Warnung

DZG zu neuer Insolvenz-Analyse: „Steuerentlastung ist jetzt entscheidend“

Dr. Marcel Klinge
DZG-Vorstandschef Dr. Marcel Klinge mahnt, dass das Steueränderungsgesetz mit der Wiedereinführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent auf Speisen im Bundesrat unverändert beschlossen werden muss. (Foto: © DZG)
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreicht 2025 den höchsten Stand seit über zehn Jahren. Das zeigt eine Analyse von Creditreform. Besonders betroffen ist der Dienstleistungssektor – und damit ein großer Teil der Gastwelt. Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) mahnt daher, dass das Steueränderungsgesetz im Bundesrat unverändert beschlossen werden muss. 
Mittwoch, 10.12.2025, 14:04 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Nach Angaben von Creditreform meldeten 2025 rund 23.900 Unternehmen Insolvenz an – ein Anstieg um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklung trifft vor allem kleine und mittlere Betriebe, die bereits durch hohe Energiepreise, gestiegene Kosten und den Fachkräftemangel belastet waren. Viele davon gehören zur Gastwelt. 

„Die Insolvenzzahlen sind ein Alarmzeichen“, sagt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. „Für viele Betriebe unseres Dienstleistungssektors ist der anhaltende Kosten- und Preisdruck eine ernsthafte Bedrohung. Umso wichtiger ist die vom Bundestag bereits beschlossene Entlastung durch die sieben Prozent, die jetzt noch den Bundesrat passieren muss: Sie schafft den dringend benötigten Spielraum, um Betriebe, Beschäftigung und regionale Strukturen zu sichern.“ Bleibt die Entlastung aus, würden weitere Unternehmen in Gefahr geraten.

„Wir brauchen jetzt ein klares Signal der Verlässlichkeit“

Planungssicherheit sei jetzt entscheidend – für Beschäftigte, Zulieferer und Investoren. Strukturschwache und ländliche Regionen seien besonders angewiesen auf funktionierende Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe, die dort soziale und wirtschaftliche Infrastruktur sichern.

„Wir brauchen jetzt ein klares Signal der Verlässlichkeit“, betont Klinge. „Die sieben Prozent sind wirtschaftliche Vernunft. Sie schützen Unternehmen, Arbeitsplätze und jene Orte, an denen Menschen zusammenkommen.“

Die DZG setzt darauf, dass die Mitglieder des Bundesrates dem Gesetz in der vorliegenden Form zustimmen und damit einer weiteren Insolvenzwelle in der Gastwelt entgegenwirken. „Wer jetzt nur auf kurzfristige Haushaltseffekte schaut, übersieht den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch jede verlorene Küche, jedes geschlossene Dorfgasthaus und jedes stillgelegte Hotel entsteht“, sagt Klinge. „Es geht um Verantwortung für Betriebe, Beschäftigte und Regionen.“

(DZG/SAKL)

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