Diskussion

Lockdown zur Rettung der Wintersaison?

Ein Tiroler Hotelier schlug für November einen landesweiten „Lockdown light“ vor, um die Wintersaison zu retten, wobei die Idee auch in den eigenen Reihen nicht unumstritten ist.

Dienstag, 20.10.2020, 11:36 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Tafel - wegen CORONAVIRUS geschlossen

Nichts fürchtet die Branche derzeit so sehr, wie Reisewarnungen aus anderen Ländern für den Westen Österreichs in der bald beginnenden Wintersaison. (© OFC Pictures – stock.adobe.com)

In einem ORF-Interview ließ der Tiroler Hotelier Christian Harisch dieser Tage mit der Forderung eines „Lockdowns light“ im November aufhorchen, um die restliche Wintersaison zu retten. Es gehe darum, die Infektionszahlen rasch zu senken. „Sonst bekommen wir die Reisewarnungen nie weg. Weil touristisch noch wenig los ist, sollten wir den Betrieb zurückfahren, damit wir nicht auch noch den Dezember, Jänner und Februar verspielen“, sagte Harisch kurz darauf in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Standard“.

Unterstützung für diesen Vorschlag erhält Harisch aus Vorarlberg. „Aus Sicht eines Hoteliers aus einer Wintersportdestination im Westen macht das absolut Sinn“, erklärt etwa Gregor Hoch vom Hotel Sonnenburg in Lech. „Mir ist klar, dass es nicht ganz einfach ist. Andererseits – wenn die Reisewarnungen über den Winter bestehen, ist die Branche tot.“

Bei der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) sieht man sie Sache etwas differenzierter als ihr Ex-Präsident Hoch. „Ein softer Lockdown mag aus Sicht von Einsaisonbetrieben, die jetzt noch geschlossen haben und erst vor Weihnachten aufsperren, richtig scheinen. Gesamtwirtschaftlich aber wäre der Schaden zu groß,“ sagte Martin Stanits von der ÖHV zum Standard. „In der Südsteiermark und auch in anderen Regionen gibt es Tophäuser, die auch jetzt noch Gäste haben und vielleicht mit einem blauen Auge davonkommen; denen wäre mit einer Sperre alles andere als geholfen.“ (ORF/Standard/CK)

 

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