Interview

„Kapselhotels passen in alle deutschen Städte mit mehr als 300.000 Einwohnern”

Taimuraz Chanansvi, Gründer der area24|7 Kapselhotels und Geschäftsführer der Space Development Group, über das neue Konzept der Schlafkapselhotels, von denen das erste im Oktober in Karlsruhe aufsperren soll.

Donnerstag, 08.08.2019, 10:29 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Taimuraz Chanansvi

Taimuraz Chanansvi (auf dem Bild mit Ehefrau Alexandra) will den Deutschen das Übernachten in Schlafkapseln schmackhaft machen. (© Space Development Group)

HOGAPAGE: Herr Chanansvi, was verbirgt sich hinter der Space Development Group?
Taimuraz Chanansvi: Die Space Development Group beschäftigt sich primär mit der Immobilienentwicklung. Dabei ist area24|7 eine neue Geschäftssparte der Space Development Group. Die Idee dafür ist auf einer meiner Geschäftsreisen in Asien entstanden. Das Konzept ist in einer ähnlichen Art und Weise auf dem asiatischen Markt bereits etabliert und ich war so begeistert von diesen Schlafkapseln und dem völlig neuen, modernen Übernachtungserlebnis, dass ich dies unbedingt auf den deutschen Marktübertragen wollte. Die Space Development Group ist dabei zuständig für die Immobilienbeschaffung und -aufbereitung, sodass die Smart-Hotels und Apartments überhaupt entstehen können.

Wie groß sind die Kapseln, die Sie anbieten?
Wir haben Einzelbett-Kapseln und Doppelbett-Kapseln: Die Länge beträgt jeweils 2,20 Meter, die Höhe 1,30 Meter und die Breite bei Einzelbetten 1,20 Meter, bei Doppelbetten 1,80 Meter.

Gibt es in den Kapseln genügend Platz für das Gepäck oder einen gesicherten Stauraum außerhalb?
Beim Einchecken in unser Hotel erhält der Gast ein Schließfach außerhalb der Kapsel für sein Gepäck.

Ich nehme an, dass Dusche und Toilette mit anderen Gästen geteilt werden müssen. Darf man sich das so wie auf einem Campingplatz vorstellen?
In der Tat sind der Waschraum und die Toiletten für alle Gäste gemeinsam zugänglich, jedoch getrennt für Männer und Frauen.

In Japan werden Kapselhotels oft von Geschäftsleuten genutzt, die ihren letzten Zug aus der Stadt verpasst haben und sich kein „normales“ Hotel leisten können. Aber in Europa konzentrieren Sie sich eher auf Studenten oder andere preisbewusste Reisende?
Unsere Zielgruppe hierzulande ist ziemlich heterogen: Jugendliche, aufgeschlossene Erwachsene und Geschäftsleute, Start-ups und dergleichen, selbstständige junge Berufstätige, Alleinreisende oder junge Unternehmer. Außerdem sind die Schlafkapseln eine passende Zwischenlösung für Studierende, die auf der Wohnungssuche sind. Solange sie noch keine Wohnung gefunden haben, können sie dort verweilen und sparen im Vergleich zu anderen Hotels einiges an Kosten, die sie in andere Anschaffungen investieren können. Wir bieten günstige Übernachtungsmöglichkeiten, gemeinschaftliches Feeling und dennoch das eigene Reich als Rückzugsort. Genau das suchen junge Leute vermehrt. So verreist die Generation Y und Z heute – Land und andere Leute kennenlernen.

Welche Expansionspläne haben Sie für die nächsten Jahre?
Wir wollen nach Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt und Leipzig expandieren. Parallel zu unseren eigenen Expansionsplänen mit area24|7 arbeiten wir mit anderen Hotelmarken und Immobilienbesitzern zusammen, indem wir unsere Kapselinstallationsservices in ihren bestehenden Objekten anbieten. Auf diese Weise ist die Rendite ihrer Investitionen schneller.

Wie viele Kapselhotels würden in Deutschland passen? Mindestens eine in jeder Großstadt?
Das Geschäftsmodell von area24|7 smart passt in alle deutschen Städte mit mehr als 300.000 Einwohnern.

Haben Sie auch Pläne für Österreich oder die Schweiz?
Derzeit noch nicht, wir haben unsere Kapseln aber in neu gebaute Hotels in Slowenien und Polen installiert, jedoch nicht unter der Marke 24|7.

 

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