Wiesn 2026

Oktoberfest-Aufbau startet nach Rechtsstreit

Wiesnchef Christian Scharpf
Wiesnchef Christian Scharpf freut sich bereits auf den Beginn des Oktoberfestes im September 2026. Die Aufbauarbeiten haben bereits begonnen. (Foto: © picture alliance/dpa | Peter Kneffel)
Nach einem juristischen Krimi läuft nun der Oktoberfest-Aufbau. Wie auf Münchens größter Baustelle die Wiesn-Mini-Stadt entsteht – und warum der Start lange unsicher war.
Mittwoch, 08.07.2026, 10:02 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Wochenlang mussten die Wiesn-Wirte um den Aufbau von zwei Zelten zittern – doch jetzt kann es wie geplant losgehen: Knapp ein Vierteljahr vor dem Anstich haben die Bauarbeiten zum Oktoberfest begonnen. Lastwagen und Baumaschinen rollen. „Da haben wir ein bisserl geschwitzt“, sagte Wiesnchef Christian Scharpf (SPD).

Jetzt ist die Theresienwiese offiziell Baustelle – es sei die größte temporäre Baustelle in ganz Europa.

Wirt sorgte mit Eilantrag für Turbulenzen 

Kurz vor dem Aufbaustart hatte ein Rechtsstreit für Furore gesorgt. Der Wirt Alexander Egger will auf gerichtlichem Weg erreichen, dass sich die Zuteilung zweier großer Oktoberfestzelte – das berühmte Anzapfzelt Schottenhamel und das Paulaner-Festzelt – nach europäischem Vergaberecht richten muss. Per Eilantrag wollte er beim Bayerischen Obersten Landesgericht erreichen, dass diese beiden Zelte bis zur Hauptsache-Entscheidung nicht aufgebaut werden dürfen. 

Doch damit ist er vor Gericht gescheitert. Bei den Wirten und bei der Stadtspitze sorgte das für Aufatmen. Sonst wären womöglich die Plätze der beiden Zelte leer geblieben – und es wäre nicht klar gewesen, wo das Volksfest eröffnet werden soll. Denn das passiert traditionell im Schottenhamel-Zelt. Nun aber konnten auch diese noch offenen Festzelt-Verträge geschlossen werden.

Anschlüsse für Wasser und Strom unter dem Kies

Jetzt wird überall gehämmert, geschraubt – und gegraben. Denn unter dem Kies müssen Anschlüsse für Wasser, Strom und Gas freigelegt werden.

Sie verschwinden nach dem Oktoberfest wieder unter Kies. Denn wenn keine Wiesn ist, wird die Theresienwiese auch für andere Veranstaltungen wie das Winter-Tollwood-Festival genutzt oder auch als Freizeitgelände zum Radeln, Chillen und Skaten. Die Küchen der Festzelte werden alljährlich neu betoniert und nach dem Fest wieder abgerissen. 

Außergewöhnliche Dimensionen

„Die Dimensionen und die logistische Komplexität sind außergewöhnlich“, sagte Festleiter Scharpf. „In nur zwölf Wochen entstehen hier 14 große und 21 kleine Festzelte – auf der Oidn Wiesn kommen weitere drei Festzelte hinzu.“ Er sprach von „wahren Bierburgen“. 

Ab Ende August würden zudem die großen Fahrgeschäfte wie Hochfahrgeschäfte, Riesenrad und Wasserbahnen aufgebaut. Anfang September folgen laut dem Wiesnchef Rundfahrgeschäfte, Autoscooter und viele weitere Attraktionen. „Der Aufbau des größten Volksfestes der Welt ist jedes Jahr aufs Neue eine beeindruckende logistische Meisterleistung.“

Die Münchner müssen während des Aufbaus auch Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, etwa Umwege: Wegen der Bauarbeiten können Fußgänger und Radler die Theresienwiese in den kommenden Wochen nur eingeschränkt oder gar nicht queren, wie die Stadt mitteilt. „Das Betreten der Baustellenbereiche ist aus Sicherheitsgründen verboten.“

Oktoberfest startet im September

Am 19. September heißt es dann „Ozapft is“ – für Nicht-Bayern: Das erste Bierfass ist angezapft. Erstmals wird das Ritual Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zelebrieren. Dann steht auf der Theresienwiese eine Mini-Stadt aus Bierburgen mit Tausenden Plätzen samt Großküchen, Buden und Fahrgeschäften.

Für manchen Besucher ist es kaum vorstellbar, dass alles nur für gut zwei Wochen steht: Das Fest dauert dieses Jahr bis zum 4. Oktober.

(dpa/SAKL)

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