Veranstalterbranche

Messe Berlin plant Neustart

Die Coronakrise hat zahlreiche Messeveranstalter ins Internet gezwungen. Doch Berlins neuer Messechef plant schon den Neustart des klassischen Formats.

Dienstag, 19.01.2021, 11:25 Uhr, Autor: Thomas Hack
Eine Messehalle

Messe Berlin: „Die Menschen wollen wieder persönlich zusammenkommen“(©metamorworks/stock.adobe.com)

Nach mehreren Digitalmessen plant Berlin vom Sommer an wieder große Branchentreffen, wie es dieser Tage dazu hieß. Den Auftakt soll mit Hygienekonzept Mitte Mai die Fruit Logistica machen, so der neue Messechef Martin Ecknig. „Für die Fachmesse haben wir schon über 500 Aussteller-Anmeldungen aus 50 Ländern.“ Zur Elektronikmesse IFA im September sollen dann auch wieder Privatbesucher auf das Messegelände kommen. „Die Menschen wollen wieder persönlich zusammen kommen.“ Komplett online läuft dagegen derzeitig die erste große Leistungsschau dieses Jahres in Berlin, die Agrarmesse Grüne Woche. Statt Hunderttausender Privatbesucher und Landleben zum Fühlen, Schmecken und Riechen gibt es einen zweitägigen Austausch unter Fachleuten im Internet.

„Messen bleiben in ihrer Grundsubstanz erhalten“

„Das digitale Käsehäppchen gibt es leider noch nicht, aber es gibt den Bedarf nach Austausch“, sagte Ecknig. „Die Themen Lebensmittel, Landwirtschaft bis hin zu Gartenbau sind durch die Krise in der Aufmerksamkeit gestiegen.“ Die Messe werde auch im Online-Format Akzente setzen. Unter dem Schlagwort „Messe Plus“ stellt sich das Unternehmen darauf ein, dass Leistungsschauen künftig einen größeren Online-Anteil haben. „Messen und Kongresse bleiben nach Corona in ihrer Grundsubstanz erhalten, weil wir so funktionieren, weil Marktplätze so funktionieren, weil die Welt so funktioniert. Aber es werden digitale Anpassungen mit hineinspielen“, sagte Ecknig.

Das Berliner Messegelände werde dafür nach wie vor gebraucht, großer Leerstand sei nicht zu erwarten. Besucherzahlen wie vor der Krise kurzfristig jedoch nicht in Sicht. Auch 2021 stellt sich Berlin auf Verluste ein. „Man darf davon ausgehen, dass wir ohne Hilfe auch nicht durch das Jahr 2021 kommen“, sagte Ecknig. Ein Dauerzustand dürfe das aber keineswegs werden. (dpa/TH)

 

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