Forderung

DZG drängt zur schnelleren Arbeitszeitreform

Dr. Marcel Klinge
Dr. Marcel Klinge fordert eine schnellere Umsetzung der geplanten Arbeitszeitreform für die Gastwelt. (Foto: © DZG)
Jeder Monat zählt: Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) fordert eine schnellere Reform der Arbeitszeitregelung. Aus Sicht der DZG brauchen Betriebe in Tourismus, Hospitality und Gastronomie bereits vor der Sommersaison 2026 mehr Flexibilität beim Personaleinsatz.
Donnerstag, 21.05.2026, 09:55 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) fordert die Bundesregierung und Koalitionsfraktionen auf, die geplante Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit deutlich zu beschleunigen. Nach aktuellen Planungen soll die Reform offenbar frühestens zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Aus Sicht der Denkfabrik ist dies angesichts der wirtschaftlichen Lage vieler Betriebe deutlich zu spät. DZG-Vorstandschef Dr. Marcel Klinge schlägt daher eine beschleunigte Umsetzung noch vor Beginn der Sommersaison 2026 vor.

„Die Unternehmen der Gastwelt, bestehend aus Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft, stehen unter massivem Druck durch steigende Kosten, Fachkräftemangel und volatile Nachfrage. Sie brauchen jetzt mehr Flexibilität – nicht erst im kommenden Jahr. Jeder Monat zählt“, sagt DZG-Vorstandschef Dr. Marcel Klinge. „Dass eine im Koalitionsvertrag vereinbarte, in der Nationalen Tourismusstrategie noch einmal bekräftigte und für den Bundeshaushalt kostenneutrale Maßnahme so lange auf sich warten lässt, ist schwer nachzuvollziehen.“

Arbeitszeitreform darf nicht warten

Die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit nach EU-Recht gilt als eine der zentralen Stellschrauben, um Personal effizienter einzusetzen und besser auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können – gerade in einem Wirtschaftsbereich wie der Gastwelt, der stark von Tageszeiten, Wochentagen und Saisonverläufen geprägt ist. Aus Sicht der Denkfabrik ist die Reform zudem ein Beispiel dafür, wie vergleichsweise einfache Maßnahmen mit hoher Wirkung unnötig verzögert werden.

„Wenn es der Bundesregierung nicht gelingt, ein solch ‚kleines‘ Vorhaben zeitnah umzusetzen, ist das kein gutes Signal für deutlich komplexere Reformvorhaben, die unser Land ebenfalls dringend braucht. Das sollte jedenfalls nicht das neue Deutschland-Tempo sein“, sagt Klinge.

Die DZG schlägt daher vor, jetzt in einer konzertierten Aktion den Gesetzgebungs-Turbo zu starten oder nach Prüfung kurzfristig etwa eine Erprobungsphase für die neue Arbeitszeitregelung zu starten, um bereits zum Beginn der Sommersaison konkrete Entlastungen für die Betriebe zu ermöglichen.

„Die Hauptsaison der Gastwelt beginnt spätestens am 1. Juli. Das sollte der politische Taktgeber sein“, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete.

Leistungsfähigkeit der Gastwelt sichern

Die Denkfabrik sieht in der Flexibilisierung der Arbeitszeit eine zentrale Voraussetzung, um die Leistungsfähigkeit der Gastwelt zu sichern und den Personaleinsatz besser an die tatsächlichen Anforderungen anzupassen.

„Wir brauchen jetzt mehr Tempo und mehr Pragmatismus“, betont Klinge. Gerade in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit dürfe Politik nicht auf Zeit spielen, sondern müsse Handlungsfähigkeit zeigen, um wieder mehr Vertrauen in der Bevölkerung und Wirtschaft zu gewinnen.

(DZG/SAKL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge, DZG-Aufsichtsratsmitglied Alexandra Wolframm, Tourismuskoordinator Dr. Christoph Ploß MdB, und DZG-Aufsichtsratschefin Homeira Amiri
Austausch
Austausch

DZG wirbt in Berlin für Anliegen der Gastwelt

Arbeitszeitflexibilisierung, KI-Offensive und neue Tourismusstrategie: Vertreter der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) waren zu Gast im Bundeswirtschaftsministerium und Deutschen Bundestag. Dort sprachen sie mit Spitzenpolitikern über wichtige Anliegen der Branche.
Markus Söder, Friedrich März und Lars Klingbeil
Politik
Politik

Reformpaket: Was auf das Gastgewerbe zukommen könnte

Im Koalitionsausschuss wird nun über ein umfassendes Reformpaket beraten. Für Hotels und Restaurants könnten die Entscheidungen spürbare Folgen haben – von der Arbeitszeit bis zur Mehrwertsteuer.
Rezeptionistin im Hotel
Kritik
Kritik

Arbeitszeit-Reform: Gastgewerbe fordert Nachbesserungen

Flexibilität war versprochen, Bürokratie wurde geliefert: Der kursierende Entwurf zur Arbeitszeit-Reform stößt im Gastgewerbe auf deutlichen Widerspruch. Statt mehr Spielraum sehen Branchenverbände vor allem neue Hürden und zusätzliche Bürokratie.
Mitarbeiterin in einem Hotel
Arbeitszeitreform
Arbeitszeitreform

Verbändebündnis fordert Wochenarbeitszeit

Mehr Flexibilität für Betriebe und Beschäftigte: 14 Wirtschafts- und Branchenverbände unterstützen bereits die Dehoga-Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“. Gemeinsam fordern sie eine Reform des deutschen Arbeitszeitrechts im Sinne der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie.
Dr. Marcel Klinge
Warnung
Warnung

Neue Steuerschätzung: DZG warnt vor Risiken für die Gastwelt

Die neue Steuerschätzung des Bundes könnte laut Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) den Druck auf Tourismus, Hospitality und Gastronomie erhöhen. Die DZG fordert daher eine aktive Beteiligung der Branche an der Steuerdebatte.
Dr. Marcel Klinge
Appell
Appell

Denkfabrik fordert Belastungsmoratorium für systemrelevante Dienstleistungsbranchen

Neue kommunale Abgaben setzen Hotels und Gastronomiebetriebe zusätzlich unter Druck. Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) warnt vor diesen neuen finanziellen Belastungen für gastgewerbliche Betriebe und fordert ein bundesweites Belastungsmoratorium.
Startschuss für die nationale Bundestagskampagne „Unsere Stimme zählt!“ der DZG
Startschuss
Startschuss

Denkfabrik startet nationale Kampagne zur Bundestagswahl

Mit einer Pop-up-Aktion vor dem Kanzleramt in Berlin hat die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) den Startschuss für ihre nationale Bundestagskampagne „Unsere Stimme zählt!“ gegeben. Dabei präsentierte der Thinktank das Programm der Gastwelt zur Wahl 2025, das der Politik einen schnell umsetzbaren Plan zur Sicherung des Dienstleistungssektors in der nächsten Legislaturperiode bieten soll.
Dr. Marcel Klinge
Gastwelt-Pakt
Gastwelt-Pakt

Denkfabrik fordert Schulterschluss der Gastwelt zur Bundestagswahl

Der Wahlkampf zur vorgezogenen Bundestagswahl wird intensiv, aber auch kurz und von großen Krisenthemen geprägt sein – das befürchtet die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG). Sie fordert deshalb einen „Gastwelt-Pakt“, um mit einer gemeinsamen Strategie Branchenthemen erfolgreich zu platzieren. 
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas (SPD), Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil (SPD)
Politik
Politik

Reformpaket der Koalition: Was auf das Gastgewerbe zukommt

Minijobs, Arbeitszeit und Bürokratie: Das neue Reformpaket der Koalition soll Deutschland aus der Krise führen. Für das Gastgewerbe bringt es mögliche Entlastungen – aber auch Unsicherheiten.