Deutschlandstudie: Gastronomie wird für Innenstädte immer wichtiger
Deutschlands Innenstädte werden aus Sicht der Bevölkerung wieder attraktiver. Laut der aktuellen Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27 wollen 83,3 Prozent der Befragten ihre Innenstadt künftig mindestens genauso häufig besuchen wie heute. Das ist der beste Wert seit sechs Jahren. Für die repräsentative Untersuchung wurden im Mai und Juni 2026 mehr als 5.000 Menschen bundesweit befragt.
Bei den Besuchsanlässen liegt der stationäre Handel mit 65,6 Prozent weiterhin vorn. Dahinter folgen Bummeln mit 46,2 Prozent und Gastronomie mit 45 Prozent. Damit bestätigt die Studie zugleich, dass Innenstädte zunehmend als Orte für Aufenthalt, Begegnung und Freizeit wahrgenommen werden.
Auch die Bewertung der Angebote fällt für die Gastronomie positiv aus. Gastronomie und Cafés erreichen laut den vorliegenden Studienergebnissen mit der Schulnote 2,51 den besten Wert unter den untersuchten Innenstadtangeboten.
Für die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) sind diese Ergebnisse ein Beleg für die wachsende Bedeutung der Gastwelt für die Entwicklung der Stadtzentren.
„Menschen wollen dort auch essen und etwas erleben“
„Die Zahlen zeigen, wie stark sich die Funktion unserer Innenstädte verändert. Einkaufen bleibt wichtig, aber Menschen wollen dort auch essen, trinken, Freunde treffen und etwas erleben“, sagt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge.
Die aktuelle CIMA-Untersuchung rückt dabei das Leitbild der sogenannten „Wohlfühlstadt“ stärker in den Mittelpunkt. Innenstädte sollen demnach einen Mehrwert bieten, der über den reinen Einkauf hinausgeht – etwa durch Begegnung, Erholung und Inspiration.
Öffentlicher Raum spielt eine zentrale Rolle
Neben dem Angebot der Betriebe kommt es dabei auch auf die Qualität des öffentlichen Raums an. Sauberkeit, Sitzgelegenheiten, Grünflächen und Fußgängerfreundlichkeit erhalten in der Studie jeweils hohe Zustimmungswerte.
Gleichzeitig sehen 39,4 Prozent der Befragten bei öffentlichen Toiletten besonderen Handlungsbedarf. Für die DZG zeigt sich daran, dass gastronomische Angebote und die Gestaltung des öffentlichen Raums nicht getrennt voneinander betrachtet werden können.
„Eine lebendige Innenstadt entsteht dort, wo Handel, Gastronomie, Kultur, Freizeit und ein attraktiver öffentlicher Raum zusammenspielen“, sagt Klinge. Die Gastwelt schaffe Besuchsanlässe, verlängere Aufenthalte und mache Innenstädte zu Orten der Begegnung.
DZG fordert bessere Rahmenbedingungen
Aus Sicht der Denkfabrik sollten Bund, Länder und Kommunen bei der Innenstadtentwicklung deshalb auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der gastgewerblichen Betriebe stärker berücksichtigen.
Die DZG nennt unter anderem flexible Beschäftigungsmodelle, flexiblere Wochenarbeitszeiten, weniger Bürokratie und verlässliche Bedingungen für Investitionen.
„Wir können auf der einen Seite nicht lebendige Innenstädte fordern und auf der anderen Seite diejenigen immer stärker belasten, die für diese Lebendigkeit sorgen. Starke Innenstädte brauchen eine starke Gastwelt“, so Klinge.
Die aktuelle Deutschlandstudie macht zugleich deutlich, dass die Zukunft der Innenstadt nicht an einem einzelnen Angebot hängt. Vielmehr gewinnt das Zusammenspiel von Handel, Gastronomie, Dienstleistungen, Kultur, Freizeit und öffentlichem Raum an Bedeutung.
(DZG/KAGI)