Reisekonzerne

Staatseinstieg bei Tui steht bevor

Beim weltgrößten Touristikkonzern Tui springt jetzt der Staat in die Bresche, um eine Pleite zu verhindern. Kleinere und mittlere Unternehmen warten dagegen noch immer auf Hilfen.

Donnerstag, 07.01.2021, 10:47 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Reisebüro von Tui

Nun steigt der Staat beim Reisekonzern Tui ein, um eine Pleite zu verhinden – zum Ärger vieler kleinerer Unternehmen, die noch immer auf Hilfen warten. (© nmann77/stock.adobe.com)

Nach Krediten und Bürgschaften folgt nun auch aller Wahrscheinlichkeit nach der Staatseinstieg bei Tui – inklusive Kapitalerhöhung. Damit soll das Unternehmen mit dem Bund als Großaktionär die Corona-Durststrecke im Winter überstehen. Formal vollzogen ist der Tausch von Einlagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in direkte Anteile zwar noch nicht, doch die bisherigen Tui-Eigner haben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung fast einstimmig beschlossen, dass der WSF nun das Recht dazu erhält.

Staatseinstieg ruft auch harsche Kritik hervor

Damit bekommt der Staat nach der Lufthansa bei einem weiteren angeschlagenen Unternehmen der Reisebranche erheblichen Einfluss. Anderweitig hätte Tui der finanzielle Kollaps gedroht, wie es zu dieser Entscheidung dazu hieß. Doch bei den Kritikern regt sich nun auch Widerstand, vor allem, weil der Konzern parallel 8000 Stellen weltweit streicht. Der FDP-Bundestagsfraktionsvize Michael Theurer sprach mit Blick auf die steuerfinanzierte Staatsbeteiligung insgesamt von „einem ordnungspolitischen Sündenfall“: „Konzern um Konzern wird rekapitalisiert, während kleine und mittlere Unternehmen auf die Hilfen warten.“ (dpa/TH)

 

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