Urteil

Kein landesweites Verbot für Verpackungssteuern in Thüringen

Salat aus Einweg-Essensschachteln.
In Thüringen wurde ein Gesetzentwurf, der ein landesweites Verbot einer Verpackungssteuer vorsah abgelehnt. (Foto: © Igor/stock.adobe.com)
In vielen Thüringer Innenstädten türmen sich Kaffeebecher und andere Verpackungen von Imbissständen. Verpackungssteuern werden in einigen Kommunen diskutiert.
Donnerstag, 11.09.2025, 13:28 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Thüringens Städte und Gemeinden können weiterhin über die Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer für Einweggeschirr oder Kaffeebecher entscheiden.

Die oppositionelle AfD-Fraktion scheiterte im Landtag mit einem Vorstoß, die Einführung kommunaler Verpackungssteuern zu verhindern. Ihr Gesetzentwurf, der ein landesweites Verbot einer solchen Steuer vorsah, wurde von den Fraktionen CDU, BSW, SPD und Linke abgelehnt. Die vier Fraktionen sehen in einem Verbot einer Verpackungssteuer einen unzulässigen Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung.

Die Bayerische Staatsregierung dahingegen hat im Mai beschlossen, Kommunen die Einführung einer Verpackungssteuer zu untersagen. Branchenverbände des Gastgewerbes begrüßen diese Entscheidung als Signal für Bürokratieabbau und wirtschaftliche Vernunft. 

Kommunen prüfen Aufwand und Nutzen

In einigen Kommunen wird nach deren Angaben das Für und Wider einer Verpackungssteuer und der damit verbundene Aufwand geprüft. Der Grund dafür ist, dass sich viel Verpackungsmüll in den Innenstädten sammelt.

Am intensivsten führt die Landeshauptstadt Erfurt diese Diskussion – auch, weil eine Steuer mit Mehrkosten für die Verbraucher verbunden ist und Aufwand für die Gastronomie bedeutet.

Hintergrund der Debatte ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts in diesem Jahr, das die Verpackungssteuersatzung der Stadt Tübingen bestätigt hatte. Der Bundesverband der Systemgastronomie bedauerte diese Entscheidung, weil sie die Rahmenbedingungen in der Branche weiter verschärfen.

(dpa/SAHO)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Essen to go: Übergabe an Gast
Kritik
Kritik

Verbände kritisieren geplante kommunale Verpackungssteuer

Die Einführung kommunaler Verpackungssteuern stößt bei mehreren Wirtschaftsverbänden auf deutliche Kritik. Branchenvertreter aus Systemgastronomie, Handel, Handwerk und Industrie warnen vor mehr den Folgen – und bezweifeln zugleich den Nutzen der Steuer für mehr Nachhaltigkeit und Stadtsauberkeit.
Kaffeebecher
Statements
Statements

Keine kommunalen Verpackungssteuern in Bayern: Branchenverbände erleichtert

Die Bayerische Staatsregierung hat am Dienstag beschlossen, Kommunen die Einführung einer Verpackungssteuer zu untersagen. Branchenverbände des Gastgewerbes begrüßen diese Entscheidung als Signal für Bürokratieabbau und wirtschaftliche Vernunft. 
Eine Essensverpackung
Warnung
Warnung

Branchenverbände warnen vor negativen Auswirkungen der Verpackungssteuer

Im Januar hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Tübingen eine Verpackungssteuer erheben darf. Nun will auch die Stadt Köln nachziehen. Der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) warnt mit anderen Wirtschaftsverbänden vor massiven Belastungen für lokale Unternehmen.
Wartburg bei Eisenach, Thüringen, Deutschland
Jahresbilanz
Jahresbilanz

Stabiles Tourismusjahr 2025 in Thüringen

Erst das Rekordjahr 2019, dann nur schwer wettzumachende Einbrüche durch die Corona-Pandemie – hinter der Thüringer Tourismusbranche liegen schwierige Jahre. Doch auch wenn das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht ist, zeigt sich die Branche stabil. 
Einblick in ein Wiesnzelt
Gerichtsurteil
Gerichtsurteil

Wiesn-Reservierung: Gericht verbietet teuren Weiterverkauf

Sechs Plätze am Wiesn-Tisch für 1.729 Euro? Ein Gericht bremst Online-Händler und soll Wiesn-Fans vor Abzocke schützen. Doch endgültig gestoppt scheint der Verkauf überteuerter Wiesn-Plätze nicht.
Vegetarische Spinat-Frittata von Seminaris Hotels
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit

Seminaris verankert Zero Waste in der Tagungsgastronomie

Die Tagungshotelgruppe integriert Zero Waste verbindlich in ihr gastronomisches Bankettangebot. Bis Ende 2026 soll der Ansatz in allen acht Häusern zum Standard bei Veranstaltungen werden.
Bratwürste auf einem Grill
Urteil
Urteil

Rostbratwurst nicht auf Nürnberg beschränkt

Das Oberlandesgericht München hat entschieden: Die Nürnberger Rostbratwurst ist geschützt und darf nur aus Nürnberg kommen. Eine Rostbratwurst ohne „Nürnberg“ im Namen aber darf andernorts hergestellt werden, auch wenn sie dem Vorbild ähnelt.
Robin Pfefferle
Aufreger
Aufreger

Verpackungssteuer in Freiburg: Gastronomen reagieren mit kreativen Tricks

In Tübingen und Konstanz kennt man sie bereits – in Freiburg gibt es seit Jahresbeginn die Verpackungssteuer auf Speisen zum Mitnehmen. Aus der Gastronomie kommt Gegenwind – mit kreativen Ideen, die Steuer zu umgehen. Die Stadt äußert sich.
Mitarbeiter stapelt To-go-Boxen mit Essen zum Mitnehmen auf einem Tisch, trägt blaue Einweghandschuhe.
Verpackungssteuer
Verpackungssteuer

Freiburg führt Steuer auf Einwegverpackungen ein

Nach Tübingen und Konstanz zieht nun die nächste Kommune nach. Für Becher, Schalen und Strohhalme wird beim Außer-Haus-Verkauf eine Abgabe fällig.