Corona-Maßnahmen

Diskussion um Weihnachtsmärkte spaltet Politiker

Während die Kommunen sinnvolle Konzepte ausarbeiten, wie doch noch Glühwein ausgeschenkt und Mandeln gebrannt werden könnten, sind die Ministerien hinsichtlich der Weihnachtsmärkte uneins.

Donnerstag, 23.07.2020, 13:39 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Weihnachtsmark

Dürfen Weihnachtsmärkte dieses Jahr stattfinden oder nicht? Diese Frage spaltet derzeitig die Politiker. (© ksfotodesign/stock.adobe.com)

Der Duft von gebrannten Mandeln würde normalerweise in vier Monaten durch die Straßen und über die Plätze der Kommunen ziehen. Menschen in Massen an den Glühweinständen. Aber die Corona-Pandemie kennt keine normalen Zeiten und so stehen in diesem Jahr nach den Volksfesten, Bundesligaspielen, Festivals und Messen auch die Weihnachtsmärkte auf dem Prüfstand. Viele Kommunen sind derzeitig noch unentschlossen – wie auch so manche Landesregierung…

Wirtschaftsministerium zuversichtlich

Das Wirtschaftsministerium in Baden-Württemberg zumindest hat die traditionellen Märkte trotz der geltenden strengen Corona-Auflagen in diesem Jahr zwar noch nicht vollkommen abgeschrieben. Gemeinsam mit dem Sozialministerium erarbeite ihr Haus derzeit Regelungen für die Öffnung von Märkten und mobilen Freizeitparks, ließ Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut dazu verlauten. „In diesem Rahmen kann grundsätzlich auch die Durchführung von Weihnachtsmärkten denkbar sein“, sagte die CDU-Politikerin weiter. Details zu den Auflagen nannte sie nicht.

Sozialminister dämpft Erwartungen

Aber Sozialminister Manne Lucha (Grüne) dämpfte umgehend die Hoffnungen auf eine Weihnachtsmarkt-Saison. „Stellen Sie sich die Eingangssituation des Stuttgarter Weihnachtsmarktes vor mit den ganzen Trinkbuden“, sagte er. „Das sind Situationen, die wir in dieser Form sicher nicht durchführen können.“ Die Frage nach den Weihnachtsmärkten müsse zwar entschieden werden, weil auch die Händler Planungssicherheit bräuchten. Es sei aber dringend notwendig, stets die Wege der Besucher und deren Kontakte nachvollziehen zu können. „Ob es abgestimmte, abgeschwächte Formen gibt, das müssen wir jetzt erarbeiten“, sagte Lucha.

Eventbranche spricht von „Berufsverbot“

Ein Aufschieben der Entscheidung über einen Weihnachtsmarkt bis September oder Oktober komme zudem für viele Händler zu spät, heißt es dagegen seitens der Stadt Ludwigsburg. Das sehen die Schausteller genauso. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat nach Schätzungen ihres Landesverbandes im Südwesten etwa jeder fünfte Unternehmer in der Branche aufgegeben. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagte der Vorsitzende von „Tourismus & Events Ludwigsburg“, Mark Roschmann, dazu. Die Corona-Auflagen kämen einem Berufsverbot gleich. (lsw/TH)

 

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