Hoteldirektorenvereinigung Deutschland

„Wir wurden nicht wahrgenommen“

Die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) betonte bei der Herbsttagung am vergangenen Wochenende in Hamburg die Mitarbeiterproblematik mit ihren dramatischen Auswirkungen auf die Hospitality-Branche.

Mittwoch, 17.11.2021, 09:38 Uhr, Autor: Karoline Giokas

1. Der HDV-Vorstand: (v.l.) Andreas Neininger, Beisitzer, Oliver Mathée, Schatzmeister, Bernhard Langemeyer, Beisitzer, Jürgen Gangl, 1. Vorsitzender, David Depenau, 2. Vorsitzender (Foto: HDV/© Jenner& Egberts/Foto+Film)

„Corona hat aus dem immensen Fachkräftemangel in der Hotellerie einen massiven Mitarbeitermangel gemacht. Die Pandemie hat das gesamte System in der Branche verändert, und wir steuern auf ein Desaster zu. Einige abgewanderte Mitarbeiter werden zurückkehren, aber das Gros haben wir verloren. Eine vergleichbar dramatische Situation finden wir auch in der Zulieferbranche“, bilanzierte der HDV-Vorsitzende Jürgen Gangl vergangenes Wochenende bei der Herbsttagung der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) im Steigenberger Hotel Treudelberg in Hamburg die aktuelle Mitarbeitersituation in der Branche.

Strukturen aufgebrechen

Vor allem von der Politik erwartet der Hotelverbands-Chef eine nachhaltige Unterstützung. „Wir wurden in der Pandemie von der Politik nicht wahrgenommen. Auch dadurch ist grundsätzlich die Bereitschaft gesunken, in der Branche zu arbeiten.“ Weiterhin müsse intensiv an der Verbesserung des Branchenimages gearbeitet werden. „Weit oben auf unserer Prioritätenliste steht die Stärkung unseres Standings in der Politik.

Außerdem ist zukünftig eine positive Kommunikation wichtig, die herausstellt, wie attraktiv die Hotellerie als Arbeitsplatz ist. Jeder einzelne Betrieb ist mit verantwortlich, das Image der Branche zu verbessern. Und wir müssen Strukturen aufbrechen, um die Arbeitsplätze so spannend gestalten, dass sie mit Angeboten zum Beispiel aus der Startup-Branche konkurrieren können. So werden wir auch junge Menschen von der Hotellerie begeistern“, ist Jürgen Gangl überzeugt.

Starker Zusammenhalt im Verband

Positiv beurteilte der HDV-Vorsitzende die Entwicklung des Branchenverbandes. Mit derzeit über 200 Mitgliedern ist die Mitgliederzahl in der Pandemie stabil geblieben. Das unvermindert große Interesse an den HDV-Veranstaltungen zeige, wie wichtig die Verbandsarbeit auch in Krisenzeiten ist. „Wir sind ein Netzwerk-Verband, das professionelle und familiäre Miteinander ist bei uns an der Tagesordnung.“

Des Weiteren zeige das Gütesiegel „Exzellente Ausbildung“, von der HDV ins Leben gerufen, um Hotels mit einer hervorragenden Ausbildung auszuzeichnen, eine positive Entwicklung. Gut angenommen werde auch das neu eingeführte Angebot der institutionellen Mitgliedschaft für Hochschulen, Verbände und Vereine. Mit der HDV-Jubiläumsveranstaltung und der Vergabe des „Deutschen Hotelnachwuchs-Preises“ (DHNP) im Sommer dieses Jahres am Weissenhäuser Strand seien darüber hinaus zwei Glanzpunkte gesetzt worden, so Jürgen Gangl.

Die HDV-Frühjahrstagung 2022 findet mit dem Deutschen Hotelnachwuchs-Preis (DHNP) vom 1. bis 3. April 2022 im Hotel Der Öschberghof in Donaueschingen statt.

(HDV/KG)

 

 

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