Coronavirus

Großes Haftungspaket für Tourismus

Die österreichische Bundesregierung stellt einen Haftungsrahmen von bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung, der die Liquidität von geschädigten Tourismus-Betrieben sichern soll.

Freitag, 06.03.2020, 10:48 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Touristenpaar mit Stadtplan

Der Tourismus gehört zu den von Corona am stärksten betroffenen Branchen. Ein 100-Mio.-Haftungspaket der Regierung in Österreich soll jetzt die schlimmsten Auswirkungen auf KMUs abfedern, in der Hoffnung, dass sich die Lage in den nächsten Wochen und Monaten wieder einigermaßen normalisiert. (© baranq – stock.adobe.com)

Flüge werden eingestellt, Messen abgesagt, Reisen storniert. Weltweit spürt die Wirtschaft bereits Auswirkungen, ganz besonders aber der Tourismus. Auch der österreichische Tourismus spürt dies bereits – in vielen Fällen sogar deutlich. Stornos häufen sich, Buchungen und Gäste bleiben aus. Wie hoch die Schäden tatsächlich sein werden, ist derzeit im Detail noch unklar. Dass es Einbußen gibt, ist offensichtlich. Die Regierung in Österreich hat sich daher zu einem umfangreichen Maßnahmenpaket entschlossen, um bei Corona-bedingten akuten Problemen zu helfen.

„Der heimische Tourismus ist die von den Folgen des Coronavirus am stärksten betroffene Branche“, erklärte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger aktuell bei einem Pressegespräch in Wien. „Deshalb stellen wir einen Haftungsrahmen von bis zu 100 Mio. Euro zur Verfügung, um von Umsatzeinbußen betroffenen Betrieben die Liquidät zu sichern“. Um die Tourismuswirtschaft in dieser schwierigen Situation zu unterstützen und existenzbedrohende Liquiditätsengpässe der betroffenen KMU zu vermeiden, hat das Tourismusministerium gemeinsam mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank ein Coronavirus-Maßnahmenpaket für den Tourismus geschnürt. Dabei handelt es sich um ein Unterstützungsmodell mit zwei konkreten Maßnahmen. Zum einen wird die Hotel- und Tourismusbank den Betrieben Haftungen zur Verfügung stellen, damit diese bei ihren Banken Überbrückungsfinanzierungen aufnehmen können. „So kann sichergestellt werden, dass trotz Stornierungen und Buchungsrückgängen weiterhin die Löhne an die Mitarbeiter ausgezahlt werden können“, so Köstinger. Zusätzlich wird das Ministerium die üblicherweise für derartige Haftungsübernahmen anfallenden Kosten in diesen besonders gelagerten Fällen übernehmen. Durch den Entfall der Bearbeitungsgebühr (1 %) und der Haftungsprovision (0,8 %) sollen die betroffenen Betriebe zusätzlich unterstützt werden.

Detaillierte Kriterien werden noch ausgearbeitet

Die Hotel- und Tourismusbank wird dieses Maßnahmenpaket abwickeln und das Tourismusministerium als Anlaufstelle für die Tourismusbetriebe unterstützen. „Die detaillierten Kriterien für die Inanspruchnahme dieses Haftungsrahmens werden in den nächsten Tagen ausgearbeitet“, so Köstinger. „Die Beantragung soll ehestmöglich über die ÖHT erfolgen können.“

„Darüber hinaus holen wir in der kommenden Woche die Vertreter der Betriebe, der Österreich Werbung und der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank zu einem Runden Tisch zusammen, um gemeinsam die aktuelle Lage auf nationaler und internationaler Ebene zu analysieren und die heute präsentierten Maßnahmen im Detail vorzustellen“, so Köstinger abschließend.

 

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