Oktoberfest 2026

Anzapftraining: Münchens OB probt für den Wiesn-Anstich

Dominik Krause
Übung macht den Meister: Dominik Krause hat bereits Erfahrung beim Anzapfen gesammelt. Nun bereitet sich Münchens neuer Oberbürgermeister auf seinen ersten Wiesn-Anstich als Rathauschef vor. (Foto: © picture alliance/dpa | Peter Kneffel)
Wie viele Schläge braucht Münchens neuer OB beim legendären Wiesn-Anstich? Dominik Krause hat wie seine Vorgänger ein Anzapftraining absolviert – und sagt, warum das vor dem Auftritt wichtig ist.
Montag, 17.08.2026, 10:02 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Countdown zum Oktoberfest – für Münchens neuen Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat die heiße Vorbereitungsphase begonnen: Gut fünf Wochen vor dem Anstich war der Rathauschef zu seinem ersten Anzapftraining bei der Paulaner-Brauerei in Langwied.

Wie seine Vorgänger ließ er sich coachen, um am 19. September zur Wiesn-Eröffnung vor laufenden Kameras und Tausenden Gästen im Schottenhamel-Zelt das erste Fass professionell und ohne Bierbad anzuzapfen. „Ich habe als Zweiter Bürgermeister schon das ein oder andere Mal angezapft, auch auf der Wiesn, aber der Anstich ist dann doch etwas ganz Besonderes“, sagte Krause, der gerade gut 100 Tage im Amt ist. 

Anzapftrainer Markus Hübner ließ Krause mit Fässern verschiedener Größen üben. Es gebe beim Anzapfen einige Fehler, erläuterte Hübner: „Der Wechsel kann zum Beispiel verkanten, dann schießt das Bier raus.“ Dass es beim Anzapfen spritze, sei aber normal. Insgesamt sei Anzapfen viel Gefühlssache, auch deshalb sei Üben wichtig. Ziel sind zwei Schläge – das ist die Messlatte. 

Magie der Zahl zwei 

Dass Münchner Oberbürgermeister bei Paulaner vor dem Fest Training bekommen, hat lange Tradition – auch wenn darum anfangs noch ein Geheimnis gemacht wurde. 

Die magische Zahl der Schläge ist in München bei der live im Fernsehen übertragenen Veranstaltung ein wichtiges Kriterium für das Ansehen eines Stadtoberhaupts. Der damalige OB Christian Ude schaffte es 2005 als erster OB, den Zapfhahn mit nur zwei Schlägen ins Fass zu bringen. 

Davor hatte Ude Lehrgeld gezahlt: In seinem ersten Amtsjahr 1993 ertönten nach dem sechsten Schlag „Aufhören“-Rufe, doch er musste noch einmal nachsetzen, bis er mit dem Ruf „O’zapft is“ das Volksfest eröffnen konnte. Der frühere OB Thomas Wimmer soll bei seinem ersten öffentlichen Anzapfen mindestens 17 Schläge gebraucht haben. 

Anzapfen und Elfmeter 

Krause war schon beim ersten Training gut dabei, so Trainer Hübner: „Alle Fässer mit zwei Schlägen.“ Krause selbst sieht es so: „Das ist wie beim Elfmeterschießen. Das haben Fußballer auch schon oft gemacht, aber wenn ein paar Menschen mehr zuschauen, schadet es nicht, das vorher nochmal zu üben.“

(dpa/SAKL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Paulaner-Zelt auf dem Oktoberfest
Oktoberfest-Zeltvergabe
Oktoberfest-Zeltvergabe

Wiesnzelte bleiben vorerst Münchner Sache

Die Forderung eines Münchner Wirts sorgte für Furore: Die Oktoberfest-Zelte sollen europaweit ausgeschrieben werden. Er konnte sich damit aber nicht durchsetzen – zumindest vorerst.
Alexander Egger
Wiesn-Streit
Wiesn-Streit

Gastronom berichtet von Anfeindungen nach Wiesn-Klage

Mit seiner Klage gegen die Vergabe von Oktoberfestzelten sorgte ein Wirt für Wirbel. Nun berichtet er von Folgen – für ihn und seine Familie.
Oktoberfest
Oktoberfest 2026
Oktoberfest 2026

So soll die Wiesn sicherer werden

Nur noch 50 Mal schlafen, dann heißt es wieder „O’zapft is“. Rund anderthalb Monate vor dem Start des 191. Münchner Oktoberfestes hat die Stadt mitgeteilt, was in diesem Jahr neu ist.
Paulaner-Zelt auf dem Oktoberfest
Rechtsstreit
Rechtsstreit

Oberstes Landesgericht verhandelt Wiesn-Klage im September

Seit 1810 gibt es das Oktoberfest, und seit der Frühphase wird Bier von Münchner Wirten ausgeschenkt. Das Oberste Landesgericht verhandelt bald eine Klage, die Auswärtigen die Tür öffnen könnte.
Münchner Stubn
Oktoberfest
Oktoberfest

Neuer Wirt für Wiesnzelt steht fest

Wirtewechsel, knapper Zeitplan: Der Gastronom Klaus Bartl bekommt doch noch sein Wiesnzelt – und muss jetzt im Rekordtempo aufbauen. Der Grundsatzstreit um die Zeltvergabe ist dennoch nicht beigelegt.
Wiesnchef Christian Scharpf
Wiesn 2026
Wiesn 2026

Oktoberfest-Aufbau startet nach Rechtsstreit

Nach einem juristischen Krimi läuft nun der Oktoberfest-Aufbau. Wie auf Münchens größter Baustelle die Wiesn-Mini-Stadt entsteht – und warum der Start lange unsicher war.
„Münchner Stubn“ auf dem Oktoberfest
Wiesn-Wirbel
Wiesn-Wirbel

Wirt lässt Oktoberfest-Zeltplatz sausen

Ein freier Zeltplatz auf dem Oktoberfest ist selten – nun ist genau das passiert. Ein Münchner Wirt hat den Vertrag für sein Wiesn-Zelt nicht rechtzeitig unterzeichnet. Was steckt hinter dem überraschenden Rückzug – und wer könnte profitieren?
Schützenlisl Musiker
Oktoberfest-Zeltvergabe
Oktoberfest-Zeltvergabe

Wiesn-Wirt scheitert erneut mit Klage gegen Zeltvergabe

Der Wirt Alexander Egger bleibt bei einer Klage gegen die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest erneut erfolglos. Das Verwaltungsgericht wies seinen Eilantrag ab. Das letzte Wort ist aber nicht gesprochen.
Schottenhamel-Festzelt
Oktoberfest-Zeltvergabe
Oktoberfest-Zeltvergabe

Streit um Wiesn-Zelte – Eilantrag beim Verwaltungsgericht

Ein Wirt zieht vor Gericht: Alexander Egger kämpft um ein Zelt auf der Wiesn – und stellt das gesamte Vergabesystem infrage. Was steckt hinter dem Eilantrag?