Peter Inselkammer ist neuer BIHK-Präsident
Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) hat einen neuen Präsidenten. Peter Inselkammer – unter anderem als Sprecher der Wiesnwirte bekannt – wurde von der IHK für München und Oberbayern zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Damit ist er automatisch auch BIHK-Präsident.
Mit seiner Wahl steht ein Vertreter des Gastgewerbes an der Spitze einer großen bayerischen Wirtschaftsorganisation. Peter Inselkammer ist der Neffe von „Dehoga Bayern“-Präsidentin Angela Inselkammer.
Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern begrüßt daher diese Wahl. „Mit Peter Inselkammer übernimmt eine Persönlichkeit Verantwortung, die sowohl alle Anliegen der Wirtschaft als auch der Region München-Oberbayern aus langjähriger eigener Erfahrung kennt“, sagt "Dehoga Bayern"-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert.
„Ich weiß, wo es uns drückt“
Die Vollversammlung in München hatte Inselkammer mit 86 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen und ohne Gegenstimmen gewählt. Der 56-Jährige war ohne Gegenkandidat angetreten.
In seiner Bewerbungsrede hatte Inselkammer betont, dass er die tagtäglichen Herausforderungen des operativen Geschäfts kenne. „Ich weiß, wo es uns drückt und ich glaube, ich weiß auch, wo wir unsere Stimme erheben müssen. Wo wir Kritik üben müssen, aber wo wir auch Verbesserungsvorschläge einbringen müssen in der Politik, in der Gesellschaft.“ Gleichzeitig wolle er aber auch für Zuversicht stehen.
Inselkammer war bereits seit Januar vertretungsweise Präsident der IHK für München und Oberbayern, nachdem sein Vorgänger Klaus Josef Lutz sein Amt niedergelegt hatte. An die Spitze des BIHK rückt er satzungsgemäß aber erst jetzt mit der offiziellen Wahl. Er ist verheiratet und hat nach eigenen Angaben vier Kinder und einen Dackel.
Dehoga Bayern begrüßt die Wahl
Der Dehoga Bayern erhofft sich nun nach eigenen Angaben mit Peter Inselkammer an der Spitze des BIHK, dass die zentralen Anliegen der Wirtschaft auch künftig mit Nachdruck vertreten werden. Dazu zählen insbesondere wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, eine verlässliche Energie- und Steuerpolitik, Maßnahmen zur Fachkräftesicherung sowie die Stärkung der Innenstädte und Wirtschaftsstandorte in München und Oberbayern.
„Peter Inselkammer steht für Unternehmertum, Verlässlichkeit und ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen unserer Betriebe. Gerade in Zeiten, in denen Bürokratie, Kostenbelastungen, Fachkräftesicherung und Standortfragen die Wirtschaft massiv beschäftigen, braucht es an der Spitze der IHK eine starke, praxisnahe und glaubwürdige Stimme“, erklärt Christian Bär, „Dehoga Bayern“-Bezirksvorsitzender für Oberbayern. "Wir gratulieren Peter Inselkammer von Herzen zu dieser bedeutenden Aufgabe und wünschen ihm viel Erfolg, Kraft und eine glückliche Hand."
Auch Christian Schottenhamel, Vorsitzender der „Dehoga Bayern“-Kreisstelle München, würdigt die Wahl Inselkammers: „Peter Inselkammer kennt München, die Betriebe und die Menschen, die tagtäglich Verantwortung übernehmen. Er weiß, was Tourismus, Gastronomie, Hotellerie und die vielen mittelständischen Unternehmen für unsere Stadt leisten – wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell. Seine Wahl ist ein starkes Signal für Münchens und Oberbayerns Wirtschaft und für einen Kurs, der Praxisnähe, Dialog und klare Interessenvertretung verbindet.“
Wiesnwirte-Sprecher
Inselkammer ist seit 2017 Sprecher der Wiesnwirte, seit 2021 ist er im Präsidium der IHK. Zu seinem Unternehmen gehören neben einem Wiesnzelt auch Hotels und Restaurants. Er gilt als politisch gut vernetzt, eher diplomatisch und besonnen und sucht – anders als manche seiner Vorgänger als Wirtesprecher – nicht den großen Auftritt.
Auch beim BIHK könnte sich der Ton mit Inselkammer ändern. Sein Vorgänger Lutz hatte sich gerne sehr deutlich und kritisch zu Wort gemeldet. Der ehemalige Chef der inzwischen strauchelnden Baywa war im Januar zurückgetreten – einen Tag nachdem bekannt geworden war, dass die Münchner Staatsanwaltschaft bei ihren Untersuchungen rund um die Schieflage der Baywa wegen Untreueverdachts gegen Lutz ermittelt.
Lutz hatte die Baywa von 2008 bis 2023 geleitet. Im Sommer 2024 war der Konzern in Schieflage geraten und ist seither einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Ein maßgeblicher Auslöser waren die hohen Zinszahlungen für Kredite, die das Unternehmen im Zuge einer von Lutz gesteuerten internationalen Expansion in den 2010er Jahren aufgetürmt hatte.
(dpa/Dehoga Bayern/SAKL)