Independent Hotel Show Munich 2026: „Für uns zählt die Qualität“
Herr Schleich, zwei intensive Messetage liegen hinter Ihnen. Mit welchem Gefühl blicken Sie auf die dritte Ausgabe der Independent Hotel Show Munich zurück?
Mit einem sehr positiven Gefühl. Wir haben unglaublich viel herzliches Feedback von Ausstellern und Besuchern bekommen und über beide Tage ein echtes Miteinander erlebt. Genau das möchten wir mit der Independent Hotel Show Munich schaffen: eine Plattform, auf der sich die Branche austauscht, vernetzt und voneinander profitiert. Besonders wichtig ist dabei die Qualität der Kontakte. Es braucht nicht zehntausende Besucher, wenn stattdessen hochkarätige Entscheider vor Ort sind, aus deren Gesprächen konkrete Leads und neue Kundenbeziehungen entstehen. Gleichzeitig war schön zu sehen, wie stark sich die unabhängige Hotellerie als Gemeinschaft versteht und wie wichtig ihr ihre unternehmerische Freiheit ist: kreativ zu sein, eigene Wege zu gehen, auch einmal Fehler zu machen und daraus zu lernen.
Die Messe ist erneut gewachsen und hat viele neue Aussteller nach München gebracht. Wie hat sich diese Entwicklung aus Ihrer Sicht auf die Veranstaltung ausgewirkt?
Durchweg positiv. Für eine Messe ist es wichtig, jedes Jahr neue Aussteller, Produkte und Themenfelder einzubinden und damit auch neue Impulse für die Branche zu setzen. In diesem Jahr sind beispielsweise mit der Green Zone, den Tiny Space Houses, der Art Gallery und der Start-up Zone verschiedene neue Bereiche hinzugekommen. Sie erweitern das Angebot sinnvoll und sorgen gleichzeitig dafür, dass Besucher immer wieder neue Ideen und Lösungsansätze entdecken können. Genau diese Mischung aus etablierten Partnern und neuen Impulsen macht die Messe lebendig.
In diesem Jahr wurde die Messe noch stärker thematisch strukturiert und um verschiedene Erlebnis- und Themenbereiche ergänzt. Was hat sich bewährt – und wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?
Die thematische Aufteilung hat sehr gut funktioniert. Mit Bereichen wie der Tech Zone, der Start-up Zone oder der Art Gallery konnten wir unterschiedliche Themen klar sichtbar machen und den Besuchern Orientierung geben. Gleichzeitig wollen wir uns natürlich weiterentwickeln. Potenzial sehe ich beispielsweise in einer noch gezielteren Ansprache unserer verschiedenen Zielgruppen. Auch auf Ausstellerseite möchten wir prüfen, wo sich Abläufe weiter vereinfachen lassen. Unser Anspruch ist, nicht nur das Erlebnis während der Messe zu verbessern, sondern den gesamten Prozess davor und danach so angenehm wie möglich zu gestalten.
Eine Fachmesse muss für Aussteller und Besucher letztlich auch einen konkreten Mehrwert schaffen. Welches Feedback haben Sie hierzu erhalten?
Das Feedback war sehr positiv. Unser Anspruch ist ausdrücklich nicht, eine Messe über reine Quantität zu definieren. Für uns zählt die Qualität. Rund 2.000 Besucher sind dann wertvoll, wenn darunter die relevanten Entscheider sind und aus Begegnungen tatsächlich neue Kontakte, Leads und Geschäftsbeziehungen entstehen. Genau dieses Feedback haben wir von unseren Ausstellern bekommen. Gleichzeitig wachsen wir weiter – aber eben mit dem Anspruch, dass die Qualität der Besucher und der Austausch untereinander erhalten bleiben.
Mehr als 45 Sessions beschäftigten sich unter anderem mit KI, Führung, Nachhaltigkeit, Design und Longevity. Bei welchen Themen war der Gesprächsbedarf der Hoteliers besonders groß?
Entscheidend ist aus meiner Sicht weniger ein möglichst prominenter Keynote-Name als vielmehr die Relevanz des Themas und die Persönlichkeit, die dafür auf der Bühne steht. Themen wie KI, Klimawandel und Nachhaltigkeit, Nachfolge oder Female Empowerment beschäftigen die Hotellerie sehr konkret – und genau diese Themen wollen wir auch künftig fördern und aufgreifen. Besonders gut funktioniert es, wenn Persönlichkeiten aus der Hotellerie selbst ihre Erfahrungen miteinander teilen. Solche Branchenikonen schaffen einen echten Mehrwert, weil ihre Themen und Herausforderungen nah an der Lebensrealität der Besucher sind. Einen bekannten Namen aus einem völlig anderen Bereich nur um der Prominenz willen brauchen wir dagegen nicht. Der Inhalt und seine Relevanz für die Branche stehen im Vordergrund.
Welche neuen Prioritäten oder Herausforderungen beobachten Sie aktuell in der Individualhotellerie?
Was wir sehr deutlich wahrnehmen, ist das starke Selbstverständnis der unabhängigen Hotellerie. Jedes Haus hat seine eigene Marke, seine eigene Geschichte und möchte diese individuell nach außen tragen. Genau diese Unabhängigkeit soll erhalten bleiben. Sie gibt Hoteliers die Freiheit, kreativ zu sein, eigene Entscheidungen zu treffen, Dinge auszuprobieren und auch aus Fehlern zu lernen. Gleichzeitig wächst der Wunsch, Herausforderungen nicht ausschließlich für sich allein zu lösen, sondern sich stärker miteinander auszutauschen. Wir sehen inzwischen Hoteliers aus dem gesamten DACH-Raum und auch aus Südtirol, die nach München kommen, sich vernetzen und zunehmend als Gemeinschaft auftreten. Genau dafür möchten wir mit der Independent Hotel Show Munich eine Plattform bieten.
Wenn Sie eine zentrale Erkenntnis aus den beiden Messetagen mit in die Planung der nächsten Independent Hotel Show Munich nehmen müssten: Welche wäre das?
Ganz grundsätzlich würden wir vieles genauso wieder machen. Wir haben inzwischen ein sehr stimmiges System entwickelt, und Formate wie das Power Breakfast haben beispielsweise auch in diesem Jahr wieder hervorragend funktioniert. Es geht deshalb nicht darum, jedes Jahr alles neu zu erfinden. Wir möchten vielmehr auf dem Bestehenden aufbauen, weiter wachsen und gezielt neue Elemente ergänzen. Ein konkretes Beispiel ist eine neue IT-Customer-Journey für Hoteliers, mit der wir im kommenden Jahr die verschiedenen digitalen Schnittpunkte und Prozesse rund um den Messebesuch noch besser abbilden möchten. Unser Ziel ist also eine kontinuierliche Weiterentwicklung, ohne das aus den Augen zu verlieren, was bereits gut funktioniert.
Was können Sie uns bereits über die nächste Ausgabe im Jahr 2027 verraten? Was können Besucher und Aussteller im kommenden Jahr erwarten?
Im Grundsatz dürfen sich Besucher und Aussteller auf eine Messe freuen, die ihrem bisherigen Charakter treu bleibt und sich gleichzeitig weiterentwickelt. Wir werden voraussichtlich noch etwas wachsen, bleiben aber in den beiden Hallen im MOC München. Gleichzeitig möchten wir weiterhin stark auf Content, Bühnen und Austausch setzen. Mindestens ebenso wichtig bleibt für uns die Qualität der Aussteller und ihrer Präsentationen. Wir haben schon in diesem Jahr gesehen, dass die Stände immer hochwertiger und individueller werden – und genau diesen Qualitätsanspruch möchten wir fortführen. Es geht uns also nicht darum, einfach möglichst groß zu werden, sondern darum, die Messe inhaltlich und qualitativ weiterzuentwickeln.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Schleich!
Über die Independent Hotel Show Munich
Die Independent Hotel Show Munich ist eine von der Montgomery Group veranstaltete ganzheitliche Business-Veranstaltung für die unabhängige Hotellerie. Neben einem Seminar- und Vortragsprogramm präsentiert die Messe Produkte und Dienstleistungen für die Branche. In diesem Jahr waren mehr als 200 Partner vertreten. Die dritte Ausgabe fand am 16. und 17. September im MOC München statt.
(SAKL)