BDV

Nachhaltige Becher-Lösungen für Kaffeeautomaten

In der Vending-Branche sind immer häufiger umweltfreundliche Alternativen zu Einweg-Bechern gefragt. Um über die entstehenden Herausforderungen zu diskutieren, trafen sich jetzt Politiker und Branchen-Vertreter.  

Montag, 04.11.2019, 13:38 Uhr, Autor: Kristina Presser

Auf einem Treffen des BDV mit Politkern und Branchen-Experten wurden unter anderem alternative Becher-Lösungen für die Vending-Branche diskutiert. (Foto: © Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft e. V.)

Umweltfreundliche Plastik-Alternativen beschäftigen den Außer-Haus-Markt – vor allem im Hinblick darauf, die Vorgaben aus der EU-Richtlinie zur Vermeidung von Kunststoffverpackungen (SUP) bis Ende 2020 umgesetzt zu haben. Um die verschiedenen Möglichkeiten nachhaltiger Becherlösungen für Kaffeeautomaten zu diskutieren, trafen sich jüngst Vertreter aus Politik und der Vending-Branche bei Heuser Verpflegungsautomaten in Dietzenbach bei Frankfurt a.M., einem Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft e. V. (BDV). Neben Gastgeber und BDV Vorstandssprecher Michael Heuser nahmen an der Diskussionsrunde unter anderem der Bundestagsabgeordnete Björn Simon teil, Mitglied im Umweltausschuss und Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, sein Referent Lukas Kreher, BDV Geschäftsführer Dr. Aris Kaschefi, Referentin Sonja Klein und die Automatendienstleister und BDV-Mitglieder Gudrun Krämer (AP Südhessen GmbH & Co. KG) und Rainer Sauer (Sauer GmbH – Der Kaffee-Max). Um auch auf die Herausforderungen für die Branche eingehen zu können, wurden im Vorfeld mehr als 100 Mitglieder des BDV befragt.

Das Ergebnis der Umfrage: Über 80 Prozent der Kaffee-Automaten (Standgeräte und Kaffeevollautomaten) stehen in geschlossenen Bereichen wie Büros, Produktionsstandorte oder Betriebs-Kantinen. Bereits heute werden 2/3 aller Heißgetränke aus kundeneigenen Gefäßen (Kunststoff-Mehrwegbecher oder Porzellantasse) ausgegeben. Laut Firmenchef Michael Heuser steigt derzeit seitens Unternehmen die Nachfrage nach einer Umstellung auf Papierbecher.

Die Branche im Zwiespalt

Der Zwiespalt, in dem die Branche steckt, erläuterte BDV-Geschäftsführer Aris Kaschefi: Die SUP ist noch nicht in nationales Recht umgesetzt. Kunden-Unternehmen fragen aber bereits heute schon bei Automaten-Dienstleistern als Alternative zum Kunststoff-Einweggefäß den Papierbecher an. Gespräche mit Experten aus Politik und Umweltbehörden zeigen jedoch, dass derzeit noch ungeklärt ist, welche Materiallösung überhaupt ökologisch vorzugswürdig ist, wo in der Praxis nur Einweg möglich ist. Das bestätigte auch Politiker Björn Simon, der angab, dass bisher im Umweltausschuss noch keine faktenbasierte Entscheidung in der Sache möglich sei, da Ökobilanzen der verschiedenen Alternativen fehlen. Er persönlich möchte Schnellschüsse vermeiden, mit denen am Ende Kunststoff durch Materialien substituiert wird, die in der Ökobilanz schlechter sind.

Bisherige Lösungen

Mittlerweile gibt es für Standorte, an denen weder hygienische noch arbeitssicherheitsrechtliche Gründe dagegensprechen, auch Mehrwegbecher aus Kunststoff, die der Automat ausgeben kann. Diese Lösungen sind allerdings mit einem hohen Aufwand verbunden: Für ein Mehrweg-Konzept müssen Rücknahmegeräte vor Ort und Reinigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Bereitschaft der Kunden für die Einrichtung dieser kostenintensiven Infrastruktur-Lösungen im Unternehmen sollten ebenfalls gegeben sein.

Die optimale Lösung ist in der Regel die Becher-Stop-Funktion des Automaten. Bereits seit vielen Jahren wird durch eine Sensor-Technologie am Automaten dem Verbraucher ermöglicht, Kaffee in Kundeneigene Becher und Tassen abzufüllen. 70 Prozent der befragten Automatendienstleister verkaufen das Heißgetränk im eigenen Becher günstiger. Viele von ihnen bieten ihren Kunden dazu speziell gebrandete Mehrweg- oder Porzellanbecher an und weisen aktiv auf die Ressourcenschonung hin.

Die Ergebnisse

Deutlich wurde in der Diskussionsrunde, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit höchste Priorität haben, aber auch mit zusätzlichen Kosten verbunden sind. Eine Umstellung von heute auf morgen sei allerdings auch aufgrund der fehlenden Fakten zu Alternativlösungen nicht umsetzbar. Wie der BDV angibt, wird er gemeinsam mit seinen Mitgliedern weiter aktiv an einem Nachhaltigkeitskonzept der Vending-Branche arbeiten und den regelmäßigen Austausch mit der Politik fortsetzen.

 

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