortiment.
Nelson Müller
Interview
Interview

Nelson Müller: „Zwischen Genuss und Gewissen“

Auf dem GreenSign Future Lab 2025 sprach der Spitzenkoch über Food Waste, pflanzenbasierte Ernährung, regionale Lieferketten und seine persönliche Haltung zu Nachhaltigkeit. HOGAPAGE war live vor Ort – und hat die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.
Kemal Üres
Interview
Interview

Kemal Üres über die Zukunft der Gastronomie

Inflation, hohe Lebensmittelpreise, steigende Energie- und Mietkosten sowie Fachpersonalmangel und fehlende innovative Konzepte bringen viele Gastronomen in Existenznot. Kemal Üres ist motiviert, sich der aktuellen Krise entgegenzustellen. Im Interview spricht der „Gastroflüsterer“ über seine Mission, die Herausforderungen der Branche und über den Einsatz Künstlicher Intelligenz.