Interview

„Technologie hilft, Vorgänge kontaktlos durchzuführen“

In der Krise hat die Digitalisierung in der Gastronomie Fahrt aufgenommen und wird auch danach Erfolgsfaktor bleiben, ist sich Markus Aehling, Senior Account Manager DACH Food and Beverage bei Oracle, sicher. Im HOGAPAGE Interview spricht er über die Rolle cloudbasierte POS-Systeme und wagt einen Blick in die Zukunft. 

Dienstag, 11.05.2021, 11:31 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Mann steht an einer Kasse von Oracle

Mit cloudbasierten POS-Lösungen kann der Kontakt zu den Gästen reduziert werden. (Foto: © Oracle)

Herr Aehling, welche Rolle spielt Technologie allgemein während der aktuellen Pandemie?

Während am Anfang der Pandemie Technologie noch keine größere Rolle gespielt hat, haben wir im Verlauf gesehen, dass sie der Schlüssel zum Überstehen der Krise und für den weiteren Erfolg ist.

Wie profitieren Restaurantbesitzer gerade in diesen Zeiten von den technologischen Neuerungen?

Gerade wenn wir auf Nähe und persönlichen Kontakt verzichten müssen, kommt Technologie ins Spiel. Anstatt dass der Kellner zum Beispiel drei- bis fünfmal an den Tisch des Gastes gehen muss, um Bestellungen aufzunehmen oder Bezahlungen entgegenzunehmen, helfen technologiebasierte Lösungen dabei, diese Vorgänge kontaktlos durchzuführen. Der Gast bestellt und zahlt auch gern über sein eigenes Smartphone, wenn er dadurch die Möglichkeit bekommt, den Kontakt zu reduzieren und so trotzdem sein Lieblingsrestaurant genießen zu können.

Welche Voraussetzungen müssen Betriebe erfüllen, um ein cloudbasiertes POS-System einzuführen?

Markus Aehling
Markus Aehling, Senior Account Manager DACH Food and Beverage bei Oracle. (Foto: © Orcale)

Im Grunde reicht ein einfacher Internetanschluss. Unsere cloudbasierten Lösungen arbeiten beispielsweise im operativen Geschäft vollkommen unabhängig von der Internetverbindung. Das bedeutet, dass auch ohne dauerhafte Verbindung mit dem Internet alle operativen Funktionalitäten im Restaurant durchgeführt werden können. Für das Arbeiten mit mobilen Geräten, wie zum Beispiel Tablets, benötigen die Restaurants allerdings ein WLAN-Netzwerk.

Wie schwer ist es, zu einem cloudbasierten Kassensystem zu migrieren?

Im Grundsatz ist dies sehr einfach, da bei cloudbasierten Lösungen die Plattform immer schon zur Verfügung steht. Es werden noch entsprechende, individuellen Einstellungen vorgenommen und die Stammdaten eingepflegt. Dann kann es meistens schon los gehen. Dieser Vorgang ist immer abhängig davon, in welchem Umfang und in welcher Form die Daten für das cloudbasierte System vorliegen. Wenn der Gastronom seine Angebote bereits in einer Tabelle aufgelistet hat, ist die Migration deutlich einfacher und schneller, als wenn diese erst aus der Speisekarte abgetippt werden müssen. Die passenden Trainings für Mitarbeiter können dann häufig online durchgeführt werden.

Haben entsprechende Systeme auch Nachteile oder Risiken?

Man sollte bei der Auswahl des Anbieters auf die Details achten. Auf dem Markt werden sehr viele Cloud-Lösungen angeboten. Doch einige davon benötigen zu jeder Zeit eine stabile Internetverbindung, damit sie funktionieren. Auch sollten Gastronomen bei ihrer Entscheidung immer prüfen, ob die Kosten für Updates bereits enthalten sind. Sonst kommt es im Nachhinein zu bösen Überraschungen. Auch wenn bei der Auswahl der richtigen Lösung eine gewisse Sorgfalt vonnöten ist: Grundsätzlich haben cloudbasierte Systeme keine Nachteile. Der Aufwand und der Unsicherheitsfaktor ein On-Premises-Kassensystem selbst zu betreiben, überwiegen die Gefahr einer eventuellen Fehlentscheidung bei weitem.

Wie können Gastronomen am besten herausfinden, ob sich der Umstieg für sie lohnt?

Wenn ein Technologiewechsel ansteht, dann lohnt es sich nicht auf die Vorteile der Cloud zu verzichten – auch wenn das aktuelle Kassensystem vielleicht bereits einen Bon in die Küche schicken oder eine Rechnung drucken kann. Es geht schließlich darum, für die aktuelle Situation und die digitale Zukunft der Gastronomiebranche gewappnet zu sein. Cloudbasierte Technologien entwickeln sich mit der Zeit weiter, das heißt sie sind immer auf dem aktuellen Stand. Andere Kassensysteme werden ab der Installation mit jedem Tage älter und benötigen irgendwann teure Updates – all dies entfällt bei einer cloudbasierten Lösung.

Gerade jetzt fällt das Budget bei viele Gastronomen ja eher gering aus. Welche Kosten fallen für die Umstellung des Betriebs an und wie lange dauert es bis sich diese amortisieren?

Das ist ganz unterschiedlich. Grundsätzlich fallen die Kosten einer solchen Migration etwas höher aus, als wenn man seine bestehende Lösung weiterverwendet. Aber wie bereits angesprochen, fallen diese Kosten bei der Migration einer cloudbasierten POS-Lösung nur einmalig an. Denn die nächsten Releases und Updates sind bei vielen Cloud-Lösungen in der Regel inklusive. Damit rechnen sich solche Systeme häufig schon nach zwei bis drei Jahren. Um die Anfangsinvestitionen für Gastronomen in diesen schwierigen Zeiten so gering wie möglich zu halten, haben wir bei Oracle momentan ein besonders Angebot. Mit der Aktion „One for One“ erhalten Neukunden für den Wechsel in die Simphony Cloud ein neues, passendes Kassensystem für nur einen symbolischen Euro direkt dazu.

Was sind über die unmittelbare Wiedereröffnung hinaus die größten Trends und Hindernisse, die die Lebensmittel- und Getränkeindustrie in den nächsten Jahren erleben wird – insbesondere im Hinblick auf die Technologie? 

Die Lehren der aktuellen Situation werden uns auch nach dieser begleiten. So sind wir überzeugt, dass der technische Aufschwung weitergehen wird. Gerade im Bestell- beziehungsweise Bezahlprozess wird an Smartphones kein Weg mehr vorbeiführen. Plattformunabhängige Weblösungen werden den Gastronomen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, da bin ich mir sicher. Dafür sind offene Schnittstellen an den Cloud-Systemen unabdingbar, sodass neue Partner zu jeder Zeit einfach in das System integriert werden können.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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