Kritik

Jana Schimke verteidigt Minijob-Modell

Jana Schimke
Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbandes, warnt vor den Folgen möglicher Einschränkungen bei Minijobs für das Gastgewerbe. (Foto: © DEHOGA Bundesverband)
Die Reformvorschläge zum Ende der Minijobs sorgen im Gastgewerbe weiter für Kritik. Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Jana Schimke findet deutliche Worte zu den diskutierten Plänen. Sie sieht die Arbeitsfähigkeit vieler Betriebe im Gastgewerbe in Gefahr.
Mittwoch, 24.06.2026, 12:10 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Nachdem der Dehoga bereits vor erheblichen Folgen einer möglichen Einschränkung von Minijobs gewarnt hatte, bringt Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbandes, die Bedeutung geringfügiger Beschäftigung für die Branche noch einmal deutlich auf den Punkt.

Hintergrund sind Reformvorschläge, nach denen der bisherige steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs künftig offenbar nur noch für Schüler gelten sollen. Allein im Gastgewerbe arbeiten nach Angaben des Dehoga rund 1,1 Millionen Menschen auf Minijob-Basis. Wenn diese wegfallen, hätte das nach Einschätzung des Verbandes erhebliche Folgen für die Einsatzplanung in Gastronomie und Hotellerie. 

Schimke: Minijobs decken Rand- und Spitzenzeiten ab

Im Gespräch mit der Welt verwies Schimke auf die besondere Personalstruktur im Gastgewerbe. Die Hälfte der Beschäftigten sei geringfügig beschäftigt, weil es in der Branche darum gehe, Randzeiten, Spitzenzeiten und Wochenenden abzudecken.

Als Beispiele nannte sie Tätigkeiten in der Eisdiele oder im Biergarten. Dort würden Mitarbeiter gebraucht, die auch einmal drei oder vier Stunden zur Verfügung stehen. „Das ist in der Regel bei voll sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nicht der Fall“, sagte Schimke. „Niemand möchte sich seinen Arbeitstag auseinanderreißen lassen – morgens eine Schicht, abends eine Schicht.“

„Sehr gut entwickelt und bewährt“

Das Modell der geringfügigen Beschäftigung habe sich aus Sicht Schimkes im Gastgewerbe „sehr, sehr gut entwickelt und bewährt“. Sollte es abgeschafft werden, hätte dies nach ihrer Einschätzung gravierende Auswirkungen auf die Branche.

„Dann kostet uns das die Hälfte unserer Beschäftigten“, sagte die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin. „Ich weiß nicht, wie das Gastgewerbe in Deutschland unter diesen Voraussetzungen beschäftigungs- und arbeitsfähig sein soll.“

Betriebe fürchten Einschränkungen

Der Dehoga hatte bereits zuvor deutlich kritisiert, dass eine Beschränkung von Minijobs auf Schüler an der betrieblichen Realität vorbeigehe. Minijobs seien für viele Betriebe unverzichtbar, um Abendstunden, Wochenenden, Veranstaltungen und saisonale Nachfragespitzen abzudecken - gerade jetzt in der Biergartensaison. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen wären demnach von den Plänen betroffen.

Aus Sicht des Verbandes ersetzen Minijobs keine regulären Arbeitsplätze, sondern tragen dazu bei, diese überhaupt zu ermöglichen und abzusichern. Der Dehoga fordert daher mehr Flexibilität, Beschäftigungsanreize und bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen und Mitarbeiter.

(Instagram/Dehoga/Welt/SAKL)

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