Tradition

Olaf Lies ist neuer Grünkohlkönig in Berlin

Daniel Günther, Olaf Lies und Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann mit einer Grünkohlpflanze beim Oldenburger Grünkohlessen
Amtsübergabe beim Oldenburger Grünkohlessen: Daniel Günther (l.) übergibt die Grünkohlpflanze an seinen Nachfolger Olaf Lies, daneben Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. (Foto: © picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich)
Beim traditionsreichen Oldenburger Grünkohlessen wurde Niedersachsens Ministerpräsident zum neuen Regent der Veranstaltung gekürt. Rund 280 Gäste aus Politik und Wirtschaft nahmen teil.
Mittwoch, 04.03.2026, 14:07 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies ist neuer Grünkohlkönig. Der SPD-Politiker wurde bei der 67. Auflage des traditionsreichen „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ (auf Hochdeutsch: Deftiges Oldenburger Grünkohl-Essen) in Berlin gekürt.

„Ich habe mir viel vorgenommen. Es gibt viel zu tun“, sagte Lies, als er gut eine halbe Stunde vor Mitternacht mit Verspätung seine Antrittsrede hielt. Zugleich betonte er: „Es ist gut, dass wir auch in diesen Zeiten miteinander zusammen sind und miteinander fröhlich sind.“

Der neue Regent löst Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ab, der den Titel ein Jahr lang getragen hatte.

Politische Tradition mit langer Geschichte

Das Oldenburger Grünkohlessen hat sich über Jahrzehnte zu einem Treffpunkt politischer Prominenz entwickelt. Ursprünglich fand die Veranstaltung in Bonn statt, später zog sie nach Berlin um.

Nach Angaben der Stadt gibt es das Grünkohlessen seit 1956, seit 1998 wird es in der Hauptstadt ausgerichtet. Viermal musste die Veranstaltung ausfallen: 1962 wegen einer Hochwasserkatastrophe, 1991 aufgrund des Golfkriegs sowie 2021 und 2022 während der Corona-Pandemie.

Der Titel des Grünkohlkönigs geht traditionell an bekannte Politiker. Zu den bisherigen Trägern zählen unter anderem Helmut Schmidt (SPD), Helmut Kohl und Angela Merkel (beide CDU).

Treffen der politischen Prominenz

Unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Hanna Naber nahmen rund 280 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und öffentlichem Leben an dem Essen teil. Auch mehrere Minister des niedersächsischen Landeskabinetts waren vertreten.

Zu den Gästen gehörte außerdem der frühere niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der 2015 selbst zum Grünkohlkönig ernannt worden war.

Deftiges Menü aus Oldenburg

Bei der Veranstaltung wurden zahlreiche norddeutsche Spezialitäten serviert. Auf den Tisch kamen 200 Kilogramm Bio-Grünkohl, 60 Kilogramm Pinkel, 90 Kilogramm Kasseler-Lachs ohne Knochen, 45 Kilogramm Kochmettwurst sowie 28 Kilogramm geräucherter Speck – alles aus original Oldenburger Herstellung und auch in veganer Variante.

Zum traditionellen Ablauf gehört außerdem der sogenannte Löffeltrunk: ein Schnaps, der in einem Zinnlöffel gereicht wird.

(dpa/ SAHO)

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