Bayerisches Zentrum für Tourismus

Was Tourismusunternehmen leisten müssen

Unter dem Titel „Digitalisierung im Tourismus: „Was muss, was kann, was soll?“ diskutierte das Bayerische Zentrum für Tourismus mit Experten aus der Wissenschaft und Tourismuswirtschaft.

Dienstag, 23.11.2021, 09:39 Uhr, Autor: Martina Kalus
Buchungsplattform Hotel

Die Onlinebuchbarkeit und der zielgerichtete Umgang mit Kundendaten bleiben die Sorgenkinder der Digitalisierung im Tourismus. (Foto: © Song_about_summer/stock.adobe.com)

Im Fokus der siebten Diskussionsrunde, die im Rahmen der Jahresdialogreihe „Tourismus neu denken – Bleibt alles anders?“ stattfand, stand die Frage, wie Tourismusbetriebe und Destinationen die Potenziale der Digitalisierung in der Vermarktung und Kommunikation ihrer Leistungen stärker ausschöpfen können.

Die Onlinebuchbarkeit und der zielgerichtete Umgang mit Kundendaten bleiben die Sorgenkinder der Digitalisierung im Tourismus. Im Vergleich zu vielen anderen Branchen liegt die Tourismusbranche beim Thema Digitalisierung weit zurück und das Potenzial, welches die Digitalisierung bietet, wird von vielen Unternehmen und Anbietern nur zu einem kleinen Teil genutzt. In welcher Form die Branche zukünftig noch stärker bei der Vermarktung und Kommunikation ihrer Leistungen von der Digitalisierung profitieren kann, stand im Mittelpunkt dieser Dialogveranstaltung, die Dr. Marco A. Gardini, Professor für Tourismus und Hospitality Management an der Hochschule Kempten und stellvertretender Leiter des Bayerischen Zentrums für Tourismus, moderierte.

Onlinebuchbarkeit und Datenqualität

Maßgeblich für den Erfolg touristischer Unternehmen ist die Onlinesichtbarkeit und -buchbarkeit für den Gast, so die grundlegende These des Vortrags von Dr. Michael Braun, Geschäftsführender Vorstand des Tourismusverband Ostbayern e.V. und Geschäftsführer der OBS OnlineBuchungsService. „Die touristischen Betriebe und Destinationen müssen sich intensiver damit beschäftigen. Hier besteht bei der Frage der digitalen Buchbarkeit der größte Handlungsbedarf. In Bayern geht man davon aus, dass nur ca. die Hälfte aller Gastgeber online buchbar sind.“

Er wies aber auch darauf hin, dass hier die Struktur der Betriebe beachtet werden müsse. „Kleine Unternehmen sind oft im operativen Geschäft gefangen.“ Besonders diesen Anbietern müsse geholfen werden, sie benötigten im digitalen Vertrieb ihrer Produkte eine professionelle Betreuung, ein Ansatz, den Braun mit dem Tourismusverband Ostbayern verfolgt: „Bei der Digitalisierung der Dienstleistungen liegen in vielen Betrieben Defizite vor, die technischen Lösungen sind nicht ausreichend. Wir haben eine eigene Agentur aufgebaut und so ein flächendeckendes Netzwerk zur Verfügung gestellt, in das nicht nur Unterkünfte eingebaut werden, sondern alle Anbieter.“ Allerdings gebe es oft auf dem Weg vom Marketing zur Buchbarkeit einen medialen Bruch, denn vielfach stimme die Qualität der Daten nicht und so sei denn oftmals nur bei wenigen Produkten die Buchung für den Gast auch tatsächlich umsetzbar. „Die Daten müssen gesammelt und zusammengeführt werden. Wichtig ist hier eine Standardisierung.“

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